[Rezension] Chronik eines angekündigten Todes

Chronik eines angekündigten Todes

 

Autor: Gabriel García Márquez
Originaltitel: Crónica de una muerta anunciada
Deutsche Ausgabe:
Fischer, Hardcover, 144 Seiten, 10€
Erstmals erschienen: 1981
Reihe: –


Inhalt

Ángela Vicario wurde nicht nur gegen ihren Willen mit jemandem verheiratet, den sie nicht liebt, sondern wird noch in der Hochzeitsnacht zurück zu ihrer Familie gebracht: Sie war keine Jungfrau mehr. Um die Ehre der Familie wiederherzustellen, machen sich ihre Brüder auf, den Liebhaber ihrer Schwester zu töten.


Meinung

Ich muss sagen, dass der Klappentext mich sehr abgeschreckt hat. Es wird im Buch allerdings schon früh deutlich, dass der Autor diese Vorgehensweise kritisch beleuchtet und von diesem Moment an war ich deutlich optimistischer.

Wie der Begriff „Chronik“ im Titel schon sagt, handelt es sich nicht um eine normale Erzählung. Stattdessen springen wir immer wieder in der Zeit, da der Erzähler verschiedene Leute nach den vergangenen Geschehnissen befragt hat und daraus die Handlung zusammensetzt. Dementsprechend wissen wir auch schon, wie die Geschichte ausgeht (nämlich mit einem wenig überraschenden Tod) und erfahren nun, wie es dazu gekommen ist. Diese Art der Erzählung war für mich hin und wieder verwirrend, aber es ist super interessant zu sehen, wie sich die Geschehnisse zusammensetzen und man immer mehr Verbindungen sehen kann.

Da die Geschichte aus Sicht von jemandem erzählt ist, der nichts damit zu tun hatte, gibt es eine gewisse Distanz zum Geschehen und auch die Charaktere bleiben eher blass und was man über sie weiß, beschränkt sich auf ein paar Fakten und Eigenschaften. Das reichte meiner Meinung nach aber und macht die Geschichte auch aus, da man diesen Blick von außen weiterhin beibehält.

Durch den Schreibstil wirkt die Erzählung ziemlich realistisch und am Ende bleiben einige Fragen offen, was das ganze noch unterstreicht. Nicht jeder möchte sich zum Geschehenen äußern und das machte es für mich nur noch interessanter.
Wie ich hinterher erfahren habe, beruht der Roman außerdem auf einer wahren Geschichte, die sich bis auf ein paar Abweichungen so abgespielt hat und den Autor dazu inspiriert hat, darüber zu schreiben.


Fazit

Die ungewöhnliche Schreibweise und die Art der Erzählung sorgen dafür, dass die Geschichte sehr real wirkt und mich wirklich fesseln konnte. Obwohl das Ende bereits durch den Titel verraten wird, ist es nicht langweilig, sondern man freut sich darauf die Wissenslücken zu schließen und herauszufinden, wie es dazu kommen konnte. Sehr empfehlenswert!

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