Kurzmeinungen September #1

Illuminae (Jay Kristoff & Amie Kaufman)

Illuminae

Inhalt ganz knapp zusammengefasst: Der Ort wo die beiden Protagonisten leben, wird angegriffen und sie können auf zwei verschiedenen Raumschiffen entkommen, werden aber weiter verfolgt. Das dritte Schiff der Gruppe wird ganz plötzlich gesprengt – und zwar von der künstlichen Intelligenz eines der anderen. Das soll natürlich niemand wissen, aber Kady findet es durch ihre Hackerfähigkeiten trotzdem heraus.

Man sieht schon wenn man es in der Hand hält, was das Buch besonders macht. Es sieht von außen aus wie ein Dokument und das passt auch genau zum Inhalt. Die Geschichte wird komplett anhand von Berichten, Chatverläufen, Mails oder Transkriptionen von Videoüberwachung erzählt. Ich hatte erst Angst, dass ich dadurch der Geschichte nicht würde folgen können oder mit den Charakteren nichts anfangen kann, aber die Sorgen waren völlig unberechtigt. Das Buch verlangt allerdings auch dass man ein bisschen mitdenkt und Zusammenhänge selber herstellt, da einem nicht alles vorgekaut wird.

Auch die Charaktere mochte ich trotz der Erzählweise mehr als erwartet und habe stark mitgefiebert. Die Spannung ist dadurch, dass man nicht alles erfährt umso größer und man weiß nie, was als nächstes passiert und ob das was man liest der Wahrheit entspricht. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass dadurch, dass es keinen Erzähler gibt, natürlich einiges offen bleibt und gerade das Worldbuilding nicht erklärt wird und man kaum etwas darüber erfährt. Vielleicht folgt das aber noch in den indirekten Fortsetzungen, auf die ich schon sehr gespannt bin.

 

Der kleine Hobbit (J.R.R. Tolkien)

Der kleine Hobbit

Inhalt: Eines Tages steht plötzlich Gandalf vor Bilbos Tür und beschließt, dass dieser der perfekte Kandidat für ein bevorstehendes Abenteuer ist. Dieser ist so gar nicht davon begeistert, dass sein ruhiger Tagesablauf gestört wird, aber trotzdem erklärt er sich bereit, einen Goldschatz von einem Drachen zurückzugewinnen und begibt sich zusammen mit dem Zauberer und einem Dutzend Zwergen auf die Reise.

Hiermit habe ich eine kleine Bildungslücke geschlossen, aber im Nachhinein würde ich sagen, dass ich bisher nichts verpasst hatte. Die Handlung an sich ist nicht schlecht, aber für mich gab es einige Längen in der doch recht kurzen Geschichte, die Charaktere hat man alle nicht wirklich kennengelernt und ich bin so gar kein Fan vom Schreibstil. Der wirkte auf mich sehr distanziert und wirklich erzählend, was es für mich etwas langweilig gemacht hat. Obwohl immer mal wieder Spannung aufkam, hielt sie sich nie länger als wenige Seiten.

Und wo zum Teufel war Gandalf eigentlich die ganze Zeit? Er ist immer verschwunden wenn es gefährlich wurde und erst lange Zeit später wieder aufgetaucht um einen weisen Kommentar in den Raum zu werfen. Na danke.

 

 

Nujeen – Flucht in die Freiheit – Im Rollstuhl von AlepNujeenpo nach Deutschland (Nujeen Mustafa)

Hierbei handelt es sich um einen Bericht einer jungen Syrerin, die als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist – und das im Rollstuhl. Ich fand es sehr interessant, das Thema mal aus Sicht eines Betroffenen zu lesen, aber die Umsetzung war für mich nicht perfekt.

Das Buch ist in mehrere Abschnitte geteilt, die jeweils einen Abschnitt der Reise behandeln. Vorher erfährt man einiges aus der Kindheit der Protagonistin. Generell fand ich das gut, allerdings war das ehrlich gesagt teilweise etwas langweilig und sie verliert sich (wie auch im späteren Verlauf des Buches immer wieder) in Beschreibungen des Fernsehprogramms und insbesondere einer amerikanischen Soap, was mich ziemlich genervt hat.

Auch wenn aus der Geschichte klar wird, dass die Reise beschwerlich und gefährlich war, drückt die Schreibweise das nicht aus. Auf mich wirkte die Erzählung ziemlich distanziert und es ist kaum die Rede von Gefühlen oder Ängsten. Generell schien die Protagonistin den Ernst der Lage überhaupt nicht zu begreifen. Das beste Beispiel dafür ist die Fahrt übers Meer in einem kleinen Boot, das ständig droht zu kentern und sie freut sich über jede Welle, die das Boot zum schaukeln bringt. Das wirkte als wäre sie vielleicht 5 und wüsste nicht was los ist, nicht wie 16. Da das etwas ist, was wohl tatsächlich so stattgefunden hat, kann ich das natürlich nicht am Buch kritisieren, aber ich hoffe dadurch werden meine Probleme mit der Erzählerin klar.

Von der Reise zu erfahren war auf jeden Fall spannend, aber ich hatte so meine Probleme damit.

 

Das Glücksprojekt – Wie ich (fast) alles versucht habe, der glücklichste Mensch der Welt zu werden (Alexandra Reinwarth)Das Glücksprojekt

Die Autorin kauft gerne Ratgeber. Schon allein durch den Besitz fühlt sie sich, als hätte sie ihr Leben gerade radikal verbessert. Natürlich versucht sie auch, glücklicher zu werden und probiert dafür die besten Ratschläge aus und berichtet von ihren Erfahrungen.

Die unterschiedlichen Ansätze werden jeweils in einem eigenen Kapitel behandelt und natürlich sind einige witziger als andere. Mich persönlich hat dabei zum Beispiel das über den Buddhismus weniger angesprochen als das übers Lach-Yoga, wo mir schon das Lesen mindestens so viel gebracht hat, wie eine Stunde in diesem Kurs. Trotzdem war jedes unterhaltsam und ich habe mich nie gelangweilt. Die Autorin ist sympathisch und erzählt wirklich witzig.

Um einen richtigen Ratgeber handelt es sich hierbei natürlich nicht und dem Leser wird auch nicht gesagt, wie er sein Leben leben soll, aber ein paar Dinge kann man aus der Lektüre doch mitnehmen, selbst wenn es nur Klenigkeiten sind. Ich kann es sehr empfehlen, egal ob man nun selbst sein Leben ändern oder nur ein bisschen unterhalten werden möchte.

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9 Kommentare zu „Kurzmeinungen September #1

  1. Zu lang nicht mehr hier gewesen – shame on me! 😉

    Einen interessanten Buchmix hast du für den September und auch wenn ich keines der Bücher kennen, gefallen mir deine Eindrücke dazu!

    Liebe Grüße
    Janna

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  2. ‚Illuminae‘ möchte ich auch bald lesen, vorzugsweise noch im Oktober, da ich schon sehr gespannt auf das Buch bin. Ich hatte ja auch ein bisschen Sorge wegen der besonderen Erzählweise, aber das scheint ja unbegründet zu sein, wenn man deine Kurzmeinung so liest. Hoffentlich sehe ich das dann genauso, aber ich werde mich wohl einfach überraschen lassen müssen. 🙂

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  3. „Und wo zum Teufel war Gandalf eigentlich die ganze Zeit? Er ist immer verschwunden wenn es gefährlich wurde und erst lange Zeit später wieder aufgetaucht um einen weisen Kommentar in den Raum zu werfen. Na danke.“ – Ich musste an dieser Stelle gerade übelst grinsen. xD

    Ich habe den Hobbit damals nicht gelesen, weil ich den Fehler gemacht hatte, die HdR-Trilogie vorher zu lesen und da ich also die Handlung grob zusammengefasst schon kannte und gerade drei Bücher mit diesem doch relativ anstrengenden Schreibstil hinter mir hatte …
    Sagen wir mal so, deine Meinung reizt mich jetzt auch nicht sonderlich, das nachzuholen. xD

    „Illuminae“ werde ich auf jeden Fall noch lesen – ich bin schon gespannt. ^^

    Liebe Grüße ♥

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    1. Freut mich dass es unterhaltsam war 😀
      An Herr der Ringe wage ich mich jetzt erst recht nicht. Der Schreibstil war wirklich gar nicht meins und da dann noch eine ganze Trilogie von lesen? Das lasse ich wohl lieber. Aber verständlich, dass man da keine Lust mehr zu hat, wenn man die Handlung im Prinzip schon kennt.
      Ich hoffe, Illuminae gefällt dir auch!

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