[Rezension] Never let me go / Alles, was wir geben mussten

Never let me go

 

Autor: Kazuo Ishiguro
Deutsche Ausgabe: u.a. Heyne, 352 Seiten
Englische Ausgabe: u.a. Faber & Faber, 282 Seiten
Erstmals erschienen: 2005
Reihe: –


Inhalt

Kathy ist Betreuerin und erzählt rückblickend von ihrem Leben. Von ihrer Kindheit und Jugend in einem Internat, ihren Freunden, und davon, wie sie Stück für Stück herausgefunden haben, dass sie anders sind als andere.


Meinung

Meine Inhaltsangabe ist sehr kurz gehalten, weil das Buch am besten ist, wenn man noch nicht zu viel darüber weiß. Mir wurde der große Plottwist leider vorher schon gespoilert, aber ich wünschte, es wäre nicht so gewesen. So war ich natürlich nicht mehr überrascht, anders wäre ich es aber eindeutig gewesen. Für mich ist es aber schwer zu beurteilen, wie bekannt das Buch ist und wie viele vielleicht schon den Film gesehen haben – der nach dem, was ich gehört habe, aber in eine andere Richtung gehen soll.

Die Geschichte beginnt damit, dass Kathy sich mit 31 Jahren vorstellt und zunächst erzählt sie nicht viel über die aktuelle Situation, sondern widmet sich erst mal einem langen Rückblick, im Verlauf dessen sie sich immer wieder kurz auf die Gegenwart bezieht. Das hat etwas dazu beigetragen, mich bei der Stange zu halten, denn zu Beginn weiß man überhaupt nicht, worauf sie mit ihrer Erzählung hinaus möchte und es gibt einige Teile, deren Relevanz ich auch rückblickend nicht sehe.

Trotzdem ist das Buch auf eine Weise geschrieben, durch die ich es gerne gelesen habe. Es liest sich flüssig und einfach, auch wenn es zwischendurch immer mal wieder Situationen oder Aussagen gibt, mit denen man zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht viel anfangen kann, weil sie auch den Charakteren Rätsel aufgeben. Die Neugier auf Antworten hat mich ständig weiterlesen lassen, auch wenn die Handlung an sich nicht immer spannend war.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und den ersten fand ich noch etwas zäh, die beiden anderen dafür aber umso interessanter, weil die Dinge sich langsam fügen. Durch den langen Zeitrahmen erlebt man gut mit, dass die Charaktere sich verändern und gerade Kathy wird immer mehr zu einer eigenständigen Person, die auch Dinge und Verhaltensweisen hinterfragt, was mir gut gefallen hat.

Das Buch wirft zahlreiche Fragen zum Thema Identität, Menschlichkeit und Persönlichkeit auf, von denen aber leider nur die wenigsten beantwortet werden. Das Buch liefert also eher Stoff und Anhaltspunkte für Gedanken, statt zu versuchen, Antworten zu finden und dem Leser vorzuschreiben.


Fazit

Hinter einem etwas zähen Einstieg versteckt sich eine rätselhafte und faszinierende Geschichte, die mich durch meine Neugier auf Antworten fesseln konnte und eindeutig Stoff zum Nachdenken bietet.

2 Kommentare zu „[Rezension] Never let me go / Alles, was wir geben mussten

  1. Hallo :)

    Dieses Buch wurde mir letztens empfohlen und auch deine Rezi macht mich neugierig! Vielen Dank, ich werde mir das Buch auf jeden Fall näher ansehen!

    Ps. Zur Info – ich bin mit meinem Blog zum selbsthosting umgezogen – wenn du meine Beiträge weiterhin sehen und eine Meldung erhalten möchtest, müsstest du mir neu über E-Mail folgen. Ich würde mich freuen, dich auf meinem Blog wieder zu begrüssen! Alles Liebe http://www.readbooksandfallinlove.com

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.