Das Lieblingsbuchproblem

Ich lese viel. Wirklich viel. Und mir gefallen auch viele Bücher, die ich lese. Wenn ich nach meinen Lieblingsbüchern gefragt werde, bin ich aber trotzdem immer ziemlich ratlos. Früher ging es mir überhaupt nicht so und ich konnte spontan einen ganzen Haufen Titel aufzählen, die ich geliebt habe. Wieso hat sich das geändert?

Vor einigen Jahren hatte ich noch nicht viele Ansprüche an ein Buch. Dadurch, dass ich insgesamt noch nicht so viel gelesen hatte, waren mir Klischees wenig bewusst und haben mich dementsprechend nicht gestört. Zu Beginn meiner Bloggerzeit war alles, was ich gelesen habe, neu und aufregend und konnte mich total begeistern. Wenn ich jetzt darauf zurückblicke, kann ich das bei den meisten Büchern nicht mehr nachvollziehen, auch ohne die Bücher ein zweites Mal gelesen zu haben. Mein Lesegeschmack hat sich zum einen einfach geändert (zum Beispiel würde ich jetzt keinen YA Vampirroman mehr lesen), zum anderen ist er anspruchsvoller geworden. Damit meine ich nicht, dass es jetzt hohe Literatur braucht um mich zu überzeugen, aber ich lese einfach kritischer und bestimmte Dinge stören mich sehr, die mir vor ein paar Jahren noch gar nicht aufgefallen sind.

Allen voran steht hier die Liebesgeschichte, die bei so vielen Jugendbüchern eine absolute Katastrophe ist – auch bei denen, die ich früher geliebt habe. Erst durch andere Blogger sind mir viele Problematiken aufgefallen, die ich als unwissender Teenager natürlich nicht kannte. Wenn die Protagonisten sofort und ohne Erklärung unsterblich ineinander verliebt sind, ist das hier noch die harmlose Version, denn es geht ja noch viel schlimmer.

Beides läuft in Kombination darauf hinaus, dass ich frühere Lieblingsbücher heute nicht mehr nennen möchte. Dadurch, dass meine Ansichten sich so stark verändert haben, bin ich bei vielen Titeln sehr skeptisch, ob ich sie heute noch mögen würde. Einige möchte ich daher noch einmal lesen, aber andererseits habe ich etwas Angst davor, weil ich sie lieber positiv in Erinnerung behalten möchte, statt sie mir kaputtzumachen. Allerdings besteht ja auch die Chance, ein Buch heute noch genauso zu mögen wie damals. Trotzdem: Zunächst sind das für mich keine Kandidaten mehr für den Titel „Lieblingsbuch.“

Und jetzt?

Wie ihr wisst lese ich immer noch viel und auch viele Bücher, die mich gut unterhalten können. Aber mich so richtig vom Hocker zu hauen und dafür zu sorgen, dass ich das Buch jedem in die Hand drücken möchte, damit er es auch liest, schaffen nur noch wenige Bücher. Oder zumindest empfinde ich das rückblickend oft nicht so. Ich habe in diesem Jahr rund 100 Bücher gelesen und es haben auch ganze 15 davon die volle Sternewertung von mir bekommen. Spontan wären mir davon aber kaum noch welche eingefallen, zum einen weil ich mir einfach nicht merken kann, welche Bücher ich in diesem Jahr schon alle gelesen habe, aber auch, weil sie mir rückblickend oft gar nicht mehr so gut vorkommen. Ich habe mir gerade angeschaut, welche Titel dazuzählen und bei manchen dachte ich „oh, fand ich das wirklich so gut?“

Ich habe kein Problem damit, mich an gute Dinge zu erinnern und bei normalen Erinnerungen ist es auch nicht so, dass sie mir im nachhinein schlechter vorkommen. Wieso passiert das also mit Büchern? Kennt jemand das Problem?

Ich wüsste gern woran das liegt und ob es einen Weg gibt, das Problem zu lösen, denn es ist ein unfassbar unbefriedigendes Gefühl, zu wissen, dass man jährlich so viele Bücher liest, aber trotzdem kaum Favoriten nennen kann.

38 Kommentare zu „Das Lieblingsbuchproblem

  1. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Ursprünglich hatte ich geplant, ganz viele Beiträge von meinen mittlerweile vorletzten Blog zu übernehmen. Mittlerweile denke ich, dass ich selbst bei Büchern, die ich damals großartig fand, da nicht mehr ausreichend genug hinterstehe. Und bei den wenigen Büchern, die ich heute noch großartig finde, habe ich ganz oft das Wissen im Kopf, dass sich dieser und jener Aspekt wohl zu recht kritisieren ließe, so dass ich dann die ganze Rezension umschreiben müsste.

    Jedenfalls bleiben mir mittlerweile auch nur noch recht wenig Bücher so im Kopf, dass ich ein halbes Jahr später noch an sie denke. Und noch weniger Bücher flashen mich so, dass ich unbedingt weitere Bücher von der Autor*in lesen will. Da bin ich dann auch manchmal etwas verwundert, was bei mir fünf Sterne bekommen hat. Womit wir dann bei der Twitter-Unterhaltung neulich wären. Ich habe jetzt zwar doch zehn Bücher zusammenbekommen, denen ich 2019 entgegen sehe. Aber es ist längst nicht mehr so euphorisch wie damals, als ich mit dem Bloggen über Bücher angefangen habe.

    Den universalen Ratschlag habe ich nicht. Was mir 2018 etwas geholfen hat, ist abseits der YA-Bücher zu suchen und mich wieder mehr aus meiner Nische zu wagen. So Bücher wie „Every Heart a Doorway“ oder „Circe“ haben mich viel mehr gepackt als es die meisten YA-Bücher (leider) mittlerweile können. Vielleicht ist es auch ein bisschen so wie mit dem Essen: Wenn bestimmte Gerichte zu oft gegessen werden, hat man sie irgendwann über und erinnert sich auch nicht mehr besonders gut an sie.

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    1. Mich beruhigt es bei sowas immer, wenn es anderen auch so geht und sie meinte Gedanken nachvollziehen können.
      Das mit dem Blogumzug verstehe ich. Ich habe ja einfach alle Beiträge übernommen, aber im Nachhinein dann doch zumindest ein paar der ganz alten Rezensionen gelöscht, die ich wirklich peinlich fand. Irgendwann gehe ich die mal alle durch und nehme vielleicht die offline, die ich heute auf keinen Fall mehr so schreiben würde. Zwar gehört es irgendwie zur Entwicklung dazu, aber gerade bei Kommentierwochenenden stoßen immer mal Leute auf Beiträge von 2013 und das ist mir dann immer etwas unangenehm, weil niemand auf das Datum achtet.

      Das ist ein guter Tipp, das versuche ich sowieso schon zu beherzigen und abwechslungsreicher zu lesen. Die beiden Beispiele die du nennst möchte ich auch dringend noch lesen, vielleicht ergeht es mir ja auch so. Danke!

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  2. Huhu!

    Also zum einen: Mein Leseverhalten hat sich seit dem Bloggen definitiv auch geändert.
    Ich bin ebenfalls kritischer geworden und auch mein Buchgeschmack hat sich geändert, wobei letzteres wohl einfach auch normal ist, man verändert sich ja mit der Zeit …

    Lieblingsbücher, doch da könnte ich dir schon einige nennen aus diesem Jahr. Ich lese auch sehr viel und finde zum Glück sehr sehr oft Bücher, die mich richtig begeistern und überraschen können. Das sind nicht nur immer die Neuen, die grade frisch geschlüpft sind, sondern durchaus auch ältere Exemplare. Und 5 Sterne gibts bei mir immer mindestens 1 x pro Monat (ja, das wären dann im Jahr 12) aber es sind halt doch mehr. Und auch die 4.5 Sterne Bücher begeistern mich sehr und haben einen „Lieblings-Status“, wenn auch nur eine Kleinigkeit für das perfekte Buch gefehlt hat.

    Ich kann also nur sagen: ich kann es nicht so wirklich nachempfinden.
    Kritischer bin ich beim Lesen geworden, aber dadurch auch in meiner Buchauswahl (ich lese zurzeit auch weniger Jugendbücher) und nehme gerne Buchtipps an von Leuten/Bloggern, bei denen ich weiß das wir einen recht ähnlichen Geschmack haben.

    Und ich probiere auch immer gerne mal Selfpublisher aus und hab da schon einige Perlen gefunden <3

    Ich hoffe, dass für dich 2019 ein besseres Lesejahr wird und du wieder mehr Bücher findest, die dich so richtig packen und begeistern können! :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Das freut mich sehr zu lesen, ich hoffe dir geht es noch ganz lange genauso!
      Bei mir liegt es vielleicht auch teilweise an der Auswahl, weil ich versuche meinen SuB zu reduzieren und da vieles bei ist, was ich mir heute nicht mehr aussuchen würde. Das muss nicht heißen, dass mir die Bücher nicht gefallen, aber allein dadurch, dass ich nicht so vorfreudig daraufblicke, geht mir wahrscheinlich schon etwas der potenziellen Begeisterung verloren.

      Dankeschön, das hoffe ich auch. Das gilt für dich natürlich auch, auch wenn du damit kein Problem hast. :)

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  3. Hallo Jacquy,
    das ist eine wirklich interessante Frage die du da stellst. Ich habe auch gemerkt das ich mittlerweile etwas kritischer geworden bin und das es bei mir auch einiges braucht, damit ein Buch die volle Bewertung bekommt. Letztendlich bleiben mir auch nur noch eine Handvoll davon im Gedächtnis, obwohl ich wenn ich meine Leseliste so anschaue feststellen muss, dass es durchaus mehr waren die mir gefallen hat.
    Vielleicht liegt das an der Menge die man liest? Ich könnte mir gut vorstellen das das daran liegen könnte. Aber ich kann mir nicht vorstellen deshalb weniger zu lesen, denn ich lese nunmal schnell und auch gerne. ;)
    Trotzdem bleiben mir bestimmte Bücher schon im Gedächtnis und in diese habe ich mich dann auch total verliebt. :D
    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

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    1. Das kann wirklich sein. Je mehr man kennt, desto schwieriger ist es wohl, überrascht und „geflasht“ zu werden. Aber weniger lesen ist für mich auch keine Option, allein deshalb weil ich das meiste in der Bahn lese und mir dann da die Beschäftigung fehlen würde. Abgesehen von den vielen Büchern, die ich noch lesen will und sowieso schon nicht schaffen kann. Nein, wirklich keine Option.
      Das ist schön! Also wenn schon ein Liebling, dann auch richtig.

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  4. Hi Jacquy,

    genau das ist mir in letzter Zeit auch aufgefallen. Ich lese mittlerweile sehr viel kritischer und mein Lesegeschmack hat sich seit ich blogge auch ziemlich verändert. Bücher, die mich früher begeistert haben, kann ich nicht mehr unbedingt als Lieblingsbücher bezeichnen, weil ich nicht weiß, ob sie mir heute überhaupt noch gefallen würden. Immerhin gibt es aber ein paar, die ich wirklich immer nennen kann.

    Teilweise wundere ich mich auch über meine Bewertungen von Büchern. Mir fallen zwar für dieses Jahr einige ein, die die volle Sternewertung bekommen haben, aber bei dem ein oder anderen frage ich mich schon, warum überhaupt. Noch mehr frage ich mich das allerdings bei den Vier- und Drei-Sternebewertungen. Da sind teilweise welche dabei, die ich rückblickend wirklich nicht mehr als so gut in Erinnerung habe. Das finde ich schon seltsam. Direkt nach dem Lesen sollte man doch eigentlich die treffendste Bewertung abgeben können – also sollte man zumindest meinen. Ich bin da genauso ratlos wie du.

    Die einzige Lösung, die ich für mich bisher gefunden habe, ist: Seeehr sorgfältig auswählen, welche Bücher ich überhaupt lese. Früher habe ich einfach alles gelesen, was mir in die Finger kam, ohne groß zu schauen, ob es mir gefallen könnte. Heute lese ich selten ein Buch, zu dem ich keine Rezension(en) und diverse Meinungen gelesen/gehört habe. Das funktioniert im Moment relativ gut.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Anka

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    1. Schön zu hören, dass meine Gedanken nachvollziehbar sind, auch wenn es schade ist, dass es dir auch so geht.

      Genau das habe ich auch schon überlegt. Ich hätte auch gedacht, dass die erste Bewertung die authentischste sein müsste, aber habe schon mal drüber nachgedacht, vor der Bewertung mal ein paar Tage abzuwarten. Wieso da mit der Zeit immer dieser Meinungswechsel stattfindet, weiß ich leider wirklich nicht.

      Ja, das klingt nach einer guten Methode. Ich habe leider noch sehr viele Bücher auf dem SuB, die ich heute zwar nicht mehr kaufen würde, die mich auf eine gewisse Art aber trotzdem noch genug interessieren, um sie lesen zu wollen. Weißt du, was ich meine? Dadurch haben sie aber wohl schon schlechtere Chancen darauf, positiv herauszustechen. Ich habe nämlich den Eindruck, dass eine gewisse Vorfreude und Aufregung vor dem Lesen so ein bisschen Voraussetzung für Begeisterung nach dem Lesen ist.

      Liebe Grüße!

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      1. Ja ich weiß, was du meinst. Davon habe ich auch noch ein paar hier. Und stimmt, das mit der Vorfreude hab ich auch schon ab und zu festgestellt. Desto mehr ich mich auf das Lesen eines bestimmten Buchs freue, desto eher kann es mich dann auch richtig begeistern.

        Liebe Grüße und frohe Weihnachten!

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  5. Hi Jacquy,

    Ich glaube, das ist ganz normal, dass man mit der Zeit kritischer wird und dass es dadurch dann auch schwieriger für ein Buch wird einen zu begeistern.
    Ich finde es immer wieder interessant von anderen Bloggern etwas zu Problematiken in Büchern zu lesen. Historische Romane kamen da bisher nicht so häufig vor, weswegen es die Auswahl meiner Bücher bisher eher nicht beeinflusst hat, aber ich merke durchaus, das ich für solche Themen sensibler geworden bin und mir Dinge auffallen, die ich vorher nicht so beachtet hätte. Wer weiß, vielleicht bin ich in einiger Zeit an einem ähnlichen Punkt wie du.

    LG, Moni

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      1. Also wenn ich immer nur das gleiche Genre lesen würde, das wäre nichts für mich muss ich sagen. Ich lese wirklich breit gefächert und es gibt nur wenige, die ich gar nicht lese. So kommt viel Abwechslung auf und man verbeißt sich auch nicht so in bestimmte Themen und es wiederholt sich einfach auch nicht so viel ;)

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  6. Huhu Jacky,
    dein Post finde ich sehr interessant, denn mir geht es irgendwie nicht so.
    Ja ich bin zwar kritischer geworden, aber das eben auch schon in der Auswahl. Es gibt immer noch viele volle Punkte-Bewertungen, aber eben weil mir schon gar nicht mehr alles ins Haus kommt.
    Nun gut letztes Jahr habe ich keine 100 Bücher gelesen, aber ich kenne solche Jahre auch. Da viel es mir immer schwer ne Top 10 aufzustellen, weil ich zu viele sehr gute Bücher im Kopf hatte und genau abwägen musste.
    Mhh ja und mein Lesegeschmack hat sich jetzt auch nicht wahnsinnig geändert. Es ist immer nach Hauptsächlich Fantasy ( und das querbeet mit wenig Vampieren ), mal ein Liebesroman und ganz selten Krimis. Das Bloggen hat jediglich verändert, dass ich auch mal neuen Ideen / Konzepten ( zumindest für mich neu) ausprobiere.
    Ich blogge jetzt seit etwas mehr als 4 1/2 Jahren und habe genau deswegen Probleme Lieblingsbücher zu bennen, weil eben von denen von damals noch so viele dazugekommen sind. Das ich eben nicht sagen kann, die stechen raus. Sie haben mich eben alle auf ihre Weise begeistert.
    Du und auch ein paar Vorredner sind da eben genau anders. Das ist für mich eben interessant wie unterschiedlich wir da doch ticken.
    LG Chia

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    1. Hallo Chia,
      ich weiß was du meinst. Ich kaufe auch viel ausgewählter als früher. Mein Problem ist wahrscheinlich, dass ich noch so viele Bücher hier habe und auch lese, die ich vor längerer Zeit gekauft habe, als ich eben noch unkritisch war und auch entsprechend die Bücher ausgewählt habe. Neu gekaufte Bücher gefallen mir tendenziell auch besser als die die ich schon lange habe. Das wird also wahrscheinlich das Problem sein.

      Du hast recht, das ist wirklich interessant. Ich bin etwas neidisch, muss ich sagen, weil ich eben auch gerne so sicher sagen könnte, dass meine früheren Lieblingsbücher das auch heute noch sind.
      Danke für deinen Kommentar!

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  7. Liebe Jacquy,
    ich kann mich so gut in diesem Beitrag wiederfinden, mir geht es da genau wie dir. Mittlerweile passiert es nur noch alle Jubeljahre mal, dass mir ein Buch über den Weg läuft, dass mich derart begeistert, dass es ein Lieblingsbuch ist. Nur die wenigstens Bücher können das bei mir (zumindest aus den gängigen Genres die ich lese) und das liegt unweigerlich daran, dass man schon so viel kennt. Ich liebe viele Bücher, finde sie wirklich toll, aber so ein richtiges Lieblingsbuch? Das läuft mir wirklich nur noch selten über den Weg. Das letzte war Strange the Dreamer von Laini Taylor für mich und davor war es Six of Crows von Leigh Bardugo. Bei absoluten Lieblingsbüchern muss ich das Buch lesen und mir denken „Nie wieder werde ich ein Buch so toll finden wie das hier gerade“. Was zuggegeben etwas übertrieben ist, aber so geht es mir immer, wenn ich ein absolutes Herzensbuch lese. Mittlerweile vergebe ich auch nur noch relativ selten 5 Sterne, weil ich mir diese Wertung irgendwie aufheben will, für die absolute grandiosen Bücher, die ich im Augenblick kaum noch finde.
    Ich denke das hängt aber auch damit zusammen, dass ich immer noch hauptsächlich YA Fantasy lese und man das Rad eben nicht neu erfinden kann. Ich merke immer total, dass ich mich viel mehr für Bücher begeistere, wenn sie aus anderen Genres sind und eben neu und aufregend und nicht etwas, das man schon fünfzig Mal gelesen hat. Das ist so ein bisschen meine Lösung, wenn ich mich wieder für etwas total begeistern will, weil meistens reicht mir da dann schon der Reiz des Neuen und Unbekannten.

    Alles Liebe,
    Katharina
    #litnetzwerk

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    1. Ja, das kommt mir sehr bekannt vor. Ich vergebe auch öfter mal 4,5 Sterne, auch wenn ich ein Buch geliebt habe, weil ich oft denke „aber was, wenn es noch was besseres gibt und ich dann keine Luft mehr nach oben habe?“, dabei ist das ja Unsinn und es können auch mehrere Bücher Lieblingsbücher sein. Früher habe ich die 5/5 super frei und unkritisch vergeben, jetzt fast gar nicht mehr (bei Goodreads runde ich oft auf, daher sinds in der Statistik doch einige). Das ist echt schwer geworden.

      Ja, da hast du recht. Früher konnte man viel mehr überrascht werden als jetzt. Ich sollte auch mal mehr Ausflüge in andere Genres machen, aber oft denke ich mir, dass es ja einen Grund hat, dass ich sie sonst nicht lese.

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar!

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  8. Interessante Problematik. Ganz kann ich mich nicht damit identifizieren, da es zu meiner Teenagerzeit solche Bücher gar nicht gab und ich sie später auch nicht unbedingt gelesen habe. Aber natürlich ist klar, dass man sich verändert. Ich hab mal eine recht lange Zeit lauter erotisch angehauchte Vampir-Werwesen-Paranormal-Romane gelesen. Leidenschaftlich gern, Reihe um Reihe, bis ich dann eine Überdosis hatte und mich soclhe Bücher überhaupt nicht mehr interessieren. Dafür liebe ich im Moment Psychothriller (ohen Gemetzel), obwohl ich lange Jahre gesagt habe, dass ich sowas nicht mehr lesen würde. Ich wähle nur inzwischen genauer aus. Die Genrewechsel tun mir ganz gut und natürlich wird man immer kritischer, je mehr man liest.
    Im Lesekreis sind einige, die nur anspruchsvolle Literatur lesen, die setzen die Maßstäbe dann an jedes Buch an. Das kann aber auch frustrierend sein. Daher bleibe ich lieber bei meinem Mix aus Anspruch und Trash. ;-)

    Liebe Grüße,
    Mona

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    1. Stimmt, der Geschmack verändert sich auf jeden Fall und diese „Überdosis“ eines Genres kenne ich auch. Schön, dass du trotzdem immer etwas findest, woran du Freude hast.
      Und klar, je nachdem, was man gewohnt ist, beurteilt man anderes natürlich anders. Da ist es immer gut, wenn man keine zu hohen Ansprüche stellt, sondern auch mit „weniger“ zufrieden ist. :)

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  9. Hallo meine Liebe,

    wirklich sehr interessant was du hier ansprichst. Ich für meinen Teil habe immer mal wieder Genre die ich zu einbem bestimmten Zeitpunkt bevorzugt lese. Zu meiner Teenagerzeit habe ich total gerne blutige Thriller gelesen, dann gab es da die Zeit der Vampirromane und eine Jane Austen Zeit. Als damals dann die Twilight-Reihe in aller Munde war und ich die Bücher von einer Freundin ausgeliehen habe war ich auch gleich Feuer und Flamme und habe die Bücher auch super gut bewertet. Allerdings glaube ich, dass ich die Bücher heute mit anderen Augen sehen würde und deshalb auch anders bewerten würde. Von daher kann ich dich gut verstehen mir sind nämlich auch noch andere Bücher jetzt im nachhinein nicht mehr so gut in Erinnerung wie ich sie damals bewertet habe.

    Liebe Grüße
    Bella

    #litnetzwerk

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    1. Schön, dass du das verstehen kannst. Twilight habe ich auch geliebt, würde die Bücher heute aber schrecklich finden. Ich glaube, so geht es einigen, aber woran das genau liegt, konnte ich bisher nicht festmachen.
      Spannend, dass du auch in verschiedenen Phasen unterschiedliche Genres gelesen hast, das haben jetzt schon einige kommentiert. Mal sehen, ob sich das bei mir auch noch so rasant ändern wird. :)

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  10. Hey :)
    Ein toller Post. Ich kann mich in deinen Worten definitiv wieder erkennen. Ich glaube, dass ich die meisten Bücher aus meiner Zeit als Teenager auch heutzutage nicht mehr meine Lieblingsbücher nennen würde. Ich liebe die Twilight-Reihe, aber auch sie haben ihre Probleme. Der Grund, warum ich sie noch liebe, sind wohl eher nostalgische Gründe.
    Ich denke mal, je mehr Bücher wir kennen, desto härter wird es einfach, seine Lieblinge auszuwählen. Man kennt einfach so viel und so viele Geschichten können einen begeistern, viele betrachtet man danna ber doch kritischer. Vor allem tendiert man auch sicher dazu, das ein dere andere Buch miteinander zu vergleichen und eines der beiden Bücher erscheint dann auch sicher ein kleines wenig schlechter als das andere.
    Ich versuche mir inzwischen keinen Druck mehr zu machen. Meistens, wenn mich jemand nach meinem Liebljngsbuch fragt, erwähne ich einfach nur ein paar Bücher, die ich in letzter Zeit ganz gut fand. Aber eine richtige Antwort habe ich auf die Frage auch nicht mehr.

    Liebe Grüße
    Isabell

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    1. Ich verstehe dich total. Ich verbinde mit Twilight auch Nostalgie, würde die Bücher heute aber nicht mehr mögen. Deshalb bin ich sehr froh, dass ich sie damals entdeckt und gelesen habe, bevor ich begonnen habe, Bücher anders zu beurteilen.
      Das stimmt, der Vergleich könnte das Problem sein. Je mehr man gelesen hat, desto schwieriger ist es, etwas zu finden, was alles andere übertreffen kann.
      Das mit dem Druck freut mich zu hören. Ich nenne auf die Frage auch eher Highlights der letzten Zeit als wirklich All time Favorites.

      Liebe Grüße!

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  11. Hallo Jacquy.
    Ein wirklich guter Beitrag und ich kann es genau so bestätigen!
    Früher, als ich noch total unbedarf gelesen habe, ohne Blog und viel jünger, habe ich regelrecht alles gelesen ohne groß drüber nachzudenken (ich denke, das geht den meisten Lesern, die einfach nur lesen ohne zu bloggen heute genau noch so). Aber nicht nur ich als Leser habe mich verändert, bin älter (aber nicht immer weiser), nein auch die Zeiten haben sich geändert. Das ist der Lauf der Dinge.
    Hat man früher Twilight geliebt, mit einem tollen Vampir, der alles für seine angebetete tut, stellt man ihn heute als Stalker in Frage, weil er einfach ungefragt nachts in ihr Zimmer kommt und sie beobachet. Für mich auch jetzt im Nachhinein gruselig – möchte ich nicht erleben.

    Ich glaube, da man als Blogger jetzt mehr Kontakt mit anderen hat, ganz anders über Bücher spricht, ist man einfach kritischer. Und es stimmt, es gibt nicht mehr allzu viele Bücher, die aus der breiten Masse hervorstechen, die anders sind. Meist sind die Bücher im Schema F und individuell austauschbar.
    Trotz allem lese ich auch solche Bücher immer wieder mal gern – ich brauch das einfach.
    Aber ich würde jetzt nicht mehr alles zu 100% weiter empfehlen.

    Hab noch einen schönen Sonntag
    Anett – via #litnetzwerk

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    1. Da hast du total recht. Bücher stehen immer auch im Kontext ihrer Zeit. Früher war z.B. das Stalkerding nicht so Thema, aber heute, wo viel mehr auf Feminismus, Zustimmung, etc. geachtet wird, wird sowas sehr viel kritischer gesehen und fällt einem daher auch eher ins Auge. Seltsam fand ich das schon früher, aber heute finde ich das schrecklich.

      Ich bin auch oft damit zufrieden, Bücher zu lesen, die mich nur gut unterhalten und mir nicht viel neues geben, aber NUR kann ich solche Bücher nicht mehr lesen. Ich merke, dass ich zwischendurch auch immer mal Abwechslung oder etwas anspruchsvolleres brauche und eben auch vieles nicht mehr weiterempfehlen würde, wo ich es früher noch gemacht hätte.

      Wünsche ich dir auch, danke!

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  12. Huhu :)
    Ich kann das ziemlich gut nachvollziehen. Ich muss mittlerweile Bücher immer erst einmal verdauen, bevor ich mir wirklich eine Meinung machen kann. Und je mehr ich über etwas nachdenke, desto mehr negative Dinge fallen mir irgendwie ein.
    Aber gerade in Bezug auf Bücher, die ich vor ein paar Jahren gelesen habe, ist es, wie du gesagt hast: Manches fällt einem einfach nicht auf oder ist so neu, dass man es nicht als negativ wahrnimmt. Aber die Sichtweise ändert sich eben, insbesondere wenn man viel im gleichen Genre liest und die Klischees mittlerweile kennt. Man achtet dann viel mehr auf alles, Dinge, die einem früher nicht aufgefallen sind, scheinen plötzlich prominent. EIgentlich bin ich auch ganz froh, dass ich viele Bücher, die ich mochte damals gelesen habe und nicht jetzt, denn sie würden mir keinen Spaß mehr bereiten. Aber wie man selbst sich entwickelt, so entwickelt sich auch der Buchmarkt (wenn auch langsamer). Und ab und zu sind dann doch Bücher dabei, bei denen man denkt: „Ja, ja das ist es! Genau das Buch hat mir noch gefehlt!“
    Liebe Grüße ♥
    Kat

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    1. Hey Kat,
      das stimmt! Je mehr Zeit man hat, etwas zu verdauen, desto mehr Aspekte fallen einem ein. Vielleicht sollte ich in Zukunft meine Rezensionen ein bisschen ruhen lassen und vor dem Veröffentlichen noch mal überarbeiten.
      Ja, der Buchmarkt entwickelt sich tatsächlich mit. Das, was ich vor ein paar Jahren noch gelesen und geliebt habe, gibt es mittlerweile kaum noch, weil die meisten davon jetzt genug haben und was neues her muss. Eigentlich gut, aber die beste Lösung wäre wahrscheinlich, generell vielseitiger zu veröffentlichen, damit für jeden etwas dabei ist.
      Da hast du recht, solche Glückstreffer hat man immer mal :)

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  13. Hallo Jacquy,

    ich habe diesen Beitrag über das #litnetzwerk entdeckt und muss dir in vielen Aspekten zustimmen.
    Ich habe immer noch eine lange Liste an Lieblingsbüchern, aber in den letzten Jahren bin ich als Leserin um einiges Anspruchsvoller geworden. Auf Goodreads zeichnet sich deutlich ab, dass ich viel häufiger 3 als 5 Sterne vergebe. Bei mir hängt, dass zum Teil damit zusammen, dass ich mehrmals für andere Schreiberlinge probegelesen habe. Wenn man so etwas regelmäßig macht, wird man kritischer.

    Auch an YA habe ich stark die Lust verloren und zwar aus ähnlichen Gründen wie du. Während ich früher noch sehr viele YA Bücher las, habe ich in diesem Jahr bisher erst 1 YA Buch gelesen und dieses gefiel mir noch nicht mal.

    Um das Problem zu lösen habe ich verschiedene Tipps:

    – Etwas diverser zu lesen und mehr Genres lesen, die man früher nicht gelesen hat. Ich habe z.B einige interessante Sci-Fi und Gegenwartsliteraturbücher entdeckt.
    – Weniger gehypte Bücher lesen und ab und zu auch mal zu unbekannten Namen greifen. So entdeckt man viele gute Autor_innen.
    – Vielleicht etwas mehr Erwachsenenlbücher lesen oder Bücher, die so zwischen YA und Erwachsenenbüchern stehen, lesen. Wenn du Sci-Fi magst könnte ich da „Der lange Weg zu einem kleinen, zornigen Planeten von Becky Chambers empfehlen. Wenn Fantasybücher auf Englisch gehen empfehle ich „The City of Brass“ von S.A Chakraborty. Das habe ich gerade beendet und es war richtig gut.

    LG
    Elisa

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    1. Hey Elisa,
      interessant, dass so viele mir hier zustimmen können. Dass man generell kritischer wird, wenn man gezielt auf solche Dinge achtet, glaube ich gern.
      Super, dass du direkt Tipps für mich hast! Ich versuche auch schon, aus meinem gewohnten Muster auszubrechen und auch mal Bücher zu lesen, zu denen ich sonst nicht gegriffen habe und das funktioniert tatsächlich recht gut. Mehr vom YA wegzugehen ist für mich aktuell auch wichtig, weil gerade diese Bücher mich oft enttäuschen.
      „Der lange Weg…“ ist eine super Empfehlung, das Buch war mein Jahreshighlight, als ich es gelesen habe. Vielleicht auch gerade deshalb, weil es so anders ist als das, was ich sonst lese. Das erinnert mich auch daran, dass ich die Folgebände noch lesen möchte. „The City of Brass“ schaue ich mir mal an, danke!

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  14. Hi Jacquy,
    dieses Problem ist mir selbst sehr gut bekannt. Ntürlich werde ich immer meine All-Time-Favorites haben, aber Bücher, die ich vor 1-2 Jahren noch mit der vollen Punktzahl bewertet habe, sind mir inhaltilich kaum noch im Gedächtnis.
    Waren sie also wirklich so gut, wie beim ersten lesen?

    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Ja, das kenne ich. Ich weiß dann noch, dass ich das Buch mochte, aber ich erinnere mich nicht mehr daran, woran es gelegen hat und kann entsprechend nicht bewerten, ob ich es immer noch mögen würde.

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  15. Liebe Jacquy,
    Ich habe ein ganz anderes Problem. Am liebsten würde ich immer die drölfzig aus den letzten 6 Monaten aufzählen und vergesse immer noch eins :D Aber wenn mich jemand fragt könnte ich leider auch nicht mehr konkret ein Lieblingsbuch nennen. :/ Dafür lesen wir vielleicht auch einfach zu viel. Liebe Grüße Chrissi

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