Kurzrezensionen: #WirLesenFrauen (1)

In meinem Challengebeitrag habe ich angekündigt, alle Bücher rezensieren zu wollen, damit auch die nötige Aufmerksamkeit für die Autorinnen generiert wird, für die diese Aktion stattfindet. Trotzdem gibt es natürlich Fälle, in denen das, was man zu berichten hat, nicht für eine vollständige Rezension reicht. Bei letmeeatbooks habe ich daher die Idee übernommen, mehrere Bücher gesammelt vorzustellen.


Binti (Nnedi Okorafor) – Woman of Colour

Binti 1Binti ist die erste ihres Volkes, die auf der besten Universität der Galaxie zugelassen wurde. Auf dem Weg dorthin passiert allerdings etwas schreckliches, denn das Raumschiff wird von den Meduse überfallen, einer Spezies die noch ein Hühnchen mit der Rasse der anderen Pasagiere zu rupfen hat – und deshalb alle tötet. Stach sie durch ihr Aussehen und ihre Kultur schon vorher aus der Masse heraus, ist sie nun der einzige Mensch, der noch übrig ist und einen Krieg verhindern kann.

Der Einstieg in die Geschichte gefällt mir sehr, denn Binti verlässt zu diesem Zeitpunkt gerade ihren Heimatplaneten, die Erde, und es fällt ihr sehr schwer, ihre Familie zurückzulassen. Das Zuhause zu verlassen ist für diese eine Schande und so fürchtet sie, verstoßen zu werden. Auf der anderen Seite möchte sie ihre Begabung für die Mathematik nicht ungenutzt lassen und riskiert es daher schweren Herzens. Diese Zerrissenheit kommt sehr gut rüber und hat mich als Konfliktpunkt der Geschichte völlig überzeugt. Was danach passiert hat mich dafür völlig unvorbereitet getroffen und schockiert. Binti geht mit den Ereignissen allerdings verhältnismäßig tapfer um und tut ihr bestes in dieser schwierigen Situation. Ich bewundere an ihr ihre Offenheit und ihren Willen, mit jedem Lebewesen Frieden zu schließen.

Die Handlung wirkte auf mich allerdings noch etwas unreif, da es sich nur um eine Novelle mit 95 Seiten handelt. Ich hätte mir gewünscht, dass auf einige Aspekte genauer eingegangen wird, weil sie für mich teilweise nicht nachvollziehbar waren und das Ende des Konflikts kam für mich auch sehr übereilt. Als vollständiger Roman hätte mir die Geschichte vermutlich besser gefallen, aber auf die Fortsetzungen bin ich trotzdem gespannt, zumal diese auch ein ganzes Stück länger sind.


Plastikmüll adé (Stefanie Müller) – Selfpublisher

Plastikmüll adeAuf nur 45 Seiten spricht dieses Buch über den Verzicht auf Plastik und damit einhergehende Müllersparnis. Aufgrund der Länge bleibt es dabei in seinen Informationen leider sehr oberflächlich, auch wenn ich dem Buch zugute halten muss, dass verschiedene Themen angesprochen werden. Es gibt sowohl Kapitel, die aufzeigen, weshalb der Plastikkonsum drastisch reduziert werden muss und welche Folgen die Umweltverschmutzung hat, als auch konkrete Tipps, wie man selbst im Alltag Alternativen nutzen kann. Mir gefällt dabei, dass diese Tipps größtenteils von jedem angewendet werden können, da sie weder Kosten noch Aufwand erhöhen, sondern wirklich einfach Alternativen sind, auf die z.B. beim Einkauf geachtet werden kann.
Gut finde ich dabei besonders, dass auch darauf hingewiesen wird, dass Plastikalternativen nicht immer die nachhaltigere Lösung sind, da es bei der Produktion noch viele weitere relevante Faktoren gibt. Schade finde ich aber, dass sich das Buch dabei auch widerspricht. So wird beispielsweise erklärt, weshalb Papiertüten schlechter für die Umwelt sind als Plastiktüten, im nächsten Kapitel wird dann aber doch wieder empfohlen, Papier statt Plastik zu nehmen.

Insgesamt bietet das Buch einen kleinen Überblick über Problematiken und Tipps, ist aber nur für Einsteiger geeignet. Wer sich mit dem Thema bereits vorher beschäftigt hat, wird hier wenige neue Informationen finden.


Die verborgene Seite des Mondes (Antje Barbendererde) – Deutsche Autorin

Die verborgene Seite des MondesAn den Büchern der Autorin mag ich, dass oft ein Mädchen im Mittelpunkt steht, dass durch verschiedene Umstände an die Lebensweise der „Indianer“ herangebracht wird. (Auch wenn ich relativ sicher bin, dass man das Wort nicht benutzen sollte und ich der Autorin eigentlich zutraue, das zu wissen.) Mir gefällt, dass dabei immer die unterschiedlichen Werte und Ansichten zur Geltung kommen, aber dabei nicht völlig kollidieren, sondern beide für die jeweils andere Sicht Verständnis aufbringen und sich so annähern.

In diesem Fall geht es um Julia, deren Vater gerade gestorben ist, weshalb sie für die traditionelle Trauerzeremonie seine Eltern in Amerika auf ihrer Ranch besucht. Ich finde es super, dass dabei viele Probleme der Native Americans angesprochen werden, z.B. Landenteignungen und Diebstahl, gegen den sie sich nicht wehren können, aber in vielen Fällen auch nicht aufgeben wollen.

Die Geschichte hat mir zu einem großen Teil ganz gut gefallen, aber gegen Ende hat mich das Buch ein bisschen verloren, weil ich paar Dinge passiert sind, von denen ich kein Fan bin. So steht die Liebesgeschichte der Protagonistin zu sehr vor den eigentlichen wichtigen Plotpunkten und es gibt einen dieser Fälle, in denen es mir absolut unverständlich ist, dass in einer solchen Situation niemand einfach die Polizei ruft, sondern es stattdessen absolut abwegige Lösungsvorschläge gibt, die überhaupt keine Lösung sind.

Hätte ich das Buch vor einigen Jahren gelesen, hätte es mich sicher so begeistert wie andere Bücher, die ich von der Autorin bereits kenne, aber mittlerweile sehe ich einiges kritischer. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und war ziemlich gefesselt von der Geschichte.

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5 Kommentare zu „Kurzrezensionen: #WirLesenFrauen (1)

  1. Huhu!
    Von Binti habe ich eine Art Sammelband, zumindest hat das eBook um die 350 Seiten, wenn ich mich nicht irre. Und auch die neuere TB Ausgabe, die es im CrossCult Verlag gibt, ist wesentlich dicker als 95 Seiten. Bei der Seitenanzahl ist es auch sicherlich schwierig, alles angemessen darzustellen, von daher kann ich deine Kritikpunkte nachvollziehen, auch ohne das Buch gelesen zu haben. Aber ich freue mich auf jeden Fall sehr auf die Geschichte :)

    Liebe Grüße,
    Nicci

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    1. Hey Nicci,
      ja, im Deutschen wurden die drei Bände glaube ich direkt zusammengefasst, weil sich vermutlich der Druck für so ein kurzes Büchlein nicht lohnt. Finde ich aber auch besser so. Freut mich, dass meine Kritik verständlich war und ich hoffe, dir gefällt das Buch!

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  2. Hallöchen noch mal,

    „Binti“ und die Nachfolgenovelle las ich letztes Jahr, die dritte Novelle liegt aber noch auf meinem SuB. Ich finde auch, es wäre besser aus der Geschichte einen Roman zu machen. Von Nnedi Okorafor habe ich auch „Wer fürchtet den Tod“ gelesen, was ich genial fand, aber es ist sehr hart.

    LG
    Elisa

    Gefällt 1 Person

    1. Hi!
      Genau, da wäre meiner Meinung nach noch viel Potenzial dagewesen, die Geschichte auszuweiten. Auch wenn es gezielt nur eine Novelle sein sollte, finde ich, dass da viel verloren geht. Ich bin gespannt, ob das in den nächsten beiden Teilen besser wird.
      Das andere Buch habe ich auch noch auf dem Schirm, aber das „sehr hart“ schreckt mich leider eher ab, muss ich sagen. Vielleicht irgendwann mal.

      Liebe Grüße!

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