Wieso Klassiker?

Die Überschrift ist diesmal absichtlich nicht ganz eindeutig formuliert. Natürlich kann man sich die Frage stellen, wieso bestimmte Bücher Klassiker geworden sind. Darum soll es heute allerdings nicht gehen – ich bin ohnehin auf keinen Fall qualifiziert, das zu beantworten – sondern darum, warum ich Klassiker lesen möchte. Gar keine bestimmten Klassiker, sondern ganz generell. Für mich gibt es da eine Handvoll Gründe.

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Punkt 1: Relevanz.

Das Buch ist scheinbar wichtig oder gut genug, um ein Klassiker geworden zu sein. Nicht jeder Roman aus der Vergangenheit ist heute noch bekannt oder wird sogar noch gelesen. Tausende veröffentlichte Bücher sind einfach wieder in Vergessenheit geraten und die meisten gibt es heute gar nicht mehr. Was macht also die heutigen Klassiker so besonders, dass sie die Zeit überdauert haben und immer noch mit Interesse gelesen werden? Irgendeinen Grund muss das haben und genau den möchte ich herausfinden.

Punkt 2: Bildungslücken.

Es gibt diese Klassiker, die jeder gelesen hat. Oder die Verfilmung gesehen. Oder zumindest grob weiß, worum es geht. Ich bin jemand, der sowas überhaupt nicht weiß. Auch wenn die Titel mir bekannt sind, weiß ich normalerweise rein gar nichts über den Inhalt. „Die Leiden des jungen Werther“? Goethe, klar. Aber worum es konkret geht? Keine Ahnung, aber ich denke, Werther ist über irgendetwas nicht gerade glücklich. Kommt das Thema mal zufällig in einem Gespräch auf (natürlich, weil ich ständig solche Gespräche führe), wird das natürlich ziemlich peinlich. Und wie geht man am besten dagegen an? Klar, man liest das Buch.

Punkt 3: Kontroverse Meinungen.

Bei kaum einer Gruppe Bücher gehen die Meinungen so stark auseinander wie bei Klassikern. Der eine liebt sie, der andere hasst sie. Oft geht es auch nur um ein konkretes Buch, das von vielen vergöttert wird, andere aber total öde fanden. Sowas finde ich super spannend und die beste Lösung ist da immer noch, sich eine eigene Meinung zu verschaffen. Selbst wenn ich hinterher zur Gruppe gehöre, die mit dem Buch nichts anfangen konnte, habe ich immerhin Gewissheit. Und kann mich auch dazu äußern, sollte es mal wieder entsprechenden Diskussionsstoff geben.

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Punkt 4: kein Zwang.

Für die Schule mussten viele Klassiker gelesen werden. Genossen hat man wohl die wenigsten davon, wenn man nicht zu den wenigen Glücklichen gehört, die es doch getan haben. Ich hatte damals schon allein deshalb keine Lust mehr auf die Bücher, weil ich gezwungen war, sie zu lesen. Mit einer entsprechenden Haltung bin ich schon an die Geschichte herangegangen und zusammen mit der meist schwierigen Schreibweise habe ich nur noch auf das Ende gewartet. (Das Ende des Buches, nicht DAS ENDE im apokalyptischen Sinne. Meistens.)
Die Zeit ist jetzt vorbei und ich kann völlig vorbehaltlos an ein Buch herangehen, wann immer ich Lust dazu habe. Aus diesem Grund möchte ich auch in Zukunft noch mal ein paar ehemalige Schullektüren rereaden und sehen, was ich heute von ihnen halte – wo ich älter bin, ein bisschen mehr Erfahrung mit Büchern habe und vor allem motiviert herangehen kann.

Punkt 5: Einblicke in die Vergangenheit.

Auf keine Art kann man einen realistischeren Einblick in vergangene Zeiten erhalten als durch Klassiker. Natürlich gibt es Geschichtsbücher oder historische Romane, allerdings wurden diese nicht von Zeitzeugen geschrieben und ob sich Dinge tatsächlich so abgespielt haben (oder haben könnten), kann niemand komplett verlässlich sagen. Auch bei Klassikern gibt es keine Garantie, dass die Geschehnisse zu hundert Prozent realitätsnah sind und tatsächlich das damalige Leben widerspiegeln, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr hoch. Diese Einblicke in die Gesellschaft, wie sie mal war, sind etwas, was wir ohne Klassiker nicht hätten. Zwar gibt es ziemlich verlässliche Quellen für geschichtlicher Ereignisse, aber um das gesellschaftliche Miteinander und den Alltag geht es dabei selten.

Punkt 6: spannende Geschichten.

Leider ist das ein Punkt, der oft sehr vernachlässigt wird, wenn es um Gründe für das Lesen von Klassikern geht. Denn was vielen nicht klar ist: Klassiker können genauso interessante, spannende und lustige Geschichten enthalten wie aktuelle Bücher. Die wenigsten Romane und Dramen wurden allein mit der Absicht einer cleveren Moral oder dem Quälen der zukünftigen Schüler geschrieben. In erster Linie dienten die meisten einfach der Unterhaltung und in diesem Hinblick kann und sollte man sie auch heute noch lesen. Wenn man auf versteckte Anspielungen und Deutungen steht und sich gerne Gedanken darüber macht: Super! Wenn nicht: auch super! Dann kann man das Buch auch komplett ohne Hintergedanken lesen und einfach die Handlung genießen.

Lest ihr gerne Klassiker? Was sind eure Gründe dafür oder eventuell auch dagegen?

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[Rezension] Kirschroter Sommer & Türkisgrüner Winter

Autorin: Carina Bartsch
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 512/464
Preis: €9,99
Reihe:
1. Kirschroter Sommer
2. Türkisgrüner Winter


Inhalt

Emely freut sich sehr, als ihre beste Freundin beschließt, von München nach Berlin zu ziehen, wo sie selbst lebt und studiert. Dass diese bei ihrem Bruder einzieht, freut sie allerdings ganz und gar nicht. Schon seit Jahren können sich die beiden nicht ausstehen und gehen sich aus dem Weg und nun begegnen sie sich zwangsläufig ständig. Das liegt allerdings auch daran, dass Elyas es darauf anzulegen scheint.


Meinung

Die Handlung des Romans ist für eine New Adult Geschichte nicht unüblich und war zudem ziemlich vorhersehbar. Trotzdem fesseln mich solche Bücher immer sehr und ich lese sie innerhalb von kurzer Zeit, auch wenn ich gewisse Kritikpunkte habe. Diese sind in diesem Genre ebenfalls oft ähnlich und so auch hier. Etwas was mich stört sind ständige Andeutungen auf etwas, was in der Vergangenheit passiert ist, der Leser aber erst spät erfährt. Das ist allerdings eindeutig Geschmackssache.

Emely mochte ich als Protagonistin in Band 1 sehr gerne. Sie studiert Literaturwissenschaft und als Leser identifiziert man sich durch ihre Liebe zu Büchern quasi automatisch etwas mit ihr. Was mir gefallen hat, ist dass ihr Studium in der Geschichte eine gewisse Rolle spielt und immer wieder angesprochen wird. Oft wird eine Uni ja nur als Schauplatz oder als Rahmenbedingung für die Handlung gewählt, aber hier geht es tatsächlich auch darum, dass Emely in Vorlesungen geht oder lernen muss, was eindeutig realistischer wirkt.
Sie ist schlagfertig, weiß was sie will und was sie nicht will und wehrt sich gegen Elyas ungewollten Annäherungsversuche.

Hier kommen wir auch direkt zu meiner Kritik. Elyas nutzt jede Gelegenheit um Emely zu treffen und lässt auch keine anzüglichen Sprüche oder Gesten aus, obwohl das alles ganz klar unerwünscht ist. Emely sagt ihm sicher hundert mal, dass er sie in Ruhe lassen oder gehen soll und er ignoriert sie einfach und macht genauso weiter wie bisher. Ihre beste Freundin und auch die anderen Charaktere finden das witzig, aber aus meiner Sicht ist das unverschämt und schlicht und einfach Belästigung. Für mich fiel das nicht mehr in die Kategorie „was sich liebt das neckt sich.“

Dieses Problem hat sich im zweiten Band glücklicherweise erledigt, allerdings störte mich dort etwas anderes. Da ich nicht spoilern möchte, sage ich natürlich nicht, worum es geht, aber für meinen Geschmack gibt es einfach viel zu viel unnötiges Drama. Meiner Meinung nach übertreibt Emely komplett und die Handlung besteht zu einem großen Teil aus überflüssigem Herzschmerz, der ganz leicht vermieden werden könnte, wenn irgendwer einfach mal mit dem jeweils anderen sprechen würde.

Ein Pluspunkt ist allerdings, dass Familie eine relativ große Rolle spielt und die Charaktere nicht einfach die Existenz ihrer Eltern vergessen, sobald sie zu Hause ausziehen und ihr Studium beginnen, sondern regelmäßig mit ihnen telefonieren oder sie besuchen. Diese Darstellung hat mir gefallen.


Fazit

Eine New Adult Geschichte, deren Plot ich nicht schlecht, aber auch nicht besonders innovativ fand. Die Belästigung der Protagonistin durch den männlichen Hauptcharakter im ersten Band ging für mich gar nicht, während der zweite Band nur so vor unnötigem Drama strotzt. Ich selbst würde die Bücher eher nicht weiterempfehlen, aber da es Unmengen an begeisterten Rezensionen gibt, solltet ihr selbst entscheiden, ob meine Kritikpunkte euch auch stören würden oder ob ihr über sowas hinwegsehen könnt.

Wochenrückblick KW36


Privat

Und schon wieder ist eine Woche vorbei. Die Ferien vergehen wie im Flug, obwohl ich gar nichts spektakuläres mache. Meine Eltern sind eine Woche im Urlaub, für mich bedeutet das allerdings nur, dass ich statt in meinem Zimmer im Wohnzimmer lese und Serien schaue. Und selber für mein Essen sorgen muss, aber das ist zur Abwechslung auch mal ganz cool, da ich sonst nie koche.

Damit habe ich im Prinzip schon den Großteil meiner Woche zusammengefasst. Unfassbar, wie unspektakulär mein Leben aktuell ist, aber mir macht das gar nichts aus. Und es macht sich eindeutig in meinem Leserückblick bemerkbar.


Bücher

In der verganenen Woche habe ich fünf Bücher gelesen. F ü n f. Wenn man so nicht sinnvoll seine Zeit nutzt, wie dann?

Das erste war Tears ’n‘ Kisses von Kiersten White, der Abschluss der Trilogie Lebe lieber übersinnlich. Ich mag die Reihe super gerne, weil sie süß und witzig ist, dabei aber nicht unspannend. Dazu lässt sie sich unfassbar schnell lesen. Große Empfehlung!

Als nächstes habe ich spontan Kirschroter Sommer angefangen, was zu den ersten Büchern auf meinem Kindle gehörte und dementsprechend schon etwa 5 Jahre darauf verbracht hat. Es wurde also eindeutig Zeit und ich habe es endlich verschlungen. Meine Meinung dazu ist aber eher gespalten, dazu folgt aber noch ein gesonderter Beitrag.
Türkisgrüner Winter habe ich dann direkt angeschlossen, weil mich die Geschichte trotz meiner Kritik gefesselt hat und ich wissen musste, wie sie ausgeht.

Meine Schwester hat mir Ist meine Hose noch bei euch? mitgebracht, was zu den SMS von gestern Nacht Büchern gehört. Band 1 fand ich damals super witzig, aber entweder war dieser schlechter oder mein Humor hat sich einfach verändert. Hier war ich jedenfalls eher gelangweilt, vieles hat sich wiederholt und das meiste war schlicht und einfach nicht witzig.

Als letztes habe ich gestern den ersten Band der Hex Hall Trilogie begonnen, die ich endlich komplett im Regal habe. Mir hat er auch sehr gefallen und ließ sich außerdem sehr schnell lesen, sodass ich das Buch noch am gleichen Abend beendet habe. Der zweite Band wird gleich direkt folgen, ich bin nämlich gespannt was die Geschichte noch bringen wird. Vielleicht wird dazu auch noch eine Rezension kommen.


Gesehen

Geschaut habe ich diese Woche die dritte und leider auch letzte Staffel Perception. Sie wurde leider mittendrin abgebrochen, was ich super schade finde, weil die Serie echt fantastisch ist. Es geht um einen Psychologieprofessor, der dem FBI bei Fällen hilft, gleichzeitig aber selber schizophren ist, was einen sehr interessanten Aspekt mit in die Story bringt. Ich hätte sehr gern mehr davon gesehen, aber das Ende war immerhin nicht ZU offen. Schaut unbedingt mal rein!

Ausnahmsweise habe ich auch mal einen Film gesehen, nämlich Bee Movie. Das liegt einzig und allein daran, was ich darüber im Internet gehört und gesehen habe, muss ich sagen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich den Film tatsächlich witzig fand und nicht bereue, ihn geschaut zu haben. Auch wenn ich relativ oft „WAS“ gerufen habe.

Momentan schaue ich die fünfte und letzte Staffel Orphan Black und bin unfassbar gespannt auf die letzten Folgen und das Ende. Ich wurde schon vorgewarnt, dass es noch mal so richtig dramatisch wird. Fall die Serie euch nichts sagt: Es geht um eine junge Frau, die beobachtet, wie jemand Selbstmord begeht, nämlich jemand der exakt so aussieht wie sie. Sie muss dann feststellen, dass das nicht die Einzige war und sie beide zu einer Gruppe von Klonen gehören. Super interessant und spannend und ich bin immer noch unfassbar beeindruckt von der Schauspielerin, die so viele unterschiedliche Rollen spielen kann.


Klickempfehlungen

Andere Blogs sind bei mir diese Woche etwas kürzer gekommen, da ich so viel Zeit mit dem Lesen von Büchern verbracht habe, aber ein paar Beiträge sind mir dennoch positiv aufgefallen, die ich mit euch teilen möchte. Diesmal habe ich sogar daran gedacht, sie mir abzuspeichern, damit ich nicht im Nachhinein suchen muss.

Charline sind bei ihrem Praktikum in einem Verlag einige Dinge aufgefallen, die für die Übersichtlichkeit auf Blogs wichtig sind und in diesem Beitrag stellt sie diese vor.

Bei Isabella gibt es einen Beitrag über 7 Dinge in Büchern, die wir wirklich mal klären sollten und über einige davon habe ich mir selbst schon Gedanken gemacht. Haben Buchcharaktere etwa keine normalen Körperfunktionen?

Saskia hat einen Artikel darüber geschrieben, wie Verlage uns teilweise mit dem Marketing eines Buches in die Irre führen, weil sie eine bestimmte Zielgruppe ansprechen wollen.

Was ist eigentlich aus meinen Vorsätzen geworden?

Wie so viele andere auch, liebe ich es, mir am Anfang des Jahres bestimmte Dinge vorzunehmen – um sie dann nach ein paar Monaten wieder zu vergessen. Da wir mittlerweile schon September haben, dachte ich, es wäre ein guter Zeitpunkt, um noch mal zurückzublicken. Den entsprechenden Beitrag, auf den ich mich beziehe, findet ihr hier, ich kopiere die Punkte aber auch noch mal.
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  • neue Bücher direkt lesen

Dieser Punkt läuft nicht perfekt, sieht aber wirklich gut aus. Von bisher 26 neuen Büchern in diesem Jahr habe ich 21 bereits beendet und an die übrigen werde ich mich auch bald machen. So kann ich vermeiden, dass die Bücher wieder auf meinem SuB landen, bis sie mich nicht mehr interessieren.

  • die 5 ältesten Bücher auf dem SuB lesen

Genau das ist nämlich mit diesen hier passiert. Welche genau die ältesten meiner Bücher sind, kann ich nicht mehr nachverfolgen, aber die bereits gelesenen Kandidaten sind…
nur „Immortal Beloved“. Immerhin ein Anfang, aber ich werde mir das mal ganz gezielt vornehmen müssen, sonst wird das nichts.

  • 10 Klassiker lesen

Hier sieht es schon besser aus. Meine bisher gelesenen Klassiker sind Alice’s Adventures in Wonderland, Through the Looking Glass, Around the World in 80 Days, Mrs Dalloway’s Party und Animal Farm. Die Hälfte ist damit geschafft und gerade das erste und das letzte Buch haben mir sehr gefallen.

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  • 10 Reihen beenden

Hier könnte es auch schlechter laufen. Beendet sind bisher die Rockstars Reihe von Teresa Sporrer, Incarceron, Alice im Wunderland, Mythos Academy, Flawed und Godspeed. Es fehlen also nur noch 4 und ich habe so einige Reihen, bei denen mir nur noch der letzte Band fehlt und die ich wirklich gerne abschließen würde. Dafür habe ich aber auch einen Haufen neue Reihen angefangen.

  • 5 Bücher rereaden

Hierfür möchte ich nur Rereads zählen, die nicht „notwendig“ sind, um die Reihe weiterzulesen. Also komplett freiwillig und nicht nur Gedächtnisstütze. Dazu zählen bisher „Tote Mädchen lügen nicht“, „Feuerherz“ und „Fangirl“. Zu den ersten beiden habe ich jeweils einen Beitrag (hier und hier) geschrieben. Da das alles Bücher sind, die mich auch beim zweiten Mal noch begeistern konnten, ist meine Motivation hier stark gestiegen.

  • den SuB reduzieren

Ja, es läuft. Langsam. Begonnen habe ich mit 160, gerade bin ich bei 146. Ein Zwischenziel (150) ist damit erreicht, aber es soll natürlich noch einiges mehr werden.

Bücher, die ich auf jeden Fall lesen möchte:
  • Clockwork Princess
  • Die Auslese 2+3
  • Tears n Kisses
  • A Feast for Crows + A Dance with Dragons
  • Partials 3
  • Incarceron + Sapphique

Von diesen habe ich bisher nur die beiden A Song of Ice and Fire Büchern und Incarceron und Sapphique gelesen. Alle mochte ich sehr und bin froh, dass ich es geschafft habe. Gerade bei ersteren war das ja eine ganz schöne Aufgabe 😀 Die restlichen genannten Bücher möchte ich aber wirklich noch sehr gern lesen und sie stehen nicht als Zwang hier, sondern weil ich wirklich, wirklich gespannt bin und wissen möchte, wie die entsprechenden Reihen ausgehen. Einige davon muss ich mir aber vorher noch zulegen.


Ihr seht also, das Ergebnis ist eher durchwachsen, bei den meisten Aufgaben bin ich aber optimistisch. Gerade weil ich noch bis Mitte Oktober Semesterferien habe, habe ich einiges an Gelegenheit, aufzuholen. Außerdem werde ich die Aufgaben mal ein bisschen mehr im Blick behalten. Denn wer hätte es gedacht – man hält Vorsätze schlecht ein, wenn man ihre Existenz vergisst.


 

Habt ihr euch Dinge für dieses Jahr vorgenommen? Buchig oder unbuchig? Und haltet ihr euch auch daran oder lasst ihr es von vornherein?

[Damals und heute] Feuerherz

Damals und heute ist eine Kategorie, in der ich vergleiche, ob sich meine Meinung zu einem Buch beim zweiten Lesen verändert hat. In diesem Fall handelt es sich um mein Jahreshighlight 2013 und vorab kann ich schon mal sagen, dass es mir immer noch sehr gefällt. Zu meiner Rezension kommt ihr hier.

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Autorin: Jennifer Wolf
Verlag: impress
Format: ebook
Preis: €3,99
Seitenzahl: 284
Reihe: –

Feuerherz ist ein Jugendbuch im Urban Fantasy Bereich, über das ich inhaltlich gar nicht so viel verraten möchte. Es konnte mich mit seinem Fantasy-Aspekt nämlich beim ersten Mal überraschen, was ich schon in meiner damaligen Rezension positiv erwähnt habe. Aus diesem Grund möchte ich das auch hier nicht vorweg nehmen, auch wenn der Titel natürlich einen ganz guten Hinweis liefert.

Was mir damals gefallen hat, ist dass sich die Protagonistin schon im Prolog selbst vorstellt. Beim zweiten Mal konnte mich das nicht mehr so überzeugen, weil es etwas von Info-Dumping hat und einige der Informationen gar nicht explizit hätten erwähnt werden müssen und andere hätte man eleganter in die Handlung einbringen können, gerade über die Hintergründe ihrer Familie.

Dass Lissy kein Blatt vor den Mund nimmt und sagt, was sie denkt, gefällt mir hingegen immer noch. Sie schreckt auch vor sehr expliziten Aussagen nicht zurück und das hebt sie deutlich von den meisten YA-Protagonistinnen ab, die noch keinerlei sexuelle Erfahrungen gemacht haben und auch niemals so offen darüber sprechen würden.
Der Sexualhumor war mir manchmal zwar etwas zu überzogen, aber insgesamt durchaus witzig. Trotzdem war mir einiges ein bisschen zu sehr auf lustig getrimmt, indem die Charaktere immer mal wieder bekannte witzige Sprüche bringen, die sie – wie sie selber zugeben – auf Facebook gefunden haben. Mir gefiel das nicht immer, aber es ist durchaus nicht unrealistisch für Gespräche zwischen Jugendlichen (aber vielleicht nicht mehr mit 17?). Einen Pluspunkt gibt es hier auch schon allein für die Existenz von guten Freunden, die mit dem Auftauchen des Loveinterests nicht sofort vergessen sind, sondern weiterhin eine Rolle spielen.

Ilian ist ein toller Hauptcharakter und von der ersten Sekunde an sympathisch. Einen riesigen Pluspunkt bekommt er dafür, dass er zwar Teil der „perfekten“ Clique ist, mit der sich Lissys eigene Clique nicht versteht, aber er selbst hat ihnen nie etwas getan und wirkt nicht mal abweisend. Damit unterscheidet auch er sich vom typischen Badboy, der sich ganz plötzlich in die Protagonistin verguckt und seinen ganzen Charakter ändert. So ist es auch authentisch, dass Lissy schon ewig heimlich in ihn verliebt ist und ich kann es ihr gar nicht verübeln. Super ist außerdem, dass es keine Liebe auf den ersten Blick ist und gerade die erste Phase, in der Lissy das erste Mal richtigen Kontakt zu Ilian hat und alles genauestens mit ihrer besten Freundin bespricht, fand ich sehr sympathisch und realistisch.

Was mir auch gefiel ist die Spannungskurve. Sie geht nicht ständig bergauf, erreicht kurz vor Schluss ihren Höhepunkt und fällt dann rapide wieder ab, sondern es gibt ein ständiges auf und ab, wodurch immer mal wieder etwas Aufregendes passiert, dazwischen aber eher ruhige Phasen sind, in denen sich die Autorin auf die Beziehungen zwischen den Charakteren und deren Empfindungen konzentriert.

Der Schreibstil ist jugendlich und eher umgangssprachlich, wirkt dabei aber nicht zu niveaulos oder gewollt. Er lässt sich leicht lesen und ist authentisch für die 17-jährige Hauptfigur, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird.

Mein damaliges Fazit („Ein Buch mit tollen Protagonisten, das gleichzeitig unglaublich witzig, spannend und mitreißend ist. Sehr zu empfehlen!“) kann ich also noch so unterschreiben. Nur für die manchmal etwas zu gewollten Witze muss ich ein bisschen an der Bewertung abziehen, komme aber immer noch auf 4,5/5 Punkten.

Wochenrückblick KW35

Die Zeit vergeht aktuell so schnell, dass ich gar nicht mitbekommen habe, dass schon wieder eine Woche vorbei ist. Vielleicht werde ich es ja irgendwann wieder schaffen, den Beitrag pünktlich am Sonntag hochzuladen, aber dafür brauche ich erst wieder ein Gefühl für die Wochentage, das fehlt mir aktuell nämlich völlig. Ist wohl ein Nebeneffekt der Ferien.

Wochenrückblick


Privat

Diese Woche war bei mir tatsächlich kaum etwas los. Die Woche über habe ich meine Zeit hauptsächlich mit…. ich weiß gar nicht, womit ich meine Zeit genau verbracht habe. Ich habe auf jeden Fall viel gelesen, Serien geschaut, Blogs gelesen und wahrscheinlich hauptsächlich Fallout New Vegas gespielt.

Ich bin froh, dass ich das Spiel in den Ferien begonnen habe, weil ich in der Unizeit sonst zu nichts anderem mehr gekommen wäre. Ich habe völlig vergessen, wie süchtig diese Reihe macht, nachdem ich vor einiger Zeit begeistert den Vorgänger gespielt habe. Anlass dafür war damals der Hype um das Erscheinen von Fallout 4, aber ich beginne ungern mit dem neuesten Teil einer Reihe, selbst wenn es keine zusammenhängende Handlung gibt.

Wenn ihr Videospiele mögt, kann ich euch die Spiele sehr ans Herz legen. Auch wenn ich normalerweise nicht gerne lange (virtuelle) Strecken laufe, verbringe ich hier gern viel Zeit damit, die Gegend zu erkunden und die vielen Orte zu entdecken.

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Am Wochenende konnte ich mich dann doch noch mal von meinem Zimmer losreißen und habe einen halben Tag in Düsseldorf verbracht, wo das Edelweißpiraten Festival stattfand, was an den damaligen Widerstand der Jugend gegen den Nationalsozialismus erinnern soll.

Am Sonntag ging es dann nach Holland, weil ein Gartencenter dort Erdmännchen-Nachwuchs hat. Lacht ruhig, aber für mich ist das ein völlig valider Grund!


Bücher

An dieser Stelle gibt es normalerweise meine Leseplanung zu sehen, aber für diesen Monat habe ich keine. Ich bin unsicher, worauf ich aktuell Lust habe und kann mir deshalb noch nicht vorher überlegen, was ich lesen möchte, sondern entscheide mal komplett spontan.

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In der letzten Woche habe ich endlich, endlich Fangirl noch mal gelesen. Ich habe es bereits vor ein paar Jahren gelesen, nachdem ich es in Oxford gekauft habe und habe es geliebt. Das ist zum Glück auch beim zweiten Mal so geblieben. Dazu habe ich immer wieder zur deutschen Version gewechselt und stellenweise die Übersetzung mit dem Original verglichen, was echt interessant war. Wobei ich sagen muss, dass einige Stellen mir da etwas negativ aufgefallen sind, aber das ist ja auch wirklich nicht einfach.

Dann habe ich Tears ’n‘ Kisses begonnen, den Abschluss der Flames ’n‘ Roses oder Lebe lieber übersinnlich Trilogie. Den Großteil des Buches habe ich heute bereits gelesen und ich unterbreche es nur für diesen Beitrag, bevor ich mich an die letzten 80 Seiten mache und endlich erfahre, wie die Reihe endet. Ich bin allerdings traurig, dass es danach vorbei ist, weil ich die Bücher wirklich gern mag.


Serien

Viel habe ich diese Woche gar nicht geschaut, aber ich bin ein paar Folgen in Grace & Frankie voran gekommen. In dieser Serie stehen zwei ältere Frauen im Mittelpunkt, deren Männer sie gerade verlassen haben – füreinander. Jetzt müssen sie damit zurechtkommen, dass ihre Männer sich nach vielen Ehejahren plötzlich geoutet haben und tun sich dafür zusammen. Das läuft allerdings ziemlich chaotisch, da sie völlig unterschiedlich sind. Ich mag die Serie ganz gern, weil der Plot ungewöhnlich und die Umsetzung witzig ist.

Daneben habe ich gerade angefangen, die dritte Staffel Perception zu schauen. Leider war sie bei Amazon Video noch nicht verfügbar, als ich die Serie angefangen habe (ist sie mittlerweile aber) und ich bin wieder darauf gestoßen, als ich mir das Angebot von Sky Ticket angeschaut habe. Weil ich die Serie seeehr mochte, freue ich mich total darauf, weiterzuschauen. Nur schade, dass sie nach dieser Staffel leider abgesetzt wurde.


Klick-Tipps

Yvonne erzählt, wieso sie gerne mehrere Bücher parallel liest. Gefällt mir sehr, weil ich ihre Ansicht gut nachvollziehen kann.

Viele Blogger stellen regelmäßig Neuerscheinungen vor, aber bei Felia geht es darum, welche Bücher sie sich in den nächsten Verlagsprogrammen wünschen würde und wie wahrscheinlich es ist, dass das tatsächlich passiert.

Auf dem Blog Bookpalast geht es darum, ob man sich mit dem Bloggen automatisch den Spaß am Lesen kaputt macht. Ich finde: nein. Nur, wenn man sich selbst zu viel Stress macht, aber das muss jeder für sich entscheiden und kommt nicht zwangsläufig vom bloggen.

Elif veranstaltet eine Russian Reading Challenge, bei der es darum geht, von September bis Dezember monatlich jeweils ein Buch mit Russlandbezug zu lesen. Da muss ich gleich mal schauen, ob ich was passendes habe oder finde, womit ich vielleicht teilnehmen könnte.