Monatsrückblick 07/22

Gelesene Bücher: 9

Blood and Ash (Jennifer L. Armentrout)
Dieses Buch war einfach zu lang und das Ende mochte ich gar nicht, nachdem ich den Mittelteil recht vielversprechend fand.

Vielleicht nie + Vielleicht irgendwann (Carolin Wahl)
Gefielen mir beide richtig, richtig gut. (Reihenrezension)

Trust Again (Mona Kasten)
Ein Reread als Hörbuch, das mir gut gefallen hat.

Ein Tanz in Sturm und Schatten (Solia Carmen)
Es war auf jeden Fall Potenzial da, aber mir fehlte es etwas an Worldbuilding. (Rezension)

The Boy who steals houses (C. G. Drews)
Absolutes Lieblingsbuch. Die Autorin schafft es wirklich, einem in den Kapiteln abwechselnd das Herz zu erweichen und zu brechen.

A Song of Wraiths and Ruin (Roseanna A. Brown)
Sobald ich einmal drin war, hatte mich das Buch richtig gepackt und in der zweiten Hälfte wollte ich es kaum noch weglegen. Ich freue mich auf Band 2, habe aber auch Angst davor.

Emergency Skin (N. K. Jemisin)
Eine Kurzgeschichte in der wir jemandem folgen, der aus einer Kolonie zur verloren geglaubten Erde geschickt wird um etwas zu besorgen und feststellt, dass die Menschheit sich doch noch fangen konnte. Der Erzähltstil ist wirklich einzigartig, die Grundidee richtig cool – aber auch hier wünsche ich mir jetzt verzweifelt eine Fortsetzung.

Bear with me (Lucy Eden)
Auch dieser Roman war ziemlich kurz, knapp 100 Seiten – die ich fast am Stück gelesen habe. Es ist eine süße und unterhaltsame Geschichte, durch die Kürze fehlte mir aber die Tiefe, die dafür sorgen würde, dass es mehr als guter Zeitvertreib ist.

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Gelesene Seiten: 2790
Gehörte Stunden: 12:00
Durchschnittlich pro Tag: 90 Seiten, 23 Minuten
Durchschnittliche Bewertung: 3,9 Sterne
Aktueller SuB: 286 (+ 5)

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Neue Bücher: 8

Was wir von Quallen lernen können (Katharina Wolf)
Politische Männlichkeit (Susanne Kaiser)
Unsichtbare Frauen (Caroline Criado Pérez)
Frozen, ghosted, dead (Sameena Jehanzeb)
Vielleicht irgendwann (Carolin Wahl)
All these broken strings (Lana Rotaru)
Gefangen zwischen den Zeilen: Simas Fluch (June Is)
Worlds Apart (Anabelle Stehl)

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Und sonst so?

Der Juli startete für mich mit einem positiven Covid Test und danach mit 8 Tagen isoliert im Schlafzimmer, gefolgt mit einer weiteren Krank-Woche. Das bedeutete zwar Langeweile, aber auch viel Lesezeit und ich hatte das Glück, dass es mir zumindest in der ersten Woche gut genug dafür ging. Trotzdem bin ich froh, das hinter mir zu haben und möchte lieber keine zweite Runde mitmachen.

Mein Lesemonat war von den Bewertungen her aber der bisher beste in diesem Jahr und so hat er sich auch angefühlt. Ich hatte außerdem endlich mal zwei Rereads, die mir viel Spaß gemacht haben. Besonders „The Boy who steals houses“ habe ich beim zweiten Mal noch mal mehr lieben gelernt und ich freue mich, dass das Buch 3,5 Jahre nach Release bald auch endlich auf deutsch erscheint. Die „Vielleicht“-Reihe hat es gleich unerwartet in meine Lieblinge geschafft und ich habe auch wieder spontan zu ein paar ebooks gegriffen, die mir bis dahin unbekannt waren.

Dafür gab es aber auch einen Haufen Neuzugänge, was für mich ganz ungewöhnlich ist. Zwei Ebooks habe ich spontan gekauft, weil sie reduziert waren und auf meiner Wunschliste standen, bei zwei feministischen Sachbüchern habe ich zugeschlagen, weil es sie bei der Bundeszentrale für politische Bildung für nur € 4,50 gibt und sie schon länger auf meiner Wunschliste standen und dann habe ich zum Abschluss noch einen Thalia Gutschein von meiner Ausbilderin bekommen, den ich gleich eingelöst habe (nachdem ich wieder gesund war). Zuguterletzt haben wir noch eine erwartete Neuerscheinung und ein seltenes Rezensionsexemplar. Auf all diese Bücher freue ich mich sehr und hoffe darauf, sie ganz bald lesen zu können.

[Reihenrezension] Vielleicht

Band 1: Vielleicht jetzt

Inhalt: Gabriella ist Brasilianerin, hat aber einen deutschen Vater, den sie nie kennengelernt hat. Als sie herausfindet, wer er ist, pausiert sie kurzentschlossen ihr Studium und fliegt nach Deutschland, um dort quasi undercover ein Praktikum im Catering-Unternehmen ihres Vaters zu machen. Bereits auf dem Flug dorthin hat sie erste Komplikationen bei ihrem Vorhaben und streitet sich mit ihrem Sitznachbarn Anton. Als sie an ihrem ersten Arbeitstag anfängt, stellt sich heraus, dass sie genau mit ihm ab jetzt zusammenarbeiten muss.

Meinung: Das Buch beginnt, als Gabriella bereits am Flughafen ist und sie trifft auch gleich innerhalb der ersten Seiten auf Anton, was mir sehr gefallen hat. Die erste Begegnung zwischen den beiden läuft überhaupt nicht gut, hat aber gleich mein Interesse geweckt, als ich sie in der Leseprobe gelesen habe. Was mir dabei sehr gefallen hat, ist dass auch gleich über das Problem gesprochen wird und es Entschuldigungen gibt. Diese Offenheit zwischen den Figuren hat mich gleich überzeugt und sie zieht sich auch durch die anderen Bücher der Reihe.

Gabriella ist ein sehr offener und freundlicher Mensch, sie verbreitet gute Laune wo sie hinkommt und schafft es damit sogar, den verschlossenen Anton dazu zu bringen, sich zu öffnen. Die Figuren wirken absolut gegensätzlich, ergänzen sich aber sehr gut und es hat mir sehr gefallen, dabei zuzuschauen, wie sie das mit der Zeit auch merken. Sie zieht in eine WG mit Joana und Karla und freundet sich mit ihnen auch sofort an, was ich sehr schön mitzuerleben fand. Obwohl das Buch auch ernstere Themen behandelt und beispielsweise Familienkonflikte und Tod eine Rolle spielen, hat es mir einfach gute Laune gemacht.

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Band 2: Vielleicht nie

Inhalt: Joana ist bekannt als die Eiskönigin, denn seit dem Tod ihrer Schwester hat sie sich emotional etwas abgekapselt, ist nicht mehr so gelöst und konzentriert sich darauf, dass ihr Leben und ihr Studium in geregelten Bahnen ablaufen. Ausgerechnet Kilian, der Bruder ihrer besten Freundin und Mitbewohnerin Karla, zieht nun nach München und läuft ihr ab jetzt ständig über den Weg. Schon seit ihrer Kindheit tauschen die beiden ständig Stichelein aus und sind einfach zu verschieden, um miteinander zurechtzukommen, aber plötzlich ist da noch etwas anderes zwischen ihnen.

Meinung: Dieses Buch ist deutlich ernster als sein Vorgänger, hat mir dadurch aber nicht weniger gut gefallen. Joanas Figur ist geprägt vom Tod ihrer Schwester, der bereits einige Jahre her ist, der sie aber immer noch in ihrem Bann hält. Sie vermisst sie nicht nur, sondern fühlt sich außerdem mit verantwortlich und kann das Ereignis deshalb nicht hinter sich lassen, sondern lässt ihr Leben von ihrem Verlust bestimmen. Das sorgt gleich für eine ernste und bedrückte Grundstimmung. Als Kilian in die Geschichte eintritt, sorgt das zwar für Konflikte, da die beiden sich nicht verstehen, locker die Stimmung durch ihre Schlagabtäusche aber gleichzeitig auf.

Auch diese beiden Figuren wirken absolut gegensätzlich, wenn auch andersherum. Joana legt viel Wert auf Sicherheit und einen geregelten Ablauf, während Kilian seine Laufbahn ständig wechselt und am liebsten gefährliche Abenteuerurlaube macht. Beide mochte ich sehr und obwohl sie sich gerade zu Beginn ständig streiten, ist direkt offensichtlich, dass es zwischen den beiden eine Spannung gibt, die noch weiterführen wird. Dass es hier schon eine Vorgeschichte zwischen den Figuren gibt hat noch mehr Tiefe hinzugefügt. Ich habe hier nicht nur mit der Beziehung zwischen den beiden mitgefiebert, sondern fand es außerdem sehr gelungen, wie mit den Themen Trauer, Schuld und Verlust umgegangen wurde.

Band 3: Vielleicht irgendwann

Inhalt: Karla ist nichts wichtiger als ihre Unabhängigkeit und das gilt auch für ihre Finanzen. Als sie feststellt, dass sie nicht nur komplett pleite ist, sondern auch aus anderen Gründen schnell an viel Geld kommen muss, lässt sie sich auf einen Deal ein, den sie sonst nie in Erwägung gezogen hätte. Für ein paar Monate soll sie in der Öffentlichkeit die Freundin von Henning Kiefer spielen, einem Formel 2 – Fahrer, der etwas für sein Image tun muss. Sie ist nicht nur Rennsport-Fan, sondern auch gleich von seiner charmanten Art verzaubert, aber sie möchte nichts weniger, als eine echte Beziehung.

Meinung: Zuguterletzt folgen wir Karla, der dritten WG-Mitbewohnerin. Sie studiert Jura und arbeitet wie die anderen beiden nebenbei als Kellnerin, aber ihre finanzielle Situation ist immer sehr angespannt. Zugeben würde sie das anderen gegenüber nie, das verbietet ihr Stolz, aber als sie die Gelegenheit bekommt, mehr Geld zu verdienen, nimmt sie sie trotz ihrer Zweifel an. Zu Henning fühlte sie sich schon bei ihrem zufälligen Kennenlernen hingezogen und obwohl beide zunächst dagegen sind, öffentlich eine Beziehung vorzuspielen, lassen sie sich aus unterschiedlichen Gründen darauf ein. Karla ist davon geprägt, dass sie keine fest Beziehung möchte, sondern ihre Unabhängigkeit sehr schätzt. Das ist ein Thema, was mehrfach angesprochen wird und welches sie auch selbst reflektiert. Fake Dating ist kein seltenes Trope, aber diese Relexion hat dieses Buch für mich von anderen abgehoben. Karla ist zwischendurch immer wieder sehr abweisend, denkt aber aktiv darüber nach, warum sie gerade so reagiert und passt ihre Handlungen entsprechend an, was mir sehr positiv aufgefallen ist. Ansonsten gibt es natürlich auch Missverständnisse und Unsicherheit, die typisch sind, aber da ich wusste, worauf ich mich einlasse und das gerne lese, hat es mich nicht gestört.

Allgemein

Diese Reihe hat mich ganz unerwartet komplett in ihren Bann gezogen. Alle drei Bücher wollte ich gar nicht mehr aus der Hand legen, war an die Geschichte gefesselt und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Mit jeweils über 400 Seiten sind sie nicht dünn, aber sehr kurzweilig, gleichzeitig süß und witzig, behandeln aber alle auch ernstere Themen und das ohne albern oder zu gewollt zu wirken.

Die Figuren fand ich großartig, man liest immer nur aus Sicht der Protagonistin, lernt die männlichen Gegenstücke aber trotzdem gut kennen. Ihr Charakter und ihre Motive werden nicht dadurch deutlich, dass man in ihren Kopf schauen kann, sondern dadurch, dass sie mit den anderen offen sprechen. Diese Kommunikation und Offenheit ist das, was mir am vielleicht positivsten aufgefallen ist, denn oft sind New Adult Liebesromane von Missverständnissen und Geheimnissen geprägt und sowas mag ich gar nicht. Es hat außerdem niemand eine geheime traumatische Vergangenheit und das macht die Figuren für viele sicher etwas nahbarer, da man ihre Gedanken und Handlungen dadurch viel besser verstehen kann.

Obwohl sie in ihrer Stimmung unterschiedlich sind, habe ich alle drei Bücher mit 5 Sternen bewertet und werde ab jetzt definitiv alles lesen, was Carolin Wahl veröffentlichen wird.

Mid Year Book Freakout

Die erste Hälfte von 2022 ist vorbei und ich nutze den Moment immer gerne um ein bisschen auf die letzten Monate zurückzublicken. Nicht privat – dafür ist das hier nicht der Ort – sondern im Bezug auf mein Lesejahr. In den letzten 6 Monaten habe ich ganze 62 Bücher gelesen. Einige davon waren diesmal Graphic Novels oder Novellen, aber das macht sie nicht weniger zu Büchern. Mithilfe meiner Übersicht auf Goodreads werde ich heute die Fragen des Mid Year Book Freakout Tags beantworten, die ich aus dem englischen übersetzt habe. Laut meiner Recherche scheint er ursprünglich von Earl Grey Books und Chami auf Youtube zu sein.

Weiterlesen „Mid Year Book Freakout“

Dicke Bücher Camp

Das Dicke Bücher Camp ist eine Aktion, die seit 2018 jährlich von Nordbreze ausgerichtet wird. In ihrem aktuellen Beitrag stellt sie ihre diesjährigen Bücher vor und erklärt auch noch einmal die Regeln. Kurz gefasst: Es geht darum, im Juli und August den Fokus auf die Bücher zu legen, die man aufgrund ihrer vielen Seiten oft vernachlässigt oder zu viel Respekt vor ihnen hat. Die Grenze liegt dabei bei 500 Seiten, aber wenn es ein paar weniger sind, werdet ihr sicher nicht disqualifiziert. Ich hatte die Aktion gar nicht auf dem Schirm, habe mir aber spontan doch ein paar Bücher rausgesucht, die dazu passen. Da ich schon ein paar andere Bücher auf dem Plan habe, bin ich zufrieden, wenn ich zwei oder drei davon schaffe. Optimalerweise wären das die, die auch auf meiner „22 für 2022“ Liste stehen, aber das ist kein Muss. Ich schaue einfach, worauf ich spontan Lust habe. Hier ist mein Stapel aus 2.942 Seiten:

A Song of Wraiths and Ruin (Roseanne A. Brown)
Dieses Buch habe ich im März spontan aus der Buchhandlung mitgenommen. Dass es zur Aktion passt habe ich nur zufällig gesehen, denn das Buch sieht selbst ziemlich dünn aus und ich hätte es nie auf seine 512 Seiten geschätzt.

Die Schwarze Armee (Santiago García Clairac)
Die ersten drei Bände dieser Reihe habe ich mal vom Flohmarkt mitgenommen. In den ersten habe ich sogar schon mal reingelesen, es dann aber wieder aus den Augen verloren. Mit seinen 733 Seiten ist das jetzt eigentlich die perfekte Gelegenheit.

Worlds Collide (Anabelle Stehl)
Eine meiner meisterwarteten Neuerscheinungen in diesem Jahr und sie steht noch immer ungelesen im Regal. Bisher hatte ich nicht das Gefühl, dass der richtige Zeitpunkt da war, aber langsam werde ich ungeduldig. Mit 576 Seiten ist es ziemlich dick für sein Genre, aber ich freue mich auf jede einzelne davon.

All the light we cannot see (Anthony Doerr)
Wieder ein ernsteres Buch, denn hier geht es grob gesagt um ein blindes Mädchen während des zweiten Weltkriegs. Mehr weiß ich darüber bisher nicht, aber das Buch ist 529 Seiten dick und soll sehr eindrücklich sein, ich bin gespannt.

The Nobleman’s Guide to Scandal and Shipwrecks (Mackenzi Lee)
Dieser dritte und letzte Band der Reihe steht auch schon seit Release im Regal und ich freue mich auf die 592 Seiten. In den Vorgängerbänden sind sie nur so dahingeflogen.

[Rezension] Ein Tanz in Sturm und Schatten

Autorin: Solia Carmen
Verlag: Dunkelstern Verlag
Format: Taschenbuch / ebook
Seitenzahl: 288 / 291
Genre: High Fantasy, Jugendbuch
Preis: € 15,50 / € 2,69
Enthalten in Kindle Unlimited
Erscheinungstermin: 24.06.22 (ebook) / 25.07.22 (TB)
Reihe: –

Inhalt

Elaia ist Seiltänzerin bei Nacht, Tochter aus gutem Hause bei Tag. Während sie im Alltag darum kämpft, nach der Verbannung ihrer Mutter wieder zu einem angesehenen Mitglied der Gesellschaft zu werden, tritt sie bei Dunkelheit in der Nachtarena auf und riskiert dort ihr Leben, um das Publikum zu begeistern. Als der König ihr ermöglicht, bei einem Wettbewerb teilzunehmen, um gleichzeitig ein Auge auf eine mögliche Attentäterin zu haben, sagt sie aus mehreren Gründen begeistert zu. Allerdings scheint der Rat sie dort nicht haben zu wollen und lässt sie das deutlich spüren.

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