[Rezension] Der Kater unterm Korallenbaum

Untertitel: oder: Wünschen will gelernt sein
Autorin: Christina Löw
Verlag: –
Format: ebook / Taschenbuch
Erschienen: Juli 2019
Seitenzahl: 277
Reihe: –

Inhalt

Yuki arbeitet viel, hat kein wirkliches Sozialleben und mit ihren Kollegen in der Agentur versteht sie sich auch nicht besonders gut. Eine Konstante in ihrem Leben ist das wöchentliche Familienessen bei ihrem Vater, bei dem auch ihre Geschwister zusammenkommen. Als ihr Vater stirbt, fällt auch dieses weg, dafür hinterlässt er ihr den Familienkater. Zu ihm hatte sie schon immer eine enge Bindung, umso überraschter ist sie also, als er plötzlich mit ihr spricht und ihr offenbart, dass er Wünsche erfüllen kann. Obwohl er sie davor warnt, dass alles seinen Preis hat, scheint zunächst alles perfekt. Das hält allerdings nicht lange…


Meinung

Die Grundidee klang richtig cool und hat mich direkt überzeugt. Wer möchte keine sprechende Katze, die einem jeden Wunsch erfüllen kann? Dass es doch nicht so einfach ist, merkt Yuki allerdings noch. Zunächst bekommen wir aber einen Einblick in ihren Alltag, vor allem ihre Arbeit und die Beziehung zu ihren Familienmitgliedern. Nachdem ihr Vater stirbt, trauert sie natürlich, allerdings merkt man davon als Leser nicht so viel wie ich erwartet hatte, denn es gibt einen Zeitsprung von einigen Wochen, der etwas Distanz aufbaut. Erst dann zieht auch der Kater Sasuke bei ihr ein und von da an fühlte ich näher am Geschehen.

Der Schreibstil gefällt mir gut, das Buch liest sich sehr angenehm und mir gefielen die Beschreibungen sehr. Schade fand ich persönlich, dass es wenig direkten Dialog gibt. Unterhaltungen mit anderen Figuren werden viel paraphrasiert statt sie direkt wiederzugeben und dadurch liest sich die Geschichte meiner Ansicht nach ziemlich distanziert. Trotzdem schafft die Autorin es, den Charakter der Figuren gut darzustellen und die Beziehungen zwischen ihnen deutlich zu machen. Schwierig fand ich es dabei, ein Zeitgefühl innerhalb der Geschichte zu entwickeln, denn am Ende stellt man fest, dass bereits ein halbes Jahr vergangen ist, auch wenn ich die Handlung eher auf 1-2 Monate eingeschätzt hätte, weil es viele zeitliche Sprünge gibt.

Die Handlung hat mich ziemlich überrascht. Ich hatte mich auf eine Geschichte gefasst gemacht, die eher witzig gehalten und auf die Sache mit den Wünschen und den Komplikationen dadurch konzentriert ist. Obwohl auch das natürlich eine Rolle gespielt hat, geht es hier um viel mehr. Ich würde tatsächlich sagen, dass der Fokus eher auf Yukis Beziehung zu ihren japanischen Wurzeln liegt, von denen sie sich immer ziemlich distanziert hat. Auch die Konflikte zu ihren Geschwistern rücken mehr in den Vordergrund, da ihr Vater nun nicht mehr da ist um sie zusammenzuhalten. Auch wenn es eher unerwartet war, hat mir die Behandlung dieser Themen gut gefallen. Zusätzlich fand ich es klasse, wie selbstverständlich die Tatsache verpackt wird, dass Yuki lesbisch ist.

Etwas schade fand ich, dass man kaum Informationen bekommt und alles, was Sasuke und die Magie angeht, sehr mysteriös bleibt. Gerade zu Beginn scheint Yuki auch etwas naiv zu sein, da sie sehr wenig hinterfragt. Zwar wundert sie sich über bestimmte Dinge, aber sie werden nicht angesprochen und schon gar nicht beantwortet.


Fazit

Das Buch war nicht ganz, was ich erwartet habe, aber die Überraschung war positiv. Schade fand ich jedoch die wenigen direkten Dialoge und die Zeitsprünge, die für mich eine ziemliche Distanz zu den Figuren aufgebaut haben.

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