[Rezension] iBoy

Das ist zwar erst mein 2. Buch von Kevin Brooks, aber seine Bücher scheinen immer ein ernstes Thema zu behandeln. In Lucas ging es hauptsächlich um Vorurteile,  in iBoy um Gangs und Gewalt.
Mich fasziniert es besonders, wie gut der Autor sich in Jugendliche (auch Mädchen) hineinversetzen und passend aus deren Sicht erzählen kann, obwohl er selbst schon älter ist.
Man lernt in diesem Buch eine Menge, auch weil am Anfang jedes Kapitels (die auch noch mit dem Dualsystem/Binärsystem nummeriert sind) ein kurzer Auszug aus einem Buch, einem Song oder von einer Website ist, der meist etwas erklärt, was für die Handlung des Buches wichtig ist (z.B. Begriffe und Definitionen).

Inhalt: Tom ist gerade auf dem Nachhauseweg, als er ein iPhone auf den Kopf bekommt. Es wurde aus dem 30. Stock aus dem Fenster geworfen und zertrümmert seinen Schädel. Dabei gelangen einige Teile des Smartphones in sein Gehirn und verbinden sich damit. Dadurch bekommt Tom unglaubliche Kräfte. Er kann nun alles, was ein iPhone auch kann, und sogar noch mehr – und das alles nur durch seinen Kopf. Während Toms „Unfalls“ wurde Lucy, das Mädchen, in das er schon seit Jahren verliebt ist, vergewaltigt. Durch seine Kräfte findet Tom heraus, wer die Typen waren und rächt sich an ihnen. Um dabei nicht erkannt zu werden, nennt er sich iBoy.


Meinung:
Charaktere:
Tom bzw. iBoy fand ich als Charakter sympathisch. Er liebt Lucy schon seit die beiden Kinder waren, aber hat sich nie getraut es ihr zu sagen. Wenn es aber darum geht, sie oder seine Großmutter (seine Mutter ist gestorben, als er ein Baby war und seinen Vater kennt er nicht) zu schützen, ist er ganz und gar nicht auf den Mund gefallen und verteidigt sie.
Was seine Kräfte angeht war er zunächst natürlich geschockt, aber er hat schon bald gelernt, damit klarzukommen und umzugehen und wusste sie nützlich einzusetzen.
Man merkt, dass er an das Gute im Menschen glaubt und auch selbst nichts Böses tun will, aber weil es um Lucy geht, kann er das nicht mehr genau auseinander halten.

Lucy lernt man nicht so gut kennen. Nach ihrer Vergewaltigung ist sie verständlicherweise sehr verstört, versteckt sich in der Wohnung und redet kaum. Nach einiger Zeit erholt sie sich aber davon und wird Tom gegenüber offener. Sie scheint allgemein sehr nett, lustig und hilfsbereit zu sein, was aber natürlich durch ihr Erlebnis getrübt wird.

Geschichte:
Die Idee, die hinter dem Buch steckt, fand ich so faszinierend, dass ich es mir unbedingt kaufen musste. Ich selbst habe zwar kein iPhone, aber durch Bekannte weiß ich einiges darüber.
Es war ein ganz normaler Junge, der durch einen Zufall Superkräfte bekommt. Er nutzt diese aber nicht, um die Welt zu retten, sondern nur, um seine Freundin zu rächen. Er verletzt die Typen, die ihr das angetan haben oder liefert sie der Polizei aus. Weil er in einem gefährlichen Viertel lebt, kommt er damit aber nicht ohne weiteres davon, denn Gangs nehmen nun mal keine große Rücksicht auf jemanden, der ihren Mitgliedern Schaden zugefügt hat.
Trotz, oder eben wegen, Toms Kräften läuft die ganze Sache aus dem Ruder…

Fazit:
Auch ohne zu recherchieren kann ich sagen, dass die Geschichte absolut neu und total genial ist. Das Buch war durchgehend interessant und spannend und es ist schade, dass es so kurz ist.

Das Buch ist im dtv Verlag erschienen, hat 297 Seiten und kostet broschiert €13,90.

4 Kommentare zu „[Rezension] iBoy

  1. Guten Morgen,
    ich habe iBoy als Hörbuch angefangen, aber bin recht schnell wieder ausgestiegen, weil mich die Geschichte nicht fesseln konnte. Vielleicht muss ich dem Buch dann wohl doch nochmal eine Chance geben. Du warst ja sehr begeistert. Manchmal liegt es auch am Sprecher… mal sehen…
    Hab einen schönen Montag
    LG
    Yvonne
    #litnetzwerk

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    1. Guten Morgen!
      Das ist nun auch schon eine gaaanze Weile her, ich weiß nicht ob es mich immer noch so überzeugen würde. Ich kenne aber das Problem, von Hörbüchern weniger gefesselt zu sein, als von gedruckten. Echt blöd, dass man da manchmal schwer feststellen kann, ob es an der Geschichte oder dem Format liegt.
      Ich hoffe es gefällt dir, solltest du der Geschichte noch mal eine Chance geben.
      Liebe Grüße!

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