[Rezension] Ghetto Bitch

Autor: Gernot Griksch
Verlag: Dressler
Format: Hardcover
Seitenzahl: 319
Preis: €14,99
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Reihe: –

Inhalt:
Nele hat alles. Ihre Familie hat Geld, sie hat eine tolle beste Freundin und den perfekten Freund, für den sie alle beneiden. Dann verliert sie plötzlich durch einen Autounfall ihren Vater und muss feststellen, dass er seiner Familie nichts als Schulden hinterlassen hat. Von heute auf morgen muss sie mit ihrer Mutter und ihrem Bruder ins Ghetto ziehen, was das schlimmste ist, was sie sich vorstellen kann. Nun muss sie sich dort wohl oder übel zurechtfinden.
Meinung:
Nele erfüllt zu Beginn des Buches perfekt das Klischee des reichen Mädchens, das selbst totale Vorurteile über arme Viertel und deren Bevölkerung hat. Das macht das Thema des Buches aus, da sie dadurch besonders rausfällt und sich nun dort zurechtfinden und so gut wie möglich an die anderen anpassen muss, um nicht allzu sehr aufzufallen.
Was mich allerdings sehr gestört hat ist, dass sich diese Vorurteile zu einem großen Teil als wahr herausgestellt haben. Ihre Mitschüler sprechen schlecht Deutsch, nutzen wirklich die klischeehafte Ghetto-Sprache und ein großer Teil ist kriminell und niemand wundert sich darüber oder stört sich daran. Ich kann nicht behaupten, in der Hinsicht Experte zu sein und kann nicht sagen, ob sie nicht vielleicht wirklich zu einem Teil wahr sind, aber ich hätte schon erwartet, dass davon einiges widerlegt wird und nicht nur wenige Ausnahmefälle gezeigt werden.
Wie Nele sich nach einiger Zeit dort verhält hat mir allerdings recht gut gefallen. Sie verliert ihre Abneigung und passt sich wirklich an und ist nach einer Weile auch nicht mehr so oberflächlich. Meine liebste Hauptfigur wurde sie dennoch nicht, aber sie war okay. Die Entwicklung, die sie durchgemacht hat, hat mir sehr gefallen, auch wenn sie weiterhin viele Fehler macht.
Die anderen Charaktere waren wie gesagt recht klischeehaft. Angefangen bei sowohl den alten als auch den neuen Mitschülern, aka den typisch reichen und typisch armen und asozialen Mitschülern, aber auch bis hin zu Neles Bruder Timo. Er liebt Musik und hört Metal und natürlich hat er lange Haare, ist dick und ungewaschen und Einzelgänger. Hallo?

Das gehört wieder zu den Dingen, die mich sehr gestört haben, da auch er damit genau dem negativen Stereotyp entspricht.

Außerdem war die Liebesgeschichte für mich nicht besonders glaubwürdig. Gerade zum Ende hin konnte ich gar nicht mehr nachvollziehen, dass sie überhaupt noch vorhanden war und wieso die beiden noch zusammen sind. Es wirkt für mich, als wäre das nur aus Happy-End-Gründen passiert.

Davon mal abgesehen konnte mich das Buch trotzdem unterhalten. Es war interessant und etwas witzig, die Hauptfigur so völlig deplatziert in ihrer neuen Umgebung zu sehen und mitzuerleben, wie sie sich nach und nach verändert und welche Probleme sie dabei hat.
Neben Vorurteilen spielten auch Familie und Freundschaft eine Rolle, ersteres aber nicht ganz so sehr wie ich gehofft hatte.
Fazit:
An diesem Roman hat mir der Umgang mit Vorurteilen nicht gefallen, aber davon abgesehen war es eine unterhaltsame Geschichte, an der mir besonders die Entwicklung der Hauptfigur gefallen hat.
3/5 Punkten

2 Kommentare zu „[Rezension] Ghetto Bitch

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