[Reihenrezension] Die Farben des Blutes

Autorin: Victoria Aveyard
Band 1: Die rote Königin
Band 2: Gläsernes Schwert
Band 3: Goldener Käfig
Band 4: Wütender Sturm
Bonus: Zerschlagene Krone

Seitenzahl (Erscheinungstermin)
512 (28. Mai 2015)
576 (1. Juli 2016)
640 (30. Juni 2017)
784 (12. Oktober 2018)
560 (1. Oktober 2020)

An „Die rote Königin“ hatte ich anhand der Inhaltsangabe nie besonderes Interesse. Obwohl die Grundidee spannend klang, habe ich es nach den ersten gelesenen Rezensionen als die Art Jugendbuch abgetan, von der ich schon mehr als genug gelesen habe, mit einer plötzlichen Liebesgeschichte und unnötigem Drama. Nach einer Empfehlung einer Kollegin habe ich dem Buch dann aber doch eine Chance gegeben und wurde positiv überrascht.

Zwar empfand ich die Lovestory tatsächlich als etwas spontan und nicht fundiert genug, aber diese steht gar nicht im Vordergrund. In Wirklichkeit geht es tatsächlich mehr um die Rebellion, um die Ungerechtigkeit des Machtverhältnisses und die Tatsache, dass dieses durch die auftauchende Fähigkeit bei einem Mädchen mit rotem Blut von Grund auf infrage gestellt wird.

Was mich dann aber tatsächlich überzeugt hat, sind die Plottwists. Ich hatte einen klaren Weg vor Augen, den die Handlung meiner Ansicht nach nehmen würde und ich wurde von der Autorin komplett vorgeführt, indem sie etwas getan hat, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte. An mehr als einer Stelle habe ich nur ungläubig auf die Seiten gestarrt, weil ich nicht glauben konnte, was gerade passiert war.

Ja, das Buch hat mich nicht vollends überzeugt, aber diese Unvorhersehbarkeit hat letztendlich zusammen mit einem Cliffhanger dafür gesorgt, dass ich die Reihe unbedingt weiter verfolgen wollte und das habe ich nicht bereut. Band 2 folgt einem anderen Spannungsbogen, denn über weite Teile lernen wir Figuren kennen, finden neue Dinge heraus und zwischendurch hat es mir zwar an Spannung gefehlt, aber die Entwicklung der Figuren und der Beziehungen untereinander steht hier sehr im Vordergrund und war richtig spannend mitzuverfolgen. So geht es auch in Band 3 weiter, denn alle haben mittlerweile sehr viel mitgemacht und das geht nicht spurlos an ihnen vorbei, was mir sehr gefallen hat. Es verhalten sich nicht alle Figuren perfekt und sie haben auch gar keinen Anspruch das zu tun und das hat mich sehr beeindruckt. Gerade im Jugendbuchbereich scheint man oft zu versuchen, perfekte Figuren zu erschaffen, die immer das Richtige tun und davon hat sich die Autorin gezielt abgewandt und damit viel realitätsnahere Figuren geschaffen. Zwar war ich als Leserin nicht mit allen Entscheidungen einverstanden, aber man wird immer wieder von den Handlungen überrascht, da es eben mehr Hintergründe gibt als man auf den ersten Blick sehen kann und es kein Schwarz und Weiß mehr gibt.

Insgesamt würde ich sagen, dass die Bücher nicht dem typischen Schema folgen, nach dem sich die Geschichte langsam aufbaut, bis es zum Showdown kommt, sondern sich gerade in Band 3 die actionreichen mit den entspannteren Szenen abwechseln und die Waage halten. Während der Anfang ein bisschen langwierig war, hat mich das Buch danach richtig gepackt und die 635 Seiten haben sich nicht nach viel angefühlt.

Im vierten und letzten Band startet es dann direkt aufregend und dieser Teil konnte mich von Anfang an wieder mehr packen. Die Geschichte folgt wieder einem Auf und Ab, was anhand der Seitenzahl nur logisch ist, denn bei 780 Seiten möchte wohl niemand, dass sich 700 davon nur ein großer Showdown aufbaut. Diesen gibt es dann aber natürlich trotzdem und ohne etwas zu verraten, kann ich sagen, dass ich mit dem Ende wirklich zufrieden bin. Es ist nicht unrealistisch perfekt oder unnötig kitschig und das fand ich super. Zwischenzeitlich kam mir das Buch etwas zu lang vor, aber ich bin nicht sicher ob es nicht daran liegt, dass ich einfach endlich wissen wollte, wie die Geschichte ausgehen wird, denn ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, gelangweilt zu sein.

Der Zusatzband ist eine ganz nette Erweiterung, aber nicht unbedingt notwendig. Es gibt viele Hintergrundinformationen, darüber wie die Königreiche entstanden sind und Informationen über die ganzen bisherigen Könige. Für mich war das aber viel zu viel und hat mich gar nicht interessiert, weshalb ich diese Passagen ehrlicherweise übersprungen habe. Daneben sind noch mehrere Kurzgeschichten enthalten, wobei die erste die Geschichte von Cals Mutter erzählt, bis zu ihrem Tod (CN Suizid). Danach folgt eine Erzählung über Kapitän Ashe, der eine Silberne auf seinem Boot mitnimmt und diese habe ich zwar gern gelesen, aber wirklich etwas gebracht hat es mir nicht, zumal ich mich nicht einmal erinnern kann, ob er in der Reihe überhaupt eine Rolle gespielt hat. Lediglich die Geschichte die Mare und Cal folgt und die Ereignisse der Tetralogie fortsetzt fand ich ein wenig aussagekräftiger und ich würde sie denen empfehlen, die noch ein wenig mehr Abschluss nach dem doch recht offenen Ende der Reihe möchten. Insgesamt finde ich den Zusatzband ganz lesenswert, wenn man noch nicht genug von der Welt und den Figuren hat, aber sehr viel habe ich daraus nicht mitgenommen.

Fazit

Insgesamt hat mich die Reihe positiv überraschen können. Es gab viele unerwartete Wendungen und ich habe geradezu an den Seiten geklebt. Dass es die eine oder andere Passage gab, in der die Spannung etwas nachgelassen hat, ist den Büchern bei dieser Länger durchaus verzeihbar. Besonders die starke Entwicklung der Figuren und die Tatsache, dass sie das Erlebte nicht ohne Spuren überwunden haben, hat mich überzeugt, Den Zusatzband kann man dafür aber getrost weglassen, wenn man kein Superfan ist, der jedes Detail über die Welt wissen möchte.

[Rezension] How to stop time

Autor: Matt Haig
Verlag: Canongate (deutsch: dtv)
Seitenzahl: 325
Reihe: –
Übersetzerin der deutschen Ausgabe: Sophie Zeitz

Inhalt

Tom Hazard wirkt wie ein normaler Geschichtslehrer in seinen Vierzigern, allerdings ist das nicht das erste Leben, das er führt. Geboren wurde er im sechzehnten Jahrhundert, aber er hat gelernt, sich zu verstecken und regelmäßig neu anzufangen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Aber wofür lohnt es sich zu leben, wenn man keinen Anker hat?

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Oktober Leseplanung

Hallo zusammen!

Wenn ihr mir schon lange folgt (und ich spreche von Jahren), dann kennt ihr vielleicht noch meine Leseplanungen, die ich mir eine Weile lang jeden Monat gemacht habe. Es hat mir richtig viel Spaß gemacht, mich am Anfang des Monats vor mein Regal zu stellen und zu schauen, welche Bücher mich gerade besonders ansprechen und welchen ich bald die Chance geben möchte, mich von sich zu überzeugen. Als die Zeit dann ein wenig knapper und das Leben stressiger wurde, ist das im Sande verlaufen und ich wollte lieber spontan auswählen, worauf ich gerade Lust habe. Da ich jetzt aber festgestellt habe, wie viele Bücher ich vor Jahresende eigentlich noch lesen wollte, ist jetzt ein guter Moment um das Lesen wieder etwas strukturierter anzugehen und mir zu überlegen, wie ich alle unterkriege und mich nicht ablenken lasse. Also los gehts, diesmal mit Schwerpunkt auf meine 21 für 2021 Challenge und mit Rücksicht auf meine aktuellen Büchereibücher.

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Der letzte erste Kuss (Bianca Iosivoni)
Zerschlagene Krone (Victoria Aveyard)
Delirium (Lauren Oliver)
The quiet at the end of the world (Lauren James)
How to stop time (Matt Haig)
Pacifica (Kristen Simmons)
Twin Souls – Die Verbotene (Kat Zhang)
Pushing the Limits (Katie McGarry)

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