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Autorin: Rainbow Rowell
Verlag: Orion
Format: Taschenbuch / eBook
Seitenzahl: 323
Erschienen: 2011
Deutscher Titel: Liebe auf den zweiten Klick
(Goldmann Verlag)
Reihe: –


Inhalt

Jennifer und Beth wissen eigentlich, dass jemand ihre beruflichen E-Mails überwacht, aber das hält sie nicht davon ab, darüber ihre Privatgespräche zu führen. Mal ganz persönlich, mal witzig, tauschen sie sich über alles aus, was sie bewegt – und Lincoln liest jedes Wort. Sein Job ist es, die Mails zu überwachen und Verstöße abzumahnen, aber Jennifer und Beth findet er so sympathisch, dass er es einfach nicht über sich bringt und als er Beth immer mehr ins Herz schließt, wird es langsam zum Problem.


Meinung

Lincoln ist der Protagonist der Geschichte und wir lesen aus seiner Perspektive. Dabei wechseln sich immer Kapitel ab, in denen wir ihm direkt folgen und welche in denen der Schriftverkehr der beiden Frauen wiedergegeben ist. Mir fiel es sehr schwer, eine Bindung zu einer der Figuren aufzubauen. Bei Jennifer und Beth lag es daran, dass man eben nur ihre Mails liest und das über sie erfährt, was sie der anderen gegenüber preisgeben. Bei Lincoln lag das Problem etwas tiefer, denn ich habe ihn einfach nicht verstanden. Er hasst seinen Job, fühlt sich moralisch auch nicht wohl damit und trotzdem macht er ihn weiterhin, obwohl er nicht einmal finanziell darauf angewiesen ist. Er hat schon mehrere Studiengänge abgeschlossen und würde am liebsten zurück an die Uni gehen, aber mir hat sich nicht erschlossen, wieso er das nicht tut oder in diesem Bereich arbeitet, sondern stattdessen etwas so anspruchsloses macht wie E-Mails zu überwachen. Auch sein Liebesleben hat mich etwas irritiert, denn seit seiner Highschool-Freundin, die ihm das Herz gebrochen hat, hatte er keins mehr – und das ist knapp zehn Jahre her. Zwar wird dadurch deutlich, wie viel sie ihm bedeutet hat, aber für mich persönlich war es einfach nicht verständlich, dass er so wenig in der Gegenwart lebt. Davon abgesehen passt sein Selbstbild nicht zu dem, wie andere ihn sehen und es gibt einige Widersprüchlichkeiten, durch die ich seinen Charakter einfach nicht einschätzen konnte.

Da das Buch rein figurenbasiert ist und keine wirkliche Handlung aufweist, konnte es mich wegen der fehlenden Bindung zu den Figuren nicht ganz fesseln. Obwohl ich die Idee ganz witzig fand und sie in meinen Augen Potenzial gehabt hätte, konnte die Umsetzung mich nicht überzeugen. Während ich mich anfangs noch überwinden musste, das Buch wieder zur Hand zu nehmen und auf den ersten 50 Seiten mehrmals überlegt habe, es abzubrechen, konnte ich gegen Ende hin doch etwas mehr gefesselt werden, aber glücklich mit dem Verlauf bin ich trotzdem nicht so richtig. Meiner Meinung nach ging das Ende viel zu schnell und ich konnte gar nicht nachvollziehen, wie es nun dazu gekommen ist, da das einfach nicht richtig behandelt wird. Während sich die Handlung die ganzen 300 Seiten eher zog, passiert am Ende alles Schlag auf Schlag und wirkte auf mich nicht logisch oder ausgereift.


Fazit

Obwohl der Plot Potenzial hatte, konnte mich die Umsetzung nicht überzeugen. Die Handlung zieht sich bevor sie sich am Ende überschlägt und eine fehlende Bindung zu den Figuren hat es mir nicht gerade leichter gemacht. Leider enttäuschend.

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