[Rezension] Kirschroter Sommer & Türkisgrüner Winter

Autorin: Carina Bartsch
Verlag: rororo
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 512/464
Preis: €9,99
Reihe:
1. Kirschroter Sommer
2. Türkisgrüner Winter


Inhalt

Emely freut sich sehr, als ihre beste Freundin beschließt, von München nach Berlin zu ziehen, wo sie selbst lebt und studiert. Dass diese bei ihrem Bruder einzieht, freut sie allerdings ganz und gar nicht. Schon seit Jahren können sich die beiden nicht ausstehen und gehen sich aus dem Weg und nun begegnen sie sich zwangsläufig ständig. Das liegt allerdings auch daran, dass Elyas es darauf anzulegen scheint.


Meinung

Die Handlung des Romans ist für eine New Adult Geschichte nicht unüblich und war zudem ziemlich vorhersehbar. Trotzdem fesseln mich solche Bücher immer sehr und ich lese sie innerhalb von kurzer Zeit, auch wenn ich gewisse Kritikpunkte habe. Diese sind in diesem Genre ebenfalls oft ähnlich und so auch hier. Etwas was mich stört sind ständige Andeutungen auf etwas, was in der Vergangenheit passiert ist, der Leser aber erst spät erfährt. Das ist allerdings eindeutig Geschmackssache.

Emely mochte ich als Protagonistin in Band 1 sehr gerne. Sie studiert Literaturwissenschaft und als Leser identifiziert man sich durch ihre Liebe zu Büchern quasi automatisch etwas mit ihr. Was mir gefallen hat, ist dass ihr Studium in der Geschichte eine gewisse Rolle spielt und immer wieder angesprochen wird. Oft wird eine Uni ja nur als Schauplatz oder als Rahmenbedingung für die Handlung gewählt, aber hier geht es tatsächlich auch darum, dass Emely in Vorlesungen geht oder lernen muss, was eindeutig realistischer wirkt.
Sie ist schlagfertig, weiß was sie will und was sie nicht will und wehrt sich gegen Elyas ungewollten Annäherungsversuche.

Hier kommen wir auch direkt zu meiner Kritik. Elyas nutzt jede Gelegenheit um Emely zu treffen und lässt auch keine anzüglichen Sprüche oder Gesten aus, obwohl das alles ganz klar unerwünscht ist. Emely sagt ihm sicher hundert mal, dass er sie in Ruhe lassen oder gehen soll und er ignoriert sie einfach und macht genauso weiter wie bisher. Ihre beste Freundin und auch die anderen Charaktere finden das witzig, aber aus meiner Sicht ist das unverschämt und schlicht und einfach Belästigung. Für mich fiel das nicht mehr in die Kategorie „was sich liebt das neckt sich.“

Dieses Problem hat sich im zweiten Band glücklicherweise erledigt, allerdings störte mich dort etwas anderes. Da ich nicht spoilern möchte, sage ich natürlich nicht, worum es geht, aber für meinen Geschmack gibt es einfach viel zu viel unnötiges Drama. Meiner Meinung nach übertreibt Emely komplett und die Handlung besteht zu einem großen Teil aus überflüssigem Herzschmerz, der ganz leicht vermieden werden könnte, wenn irgendwer einfach mal mit dem jeweils anderen sprechen würde.

Ein Pluspunkt ist allerdings, dass Familie eine relativ große Rolle spielt und die Charaktere nicht einfach die Existenz ihrer Eltern vergessen, sobald sie zu Hause ausziehen und ihr Studium beginnen, sondern regelmäßig mit ihnen telefonieren oder sie besuchen. Diese Darstellung hat mir gefallen.


Fazit

Eine New Adult Geschichte, deren Plot ich nicht schlecht, aber auch nicht besonders innovativ fand. Die Belästigung der Protagonistin durch den männlichen Hauptcharakter im ersten Band ging für mich gar nicht, während der zweite Band nur so vor unnötigem Drama strotzt. Ich selbst würde die Bücher eher nicht weiterempfehlen, aber da es Unmengen an begeisterten Rezensionen gibt, solltet ihr selbst entscheiden, ob meine Kritikpunkte euch auch stören würden oder ob ihr über sowas hinwegsehen könnt.

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2 Kommentare zu „[Rezension] Kirschroter Sommer & Türkisgrüner Winter

  1. Danke! Endlich mal jemand, die bei diesen Büchern total meiner Meinung ist! 😀
    Als die damals von rowohlt neu aufgelegt wurden, nachdem sie vorher im Selbstverlag erschienen und da wohl schon sehr erfolgreich waren, wurden die richtig gehypet und ich fand sie so lala.

    Mir ging es damit (und mit solchen Büchern allgemein) so, wie du sagst: Sie lasen sich schnell und ich fand sie ab und an auch ganz lustig, aber sie waren sehr vorhersehbar. Und diese Andeutungen haben mich bei den letzten Büchern, die ich gelesen habe, auch enorm aufgeregt :D! Immer dieses betonte Drama…

    Irgendwie scheint es ja leider in zu sein, männliche Buchfiguren zu erschaffen, die sich der Protagonistin gegenüber eigentlich unmöglich verhalten. Mal sind sie aufdringlich, mal kontrollsüchtig und dominant, …

    Ich erinnere mich grad nicht mehr, was mich im zweiten Teil genervt hat, aber es hatte glaub ich auch was mit dem Drama zu tun.
    So, ich hab grad nochmal meine Rezension nachgelesen und offenbar haben mich die Minderwertigkeitskomplexe der Protagonistin extrem genervt und die „Auflösung“ nicht überrascht und es war mir zu kitschig.

    Ich fand die Reihe okay, hab sie aber danach vertauscht, was bei mir immer heißt, dass ich die Bücher weder nochmal lesen würde noch jemandem leihen würde. Die ganzen begeisterten Rezensionen kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber manchen gefällts.

    Liebe Grüße
    Charlie

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    1. Puh, schön dass du meiner Meinung bist. Ich kannte von anderen nämlich auch nichts anderes als den Hype und kann das wirklich nicht nachvollziehen. Es liest sich wirklich gut und ist unterhaltsam, ich hab es auch fast innerhalb von einem Tag gelesen, weil ich nicht aufhören wolle, ABER das macht ja noch kein gutes Buch aus. Ob es einen fesseln kann sagt im Endeffekt nicht viel über die Qualität der Geschichte aus.

      Diese männlichen Charaktere finde ich auch schrecklich und noch schlimmer finde ich, dass die meisten das als wünschenswert und heiß ansehen. Aber hey, jeder wie er mag. Mich stört nur dass man deshalb kaum Bücher findet, bei denen es nicht so ist.

      Ich habe sie nur als ebook, darum stellt sich mir die Frage nicht, aber ich hätte sie auch abgegeben.

      Liebe Grüße!

      Gefällt mir

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