Wieso Klassiker?

Die Überschrift ist diesmal absichtlich nicht ganz eindeutig formuliert. Natürlich kann man sich die Frage stellen, wieso bestimmte Bücher Klassiker geworden sind. Darum soll es heute allerdings nicht gehen – ich bin ohnehin auf keinen Fall qualifiziert, das zu beantworten – sondern darum, warum ich Klassiker lesen möchte. Gar keine bestimmten Klassiker, sondern ganz generell. Für mich gibt es da eine Handvoll Gründe.

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Punkt 1: Relevanz.

Das Buch ist scheinbar wichtig oder gut genug, um ein Klassiker geworden zu sein. Nicht jeder Roman aus der Vergangenheit ist heute noch bekannt oder wird sogar noch gelesen. Tausende veröffentlichte Bücher sind einfach wieder in Vergessenheit geraten und die meisten gibt es heute gar nicht mehr. Was macht also die heutigen Klassiker so besonders, dass sie die Zeit überdauert haben und immer noch mit Interesse gelesen werden? Irgendeinen Grund muss das haben und genau den möchte ich herausfinden.

Punkt 2: Bildungslücken.

Es gibt diese Klassiker, die jeder gelesen hat. Oder die Verfilmung gesehen. Oder zumindest grob weiß, worum es geht. Ich bin jemand, der sowas überhaupt nicht weiß. Auch wenn die Titel mir bekannt sind, weiß ich normalerweise rein gar nichts über den Inhalt. „Die Leiden des jungen Werther“? Goethe, klar. Aber worum es konkret geht? Keine Ahnung, aber ich denke, Werther ist über irgendetwas nicht gerade glücklich. Kommt das Thema mal zufällig in einem Gespräch auf (natürlich, weil ich ständig solche Gespräche führe), wird das natürlich ziemlich peinlich. Und wie geht man am besten dagegen an? Klar, man liest das Buch.

Punkt 3: Kontroverse Meinungen.

Bei kaum einer Gruppe Bücher gehen die Meinungen so stark auseinander wie bei Klassikern. Der eine liebt sie, der andere hasst sie. Oft geht es auch nur um ein konkretes Buch, das von vielen vergöttert wird, andere aber total öde fanden. Sowas finde ich super spannend und die beste Lösung ist da immer noch, sich eine eigene Meinung zu verschaffen. Selbst wenn ich hinterher zur Gruppe gehöre, die mit dem Buch nichts anfangen konnte, habe ich immerhin Gewissheit. Und kann mich auch dazu äußern, sollte es mal wieder entsprechenden Diskussionsstoff geben.

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Punkt 4: kein Zwang.

Für die Schule mussten viele Klassiker gelesen werden. Genossen hat man wohl die wenigsten davon, wenn man nicht zu den wenigen Glücklichen gehört, die es doch getan haben. Ich hatte damals schon allein deshalb keine Lust mehr auf die Bücher, weil ich gezwungen war, sie zu lesen. Mit einer entsprechenden Haltung bin ich schon an die Geschichte herangegangen und zusammen mit der meist schwierigen Schreibweise habe ich nur noch auf das Ende gewartet. (Das Ende des Buches, nicht DAS ENDE im apokalyptischen Sinne. Meistens.)
Die Zeit ist jetzt vorbei und ich kann völlig vorbehaltlos an ein Buch herangehen, wann immer ich Lust dazu habe. Aus diesem Grund möchte ich auch in Zukunft noch mal ein paar ehemalige Schullektüren rereaden und sehen, was ich heute von ihnen halte – wo ich älter bin, ein bisschen mehr Erfahrung mit Büchern habe und vor allem motiviert herangehen kann.

Punkt 5: Einblicke in die Vergangenheit.

Auf keine Art kann man einen realistischeren Einblick in vergangene Zeiten erhalten als durch Klassiker. Natürlich gibt es Geschichtsbücher oder historische Romane, allerdings wurden diese nicht von Zeitzeugen geschrieben und ob sich Dinge tatsächlich so abgespielt haben (oder haben könnten), kann niemand komplett verlässlich sagen. Auch bei Klassikern gibt es keine Garantie, dass die Geschehnisse zu hundert Prozent realitätsnah sind und tatsächlich das damalige Leben widerspiegeln, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch sehr hoch. Diese Einblicke in die Gesellschaft, wie sie mal war, sind etwas, was wir ohne Klassiker nicht hätten. Zwar gibt es ziemlich verlässliche Quellen für geschichtlicher Ereignisse, aber um das gesellschaftliche Miteinander und den Alltag geht es dabei selten.

Punkt 6: spannende Geschichten.

Leider ist das ein Punkt, der oft sehr vernachlässigt wird, wenn es um Gründe für das Lesen von Klassikern geht. Denn was vielen nicht klar ist: Klassiker können genauso interessante, spannende und lustige Geschichten enthalten wie aktuelle Bücher. Die wenigsten Romane und Dramen wurden allein mit der Absicht einer cleveren Moral oder dem Quälen der zukünftigen Schüler geschrieben. In erster Linie dienten die meisten einfach der Unterhaltung und in diesem Hinblick kann und sollte man sie auch heute noch lesen. Wenn man auf versteckte Anspielungen und Deutungen steht und sich gerne Gedanken darüber macht: Super! Wenn nicht: auch super! Dann kann man das Buch auch komplett ohne Hintergedanken lesen und einfach die Handlung genießen.

Lest ihr gerne Klassiker? Was sind eure Gründe dafür oder eventuell auch dagegen?

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45 Kommentare zu „Wieso Klassiker?

  1. Ich mag Klassiker total, ich mag vor allem ihre oft sachliche, nüchterne Erzählweise. Ich kann es nicht so gut ausdrücken, aber bei vielen Klassikern hat man es einfach „auf den Punkt“, ohne viel unnütze Beschreibungen. Das bringt mal etwas ganz anderes mit sich zwischendurch als das, was ich sonst so lese.
    Liebe Grüße, Katharina

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    1. Ja, das hast du recht. Wobei ich auch schon Klassiker gelesen habe, die voll von unnötigen Beschreibungen waren. Aber generell sind sie ja schon meist eher kürzer gehalten und konzentrieren sich auf das wesentliche. Das mag ich auch.
      Liebe Grüße!

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      1. Achd was mir noch einfällt: Manchmal sind die Plots von Klassikern ja auch eher einfach gehalten… es gibt auch auch Beispiele, da ist alles wirr: Schreibstil banane und Geschichte nichtssagend und langweilig. Mein liebstes Beispiel: „Geschwister Tanner“…absolut keine Empfehlung!

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  2. Ich versuche in letzter Zeit mehr Klassiker zu lesen, aber ich habe immer wieder Schwierigkeiten damit, wie die geschrieben sind. Oft liebe ich die Geschichten, die erzählt werden, aber hasse den Schreibstil… 😀

    Aber ich versuche meinen Horizont zu erweitern und nicht mehr so engstirnig in meiner Bücherwahl zu sein 🙂

    LG Sina

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    1. Den Schreibstil finde ich auch oft anstrengend, gerade bei deutschen Klassikern. Die wirken oft als wären sie möglichst kompliziert geschrieben, damit es intelligent aussieht, wenn ich ehrlich bin 😀 Bei englischen ist mir das bisher nicht so aufgefallen, aber die Engländer und Amerikaner kommen generell schneller auf den Punkt und mögen ja auch keine Schachtelsätze.
      Es ist auch ein Stück weit Gewöhnungssache, denke ich. Vielleicht fällt es dir ja irgendwann leichter. Der Vorsatz ist auf jeden Fall super! 🙂

      Liebe Grüße,
      Jacqueline

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  3. Hallo,
    ich habe mir mit zwölf, dreizehn vorgenommen, irgendwann mal alle großen Werke gelesen zu haben. Das ist jetzt schon eine ganze Weile her und ich bin immer noch weit davon entfernt. Seit einem Jahr lese ich eine 150-Bücher-Liste ab, die ich erstellt habe. Das motiviert ungemein. Seitdem bin ich auf viele Klassiker gestoßen, die mir sehr viel Freude bereitet haben. Ich habe aber zu Beginn meines Blogs auch bemerkt, dass mir Rezensionen zu Klassikern schwer fallen (https://wissenstagebuch.com/2010/10/24/klassiker-ein-tabuthema/ ).
    Viele Grüße und viel Spaß mit den großen Namen! Jana

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    1. Hallo Jana,
      das habe ich mir auch mal vorgenommen. Eine komplette Liste habe ich noch nicht, aber zumindest eine Auswahl von denen, die ich auf jeden Fall lesen möchte. Ich muss aber auch sagen, dass ich da viel langsamer vorankomme als ich möchte, weil ich doch lieber zu aktuelleren Romanen greife. Trotz meiner vielen Argumente, den Klassikern eine Chance zu geben. 😀 Schön, dass das bei dir besser funktioniert.
      Liebe Grüße und danke, wünsche ich dir auch!

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  4. Sehr schön geschrieben!
    Als Buchhändlerin bin ich ein bißchen in der Zwickmühle was Klassiker angeht.
    Ich muss mich natürlich die Neuerscheinungen lesen und an manchen Tagen zeigen die Kunden nur auf Bücher, die man eben nicht gelesen hat und man fühlt sich als hätte man das ganze Jahr über gar nichts gelesen.
    Für Klassiker ist da wenig Zeit und tatsächlich kommt es bloß alle paar Monate einmal vor, daß ein Kunde eine wirkliche Beratung zu Klassikern braucht.
    Also könnte man die eigentlich komplett links liegen lassen.
    Allerdings ist es natürlich auch super peinlich wenn man eine wahnsinns Beratung über all die Highlights der Saison hinlegt und dann fragt der Kunde nach einem dieser Klassiker den man eigentlich gelesen haben sollte und man verliert jegliche credibility. 😉
    Ich persönlich finde, daß es wirklich nicht schaden kann sich einen gewissen Bücherkanon zuzulegen.
    Immer wieder stößt man auf Anspielungen in Liedern, Filmen und sogar Cartoons.
    Also versuche ich soviel Neuerscheinungen wie möglich zu lesen, aber mir auch hin und wieder die Zeit für einen Klassiker zu nehmen. 🙂

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    1. Danke!
      Das ist natürlich schwierig, da verstehe ich dein Problem voll und ganz. Man kann eben nie alle Bücher lesen, auch wenn man es gerne würde. Ich greife auch eher zu aktuelleren Büchern als zu Klassikern, auch wenn das bei mir nicht beruflich bedingt ist sondern ein bisschen Faulheit, wenn ich ehrlich bin 😉 Aber ja, es ist wirklich blöd wenn man solche Anspielungen nicht versteht und dann zugeben muss, dass man das Buch gar nicht kennt.
      Das ist doch ein guter Kompromiss. Hin und wieder muss man ja auch mal „für sich“ lesen dürfen, nicht nur für den Job.

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  5. Hallo,

    ich kann deinen Beitrag in fast allen Punkten so unterschreiben.
    Ich mag gerne Klassiker zwischendurch lesen, weil ich es toll finde so in die Vergangenheit zu reisen. Man lernt die Zeit so viel besser kennen, wenn man sie durch die Augen der Autoren sieht.
    Aber auch ich denke, dass es manche Bücher einfach wert sind gelesen zu werden und gerade Klassiker oder Bücher die als solche bezeichnet werden, müssen doch was besonderes an sich haben oder? 😉

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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  6. Hey,
    das sind gute Punkte, denen ich genauso zustimmen kann! Eigentlich mag ich Klassiker sehr gerne, aber trotzdem lese ich nicht so viele, wie ich mir immer mal wieder vornehme. Meine (imaginäre) Liste ist ziemlich lang und nimmt auch nur langsam ab. Gründe dafür gibt es wohl mehrere. Zum einen lese ich Klassiker meistens doch ein bisschen langsamer als aktuelle Bücher und zum anderen hab ich Klassiker nicht so permanent vor Augen wie neuere Bücher, so dass ich sie einfach vergesse zu lesen. Dabei ist es doch eigentlich so spannend herauszufinden, worum es – vor allem natürlich in den sehr bekannten – Klassikern geht. Und so vieles wird ja auch in neueren Büchern oder Filmen aufgegriffen und ich finde es immer toll, wenn man solche Anspielungen dann auch versteht und zuordnen kann.
    Vielleicht sollte ich wirklich mal eine richtige Liste erstellen, so dass ich mir die Titel immer mal wieder vor Augen führen und nach dem Lesen dann abhaken kann. Ich hab ziemlich viele (kostenlose) Klassiker auf dem eReader, was eben schon ein Teil des Problems ist, da ich sie nicht sehe wie die Bücher im Regal. 😀
    Ein Gedanke noch: Ich les lieber englische oder amerikanische Klassiker, mit den deutschen tu ich mich irgendwie schwerer. Kann aber nicht genau sagen, woran das liegt. 😀
    Liebe Grüße
    Anka

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    1. Hi Anka,
      genau so geht es mir auch. Ich verliere Klassiker zu oft aus den Augen, auch deshalb weil ich die meistens nicht im Regal stehen habe und ich dann eher zu anderen Büchern greife. Die habe ich dann auch meist als ebook und deren Existenz vergesse ich sowieso immer 😀
      Das mit den englischen Klassikern kann ich gut nachvollziehen, genau so ist es bei mir auch. Deutsche finde ich ironischerweise viel anstrengender und oft komplizierter zu lesen. Liegt vielleicht einfach daran, dass die lieber einfache Sätze haben und die Deutschen gerne bis zum geht nicht mehr verschachteln, gerade in älteren Büchern. Außerdem habe ich da eher das Gefühl, dass der Fokus mehr auf der Handlung liegt als auf der Schreibweise und oft einfach mehr passiert.
      Liebe Grüße!

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  7. Liebe Jacquy,

    was für ein cooler Beitrag! 🙂 So rational habe ich das noch nie betrachtet – bis heute habe ich eine gewisse Ehrfurcht gegenüber Klassikern, und traue mich in meiner Freizeit viel zu selten eigenständig an welche. Immerhin lese ich durch das Studium einiges. 🙂

    Aber ganz im Ernst, an die Hälfte der Gründe hätte ich gar nicht gedacht, dabei hast du einfach recht. Und das sage ich selten. 😀 Doch ich würde dir in allen Punkten zustimmen – immer, wenn ich Klassiker lese (wie zum Beispiel die Buddenbrooks letzten Monat), bin ich überrascht, wie aktuell sie doch noch sind. Sie können jahrhundertealt sein und in völlig anderen Epochen spielen und doch bringen die Autor*innen Themen auf, die heute noch wichtig sind, und das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.

    … und die Tatsache, dass Klassiker tatsächlich spannend sein sollen, überrascht mich auch nach all der Zeit noch immer wieder. :))

    Alles Liebe,
    Isabella

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    1. Hey Isabella,
      danke! Ja, ich habe auch einen ganzen Haufen, an den ich mich einfach nicht rantraue. Das mit dem Studium ist allerdings nicht schlecht. Ich wähle scheinbar immer geschickt genau die Kurse, in denen es nicht um Klassiker geht 😀
      Haha, dann freut mich das natürlich besonders! Ja, das stimmt. Es gibt eben einfach Themen, die nicht zeitabhängig sind und die dann wiederzufinden und schon irgendwie cool.

      Liebe Grüße!

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  8. Hallo Jacquy,

    wie hast Du Dich bei wordpress eingelebt?

    Ich liebe Klassiker. Nicht alle, natürlich. Ich mag Herrmann Hasse total. Von Goethe mag ich nur Zitate und die sehr. Die Leiden des jungen Werthers haben wir damals in der Schule gelesen, aber ich wüsste wohl nicht mehr viel, wenn mir Werther nicht in „Die Buchspringer“ über den Weg gelaufen wäre. ^^ Ja, Werther ist sehr unglücklich und zwar über die Liebe. 🙂
    Ich habe ein Buch, wo kurz drinnen steht, worum es bei so Klassikern geht, damit man Notfalls nicht ganz so dumm aussieht.

    Dass ich eine neue url habe, hast Du ja schon gesehen, gelle?
    Sei lieb gegrüßt
    Lilly

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    1. Hey Lilly,
      schon ganz gut, mittlerweile finde ich mich zurecht 🙂
      Von Hermann Hesse habe ich bisher noch nichts gelesen, glaube ich. Kannst du da was bestimmtes empfehlen?
      Ach, die Liebe. Hätte man sich schon fast denken können 😀
      Das ist natürlich auch eine coole Lösung. Da hätte ich dann allerdings nicht mehr viel Motivation, die Bücher auch tatsächlich zu lesen.

      Ja, genau, der folge ich auch schon 🙂
      Ganz liebe Grüße!

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  9. Hallo liebe Jaquy,

    ein toller Post mit tollen Argumenten, den ich so unterschreiben würde!

    Ich hatte meine Meinung zu dem Thema ja auch schon mal dargestellt, daher führe ich das jetzt alles nicht mehr aus. ^^
    Aber ich glaube, gerade wenn man von sich sagt, dass man viel liest, wird fast schon erwartet, dass man die wesentlichsten Klassiker kennt. Genauso, wie man dann automatisch erwartet, dass man „Harry Potter“, „Hunger Games“ und so kennt.
    Deinen Punkt 3 finde ich übrigens ziemlich gut und nachvollziehbar, mir gehts oft ähnlich. Dann kann man sich immerhin begründet über Klassiker aufregen. 😀 Oder auch dagegen argumentieren, so wie ich Kafkas Schreibstil selbst zum Beispiel gar nicht so schlimm fand.
    Und Punkt 5 … Reliabler als ein historischer Roman ist vermutlich ein Roman, der in der Zeit selbst geschrieben wurde. ^^

    Liebe Grüße ♥

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    1. Hallo Dana,
      dankeschön!
      Ja, genau. Bei vielen Büchern wird das dann einfach vorausgesetzt. Dass es noch mehr interessante Bücher geben könnte, bedenken viele Nicht- oder Wenigleser oft gar nicht.
      Genau das. Ich mag es auch gar nicht, wenn ich in einer Diskussion keine Meinung haben kann und wenn ich das Buch gelesen habe, habe ich das Problem nicht. Kafkas Stil fand ich in Die Verwandlung okay, Der Prozess hat mich dagegen nur unglaublich verwirrt. 😀

      Liebe Grüße!

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  10. Ich muss zugeben, mit den meisten Klassikern habe ich so meine Probleme. Viele haben einfach eine anstrengende Sprache, die mir gleich schlechte Laune bereitet, wie zum Beispiel Goethe.
    Bei Shakespeare bin ich von der Sprache oft begeistert, manchmal aber abgeschreckt (Romeo und Julia und Sommernachtstraum fand ich wirklich nicht gut), bei Jane Austen war nur die Geschichte dahinter so interessant, dass ich die sehr umständliche Sprache ertragen habe.

    Andere (Lessing, Dürrenmatt, Kafka) sind sprachlich viel besser. Was mich erstaunt, ist Lessing nicht fast Zeitgenosse von Goethe? Warum schreibt er dann so viel klarer, weniger schnörkelig und dennoch mit schönen Bildern?

    Aber dennoch scheinen viele einfach gern umständlich geschrieben zu haben. Tolstoi! 1.200 Seiten oder so, die man auf 150 zusammenkürzen könnte, ohne auch nur einen Aspekt der Geschichte zu verlieren. Und so scheinen viele geschrieben zu haben. Deshalb schrecken mich Klassiker oft ab.

    Wegen deiner Punkte 1-3 versuche ich es dennoch immer wieder. Wobei es bei mir doch Zwang gibt. Einerseits den moralischen. Ich bin Bücherliebhaber, ich muss es zumindest versuchen. Wie sonst kann ich noch in den Spiegel schauen? Aber andererseits ist da noch die Rory Gilmore-Challenge. Also kämpfe ich mich da durch. Aber leider gibt es weitaus mehr Klassiker, die ich als völlig überschätzt empfinde, als wirklich gute.

    LG
    Taaya

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    1. Mir sind viele auch zu anstrengend und gerade dieses „schnörkelige“ stört mich auch oft. Da habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass das im deutschen stärker ausgeprägt ist als im englischen, zumindest bei den Beispielen die ich bisher gelesen habe. Aber stimmt, es ist auch vom jeweiligen Autor abhängig. Manche stehen wohl einfach darauf, es möglichst kompliziert zu machen oder unendlich lange Sätze zu bilden, bei denen man am Ende schon wieder vergessen hat, wie sie begonnen haben.
      Puh, dann ist es wohl gar nicht so schlecht, dass ich mich an Tolstoi bisher nicht rangewagt habe. Allein die Seitenzahl schreckt mich schon ab, aber wenn diese dann nicht mal viel Inhalt haben? Dann werde ich das wohl noch eine ganze Weile weiter aufschieben.

      Na gut, das ist dann doch etwas Zwang, aber eher selbstauferlegter. Und dabei kannst du dir zumindest noch aussuchen, was und wann du es liest und hast keine feste Deadline. Also ein bisschen abgeschwächter, aber schade wenn du dich dadurch trotzdem gezwungen fühlst.
      Stimmt, nicht jeder Klassiker ist dann auch tatsächlich gut. Aber allein dass ich danach dann weiß, wovon ich rede, macht es das teilweise schon wieder wert. Und ich bin dann etwas stolz, dass ich es trotzdem durchgezogen habe.

      Liebe Grüße!

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  11. Hallo Jaqueline!

    Ich liebe es Klassiker zu lesen! Und vor allem liebe ich es, dass ich sie freiwillig lese! Du hast es ja schon geschrieben, aber der Lesezwang durch die Schule und das ewig lange interpretieren von jedem Wort, verderben einem den Spaß daran!

    Ich denke schon, dass es viele Klassiker gibt, die Kritik an der Gesellschaft ausüben und dass das dann auch der Grund war, warum sie solange „überlebt“ haben. Aber trotzdem versuche ich nicht, in jedes Wort die ganze Welt hinein zu interpretieren.

    Liebe Grüße,
    Pia!

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    1. Hallo Pia,
      das ewige Interpretieren fand ich auch schlimm. Generell fand ich es interessant, zu besprechen, was dahintersteckt, aber dadurch dass es sich immer auf mehrere Wochen gezogen hat, war es einfach zu viel. Wenn man alleine liest, kann man ja selber entscheiden, ob und wie viel man darüber nachdenken oder recherchieren möchte und das finde ich super.

      Liebe Grüße!

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      1. Bei manchen Büchern fand ich es auch toll. Zum Beispiel bei „Agnes“ hat es mir richtig Spaß gemacht. Aber der Autor meinte selbst mal irgendwann, dass er sich dabei eigentlich gar nicht so viel gedacht hat, wie jetzt hinein interpretiert wird.

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      2. Das ist natürlich witzig. Man fragt sich ja eh immer, ob das alles so vom Autor beabsichtigt war oder es nur hinterher so interpretiert wurde und dass dann wirklich bestätigt wird, dass das nicht so war, hab ich auch noch nicht gehört.

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  12. Ein schöner Post, dessen Inhalt ich mich nur anschließen kann :).

    Ich lese Klassiker seit ein paar Jahren auch total gerne, unter anderem, weil ich mitreden können und Anspielungen verstehen möchte, und auch, um zu verstehen, wieso diese Bücher zu den wenigen ihrer Zeit gehören, die sich bis heute gehalten haben. Oft kann ich das zwar nicht so richtig nachvollziehen, aber spannend ist es trotzdem.

    Zum Punkt „Einblick in die Vergangenheit“: Witzigerweise ist mir gerade aufgefallen, dass total viele Klassiker, die ich kenne, gar nicht zu der Zeit spielen, in der sie geschrieben wurden. In der Schule mussten wir zB „Das Fräulein von Scudéri“ lesen, das im 19. Jahrhundert geschrieben wurde, aber im 17. spielt. „Der Name der Rose“, wenn man das als modernen Klassiker sehen will, spielt im Mittelalter. „1984“ und „Schöne neue Welt“ in der Zukunft. Etc. Ziemlich spannend, irgendwie. Aber natürlich kann man auch an der Art, wie über die Vergangenheit geschrieben oder über die Zukunft spekuliert wird, etwas über die Gegenwart des Autors ablesen.

    Der Punkt, dass die Bücher auch abseits ihres „Klassiker-Seins“ einfach gute Bücher sein können, ist mir auch total wichtig. Klar, manchmal lese ich mit Hintergründe zu Buch oder Autor durch, aber grundsätzlich möchte ich ein Buch auch genießen können, ohne jede Menge Interpretationen lesen zu müssen. Deshalb stehe ich zB mit Kafka auf dem Kriegsfuß :D.

    Liebe Grüße
    Charlie

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    1. Hey Charlie,
      stimmt, ob man das nachvollziehen kann ist immer noch mal eine andere Sache, aber interessant ist es dann trotzdem. Irgendwer wird ja dann der Meinung gewesen sein, dass das Buch es trotzdem verdient hat 😀

      Oh stimmt, darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Aber du hast völlig recht, daraus kann man trotzdem einiges über das Denken zu der Zeit rauslesen. Gerade Überlegungen, wie die Zukunft aussehen könnte, sagen da ja eine Menge aus.

      Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich selber noch nie absichtlich über Interpretationen informiert habe. Wenn ich ein Buch privat lese, dann tue ich das normalerweise auch einfach so und wenn ich fertig bin, schließe ich damit ab. Bisher hatte ich aber auch noch keins, wo ich mich hinterher gefragt habe, was es mir eigentlich sagen wollte. Also abgesehen von Kafkas Prozess, aber das habe ich in der Schule gelesen und danach war ich auch nicht viel schlauer. 😀

      Liebe Grüße!
      Jacqueline

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  13. Hey Jacqueline,
    mir ist zum Stichpunkt Klassiker als erstes eingefallen, dass ich es besonders mag Einblicke in die Vergangenheit und das damalige Lebensgefühl zu erhalten. Aber eigentlich finde ich auch egal ob ein Buch ein Klassiker ist oder nicht. So lange man es gerne liest oder es einem etwas beibringt ist es ein gutes Buch. Ich finde viele Klassiker ganz furchtbar und andere ganz toll. Eins der ersten Bücher das ich als Kind gelesen habe ist Pole Poppenspäler von Storm und ich habe die Geschichte geliebt.
    Liebe Grüße
    Sven

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      1. Oh ja. Das Buch ist auch besonders, weil Oma es geschenkt hat. Mittlerweile hab ich auch eine leicht historische Ausgabe von ihr geerbt bekommen.
        Was studierst du denn?

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  14. Ein sehr interessanter Post! Im Großen und Ganzen vertreten wir beide eine ähnliche Meinung. Ich lese auch ab und zu mal Klassiker, weil es mich einfach interessiert, warum es ein Klassiker ist und ich es aus erster Hand erfahren will. Zwar sind nicht alle Klassiker gut, die meisten aber schon. Und ich habe tatsächlich schon viele spannende Geschichten entdeckt.

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  15. Hey!
    Ich habe für mich entschieden, dass ich in diesem Leben keine Klassiker mehr lesen werde. Eine zeitlang habe ich gedacht, dass ich mich damit quälen müsste, eben weil ich nicht mit Bildungslücken dastehen wollte. Ich arbeite in der Schulverwaltung, und immer mal wieder wird von den Schulleitern irgendein Zitat aus einem Klassiker gebracht und ich stand immer da und dachte: öhm… keine Ahnung, woraus das ist. Mich hat das gestört, weil ich mich dumm fühlte. Inzwischen ist mir das total egal, ich fühle mich nicht dumm. Ich habe ein ausreichendes Allgemeinwissen, aber eben keines in diesem Bereich, weil mich die Klassiker einfach nur annerven. Ich kann mit der Sprache nichts anfangen und habe beschlossen, dass das Leben zu kurz ist, um mich durch (für mich) schlechte Bücher zu quälen und das sind eben auch die Klassiker. Lesen ist für mich Hobby und macht mir Spaß und so soll es bleiben.
    Ich freue mich aber für alle Leser, die Klassiker lieben und sie lesen.
    Hab einen schönen Abend
    LG
    Yvonne

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  16. Ich schiebe sehr gerne einen Klassiker ein. Viele von ihnen sind einfach stilistisch gut zu lesen und eine erfahrenswerte Abwechslung. Auch das Abtauchen in die Vergangenheit mag ich. Besonders die englische Literatur hat es mir angetan: Jane Austen, die Bronte-Schwestern, Evelyn Waugh, Shakespeare, Thomas Hardy… Diese sind auch nicht schwierig zu lesen. Ich mag aber auch Klassiker der deutschsprachigen Literatur: Hesse, Brecht, Böll uvm. Wie bei jedem Buch, muss man sich einfach auf Stil und Handlung einlassen.

    Mit deinem Satz “ In erster Linie dienten die meisten einfach der Unterhaltung und in diesem Hinblick kann und sollte man sie auch heute noch lesen.“ gehe ich absolut konform. Ich bin schon gespannt, welche von den heutigen Werke morgen ein Klassiker sein wird.

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    1. Von Jane Austen habe ich bisher erst ein Buch gelesen, da habe ich noch ein paar vor mir. Shakespeare war mir beim letzten Versuch noch zu anstrengend, aber das ist schon eine ganze Weile her und da gibt es ja doch einige Stücke, die ich lesen möchte. Evelyn Waugh sagt mir tatsächlich gar nichts, da muss ich mal nach schauen.
      Aber stimmt, man muss sich einfach drauf einlassen.
      Darauf bin ich auch sehr gespannt.

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  17. Hallo!

    Ich lese sehr gerne Klassiker. Es gibt so viele schöne Geschichten und wie du bereits sagst, erfährt man auf sehr angenehme Art viel über die damalige Zeit.
    In der Schule hat mich immer gestört, dass es nur eine gültige Meinung zu dem Buch gab und nur eine richtige Interpretation. Oftmals werden da auch Dinge hinein interpretiert, die ich einfach zu weitgegriffen finden. Und wer gibt das vor wie das Buch “richtig“ interpretiert wird?
    Außerdem hatte man in der Schule nicht das Recht etwas doof zu finden. Ich denke es steht jedem zu selbst einen Klassiker doof zu finden.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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  18. Hallo Jacqueline,

    ich lese selbst sehr gerne Klassiker und bin durch die Überschrift (Du Schlingel 😉 ) auf diesen Beitrag aufmerksam geworden.

    Ich stimme Dir in vielem zu, insbesondere in dem Punkt, dass man sich durch Klassiker frühere Zeiten besser vorstellen kann. Übrigens habe ich zu denen gehört, die nahezu alle Klassiker in der Schule genossen hat. Große Ausnahme war „Michael Kohlhaas“ von Kleist, bei dem ich alle paar Seiten eingeschlafen bin. Eine Qual war das… Ich hatte aber eine tolle Lehrerin, die viele Deutungsweisen gelten ließ und die Werke nicht „totinterpretiert“ hat. Das kam mir sehr entgegen.

    Ich finde allerdings nicht, dass man (alle) Klassiker gelesen haben „muss“. Es gibt solche, die einen interessieren – da sollte man sich vom Label „Klassiker“ nicht einschüchtern lassen – und solche, die einen nicht interessieren. Da finde ich es okay, dass man sie nicht liest – egal wie relevant diese Werke sein mögen. Allgemeinbildung heißt ja nicht, dass man alles weiß, nur dass man vieles einordnen kann. Man sollte „Faust“ nicht Schiller zuordnen, aber wenn man Faust nicht mag – okay. (Und das sage ich als bekennendes Goethe-Fangirl…)

    Jedenfalls: Danke für den tollen Beitrag und liebe Stöbergrüße
    Sarah

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    1. Hallo Sarah,
      mir haben in der Schule einige Lektüren so gar nicht gefallen, aber das passt ja dann auch zu dem Punkt, dass man nicht alles gelesen haben muss. Wenn ich einen Klassiker anfangen sollte, der so gar nicht mein Ding ist, dann werde ich mich auch nicht durchquälen. Jetzt wird das ja hinterher nicht mehr abgefragt 😉
      Danke für deinen Kommentar!

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