[Rezension] Kühlschrank Chroniken – Ein WG-Roman

Kühlschrank Chroniken
Quelle

 

Autorin: Nora Miedler
Verlag: Arena
Format: Hardcover / Taschenbuch
Seitenzahl: 342
Reihe: –


Inhalt

Billie hat die Wohnung ihrer Oma geschenkt bekommen und sieht darin die Gelegenheit, ihrem Traumjob ein Stück näher zu kommen. Sie möchte unbedingt Drehbuchautorin werden und bewirbt sich auf ein unbezahltes Praktikum. Finanzieren möchte sie das, indem sie eine WG gründet. Ihr Mitbewohner-Casting läuft allerdings überhaupt nicht wie geplant und schon bald hat sie Mitbewohnerinnen, die überhaupt nicht geplant waren.


Meinung

Ich bin mit falschen Erwartungen an das Buch rangegangen, denn gerechnet habe ich mit einer chaotischen Studenten-WG. Was ich stattdessen bekommen habe, war eine 17-jährige Protagonistin, die sich noch deutlich jünger verhält. Schon zu Beginn fand ich es unrealistisch, dass man einem so jungen Mädchen eine Wohnung vermacht und das verstärkt sich noch, als sich herausstellt, dass sie gar keine Ahnung davon hat, was sie tut und nicht einmal auf die Idee kommt, Mietverträge oder Schlüssel machen zu lassen, bevor sie völlig unüberlegt neue Mitbewohnerinnen aufnimmt.

Das passt sehr gut dazu, wie das Buch ansonsten verläuft, denn alles ist ziemlich chaotisch und im Grunde beruht Billies Figur darauf, dass sie sich albern verhält. Statt wichtige Gespräche zu führen fängt sie plötzlich an, schief zu singen um bloß das Problem nicht ansprechen zu müssen und sie verstrickt sich ständig in irgendwelche unnötigen Lügengeschichten. Für jüngere (oder einfach andere) Leser mag das witzig sein, bei mir hat es aber nur für Augenrollen gesorgt. Alles in allem war das Buch zwar unterhaltsam zu lesen und die Nebenfiguren sind wirklich liebenswert, aber ich bin mit Billie als Protagonistin und ihrem Verhalten einfach nicht zurechtgekommen. Das erstreckt sich auch darauf, dass sie sich prompt in jede männliche Figur verguckt und bei jedem davon als erstes Angst hat, dass er eine ihrer Freundinnen lieber mögen könnte als sie und sie alle für sich haben möchte, bevor sie auch nur mehr als drei Sätze mit ihnen gewechselt hat.

In der Geschichte gibt es viele Ereignisse, die sich einfach ins Nichts verlaufen und nie wieder aufgegriffen werden, auch wenn einige davon eindeutig Konsequenzen haben sollten. Das wirkte auf mich umso mehr, als würde man durch sie nur darstellen wollen, wie albern und „quirky“ die Hauptfigur ist. Auch das Ende ist leider sehr offen und wirkt für mich überhaupt nicht abgeschlossen. Da es sich hier um einen Einzelband handelt, hätte ich mir doch gewünscht, dass die Handlung nicht so plötzlich endet.


Fazit

Alles in allem ist es ein unterhaltsames Buch, das für mich aber viel zu gewollt witzig sein wollte, sodass es nur noch albern gewirkt hat. Obwohl es wirklich liebenswerte Nebenfiguren gibt, konnte ich die Protagonistin nicht leiden und es gibt viele Ereignisse, die einfach keine Konsequenzen für die Handlung haben und so nichts beitragen.

2 Kommentare zu „[Rezension] Kühlschrank Chroniken – Ein WG-Roman

  1. Schade, dass dir das Buch nicht ganz so gut gefallen hat. Bei dem Klappentext hätte ich tatsächlich auch etwas anderes erwartet. Vor allem, dass die Protagonistin älter ist. Einen WG-Roman hätte ich gerne gelesen, aber unter den Voraussetzungen vielleicht doch nicht… trotzdem weiß ich jetzt immerhin, dass er existiert und wer weiß, vielleicht schau ich mir das Buch doch irgendwann mal noch an :D Skurrile WG-Geschichten habe ich schließlich selbst auch einige zu berichten :D
    Liebste Grüße
    Kat

    Liken

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