[Rezension] Herland

 

Herland

Autorin: Charlotte Perkins Gilman
Erscheinungsjahr: 1915
Sprache: Englisch
Reihe
: Herland
1. Moving the Mountain
2. Herland
3. With her in Ourland


Inhalt

Drei männliche Forscher entdecken auf einer Reise ein Land, das nur von Frauen bewohnt wird. Natürlich möchten sie herausfinden, wie das möglich ist und wider Erwarten werden sie freundlich aufgenommen, denn auch die Bewohnerinnen von „Herland“ sind neugierig auf den Rest der Welt. So beginnt ein Kennenlernen und viele Diskussionen über die sehr unterschiedlichen Gesellschaften.


Meinung

Es handelt sich bei diesem Buch um eine feministische Utopie, denn in Herland läuft alles gut, es gibt keine Probleme und die Frauen und Kinder leben friedlich zusammen. Die Männer können das natürlich nicht glauben, denn wie soll eine Gesellschaft ohne Männer funktionieren? Sie kommen alle mit vielen Vorbehalten an, aber man merkt große Unterschiede in der Haltung der Charaktere. So besteht einer der Männer starr auf seiner Ansicht, Frauen könnten nichts produktives zur Gesellschaft beitragen und es müssten doch irgendwo Männer versteckt sein, die alles am Laufen halten. Der Erzähler ist da offener eingestellt und eher beeindruckt als skeptisch.

We talk fine things about women, but in our hearts we know that they are very limited beings – most of them.

Das Buch ist aus Sicht eines der Forscher geschrieben, der im Nachhinein über ihren Aufenthalt dort berichtet. Dadurch ist die Erzählung sehr subjektiv und natürlich nicht umfassend. Auch kann auf den etwa 150 Seiten nicht jeder Aspekt genau beleuchtet werden, was ich etwas schade fand, denn ich hätte mir gerade bei einigen Themen ausführlichere Diskussionen gewünscht.

Der Schwerpunkt des Buches besteht nämlich im Vergleich der beiden Gesellschaftsformen. Dabei wird sehr explizit auf Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam gemacht und obwohl das Buch 1915 erschienen ist, sind diese weiterhin sehr aktuell. (An dieser Stelle Grüße an die Vertreter der Ansicht „wir brauchen heute keinen Feminismus mehr“) Zu viel darüber verraten möchte ich nicht, nur soviel: Ich möchte gerne in Herland leben.

You see, with us, women are kept as different as possible. We men have our own world, with only men in it; we get tired of our ultra-maleness and turn gladly to the ultra-femaleness. Also, in keeping our women as feminine as possible, we see to it that when we turn to them we find the thing we want always in evidence.

Wie ich nach dem Lesen erfahren habe, handelt es sich hierbei um den zweiten Band einer Trilogie, er lässt sich aber sehr gut eigenständig lesen. Ich bin nun sehr neugierig auf die Fortsetzung und werde auch den Vorgänger noch nachholen, da ich die Ideen der Autorin wirklich interessant finde.


Fazit

Ein Klassiker der feministischen Utopie, der trotz seines Alters noch sehr aktuell ist und Probleme der Gesellschaft aufzeigt. Sehr interessant und empfehlenswert!

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