Meine 10 liebsten Bücher im Jahr 2020

Im Jahr 2020 habe ich viele Bücher gelesen, auch wenn oder vielleicht gerade weil nichts nach Plan lief. Anstelle von Unternehmungen haben wir alle viele Abende und Wochenenden zu Hause verbracht und was könnte man da besseres tun als lesen? Das hat dazu geführt, dass ich jetzt eine ordentliche Leseliste vorweisen kann, aus denen ich heute meine Favoriten des Jahres gewählt habe. Die folgenden Bücher habe ich alle mit 5 Sternen bewertet und sie sind mir sehr positiv im Gedächtnis geblieben. Bis auf zwei Ausnahmen habe ich zu den Büchern auch Rezensionen geschrieben, die ich euch verlinken werde.

Hinterlasst mir am Ende gerne auch eure Highlights und gebt mir Bescheid wenn ihr auch einen Beitrag darüber geschrieben habt.


The Friend Zone / Wenn aus Funken Flammen werden (Abby Jimenez)

Den Start macht ein Buch, in dem es um ein Thema geht, was selten angesprochen wird – in der Realität, aber in Büchern erst recht. Kristen hat extreme Probleme mit ihrer Periode und plant eine Operation, nach der sie keine Kinder mehr wird haben können. Als sie Josh kennenlernt, stimmt die Chemie zwischen den beiden sofort, aber da er unbedingt eine große Familie möchte und Kristen ihm diese nicht geben kann, versucht sie ihn in der „Friend Zone“ zu halten.

Das Thema hat mich sofort überzeugt, denn ich mag Liebesgeschichten in denen es tatsächlich ein echtes Hindernis gibt und bei diesem war ich bis zum Schluss unsicher, ob und wie die beiden Hauptfiguren es überwinden würden. Daneben mochte ich auch Kristen und Josh beide unfassbar gern, was es zu einem Genuss gemacht hat, zuzuschauen wie sie sich näher kommen und gleichzeitig auf Abstand halten wollen. Genaueres könnt ihr in meiner Rezension lesen und mittlerweile ist das Buch unter oben genanntem Titel auch auf deutsch erschienen.


Marianengraben (Jasmin Schreiber)

Paula ist seit dem Tod ihres kleinen Bruders in einer Depression gefangen und kann ihr Leben nicht einfach so weiterleben. Als sie nachts auf dem Friedhof auf Helmut trifft, der gerade dabei ist, die Urne seiner Freundin auszugraben, begeben sich die beiden Figuren auf einen spontanen Roadtrip.

Dieses Buch ist so traurig und berührend, dass ich schon auf den ersten Seiten mit den Tränen gekämpft habe. Gleichzeitig schafft die Autorin es, gezielt und geschmackvoll Witz in die Geschichte zu bringen, sodass sich Lachen und Weinen im Verlauf des Buches abgewechselt haben. Es fällt erst einmal schwer, die Figuren einzuschätzen, was es umso interessanter macht, ihren Weg mitzuverfolgen. Es ist ganz sicher ein Buch, das ich noch einige Male lesen werde. Mehr dazu in meiner Rezension.


Neon Birds (Marie Graßhoff)

Hier geht es in eine völlig andere Richtung, denn es handelt sich um eine Mischung aus Cyber Punk und Solar Punk, oder grober gesagt: Science Fiction. Das Buch spielt im Jahr 2101 und durch den Klimawandel leben fast alle Menschen in riesigen Städten, da weite Teile der Welt nicht mehr bewohnbar sind. Dazu beigetragen haben aber auch die Moja, die von der künstlichen Intelligenz KAMI kontrolliert werden und wie Zombies in Sperrzonen festgehalten werden, damit sie nicht noch mehr Menschen infizieren.

Wir folgen vier Hauptfiguren, die davon auf unterschiedliche Art betroffen sind und unterschiedliche Hintergründe haben. Alle fand ich direkt spannend, da man dadurch viel über die Welt erfährt und ich es beeindruckend fand, was die Autorin sich hier für eine Zukunftsvision überlegt hat. Nach dem etwas verwirrenden aber sehr rasanten Einstieg war ich durchgehend gefesselt, entweder weil es gerade so spannend war oder weil die Welt weiter beschrieben wurde. Ich möchte unbedingt ganz bald die beiden Fortsetzungen lesen, die 2020 erschienen sind. Hier findet ihr meine Rezension.


Ophelia Scale (Lena Kiefer)

Der erste Band steht hier für die ganze Trilogie. Wir folgen Ophelia, die immer in die Fußstapfen ihres Vaters treten und Ingenieurin werden wollte, aber dann findet die Abkehr statt und sämtliche Technologie wird verboten. Den Menschen, die sich dagegen auflehnen, wird das Gedächtnis entzogen, aber trotzdem plant Ophelia, den König zu töten und die Freiheit wiederzuerlangen.

Die Grundidee fand ich richtig spannend und meine Erwartungen wurden erfüllt, denn es wurde sich kritisch mit dem Thema Technologie auseinandergesetzt und was mir besonders gefallen hat war die Anpassungsfähigkeit und das selbstständige Denken von Ophelia, die ihre Ziele immer wieder hinterfragt und neu anpasst, wenn sie neue Informationen bekommt. Diese Reflexion ist etwas was mir in vielen Büchern fehlt, weshalb sie mich hier umso mehr begeistert hat. Der erste Band hat mir am besten gefallen, aber auch die beiden Fortsetzungen waren richtig spannend und mitreißend. (Rezension zu Band 1)


You should see me in a crown (Leah Johnson)

In diesem Buch geht es um Liz, die sich auf ein Musik-Stipendium verlassen hat um fürs College ihre Kleinstadt verlassen zu können, dann aber nicht angenommen wird. Ihre einzige Option ist es nun, Prom Queen zu werden und das obwohl sie eigentlich eher eine Außenseiterin ist. Dabei lernt sie Mack kennen, aber leider ist sie ihre Konkurrentin.

Eigentlich habe ich kein Interesse an Abschlussball-Themen, aber da Liz selbst gar nicht teilnehmen möchte, sondern nur das Stipendium braucht, hat das doch mein Interesse geweckt. Der ausschlaggebende Punkt war für mich aber, dass der Loveinterest hier ein Mädchen ist und die Umsetzung hat mir auch bis auf einen kleinen Punkt sehr gut gefallen. Beide mochte ich richtig gern und sie sind auch echt süß zusammen.


The Falling in Love Montage (Ciara Smyth)

Seit ihre Exfreundin ihr das Herz gebrochen hat, möchte Saoirse nichts mehr mit Mädchen anfangen, die ernste Absichten haben. Als sie auf einer Party Ruby trifft, gerät ihr Entschluss ins Wanken und sie versucht es mit einem Mittelweg: Sie werden die typischen Rom-Com Unternehmungen machen und weder Gefühle, noch ernste Themen zulassen. Die Demenzerkrankung ihrer Mutter oder unsichere Zukunftspläne sind tabu.

Der Klappentext klang nach einer süßen Geschichte mit ernsterem Hintergrund und genau das habe ich auch bekommen. Es ist wirklich witzig und einfach süß, aber daneben gibt es immer noch die familiären Probleme von Saoirse und die Regeln die sie für die Dates aufgestellt hat. Richtig cool fand ich auch, dass es die typischen Klischees aus Rom-Coms gleichzeitig auf die Schippe genommen und eingehalten hat. Mehr dazu in meiner Rezension.


Was Preema nicht weiß (Sameena Jehanzeb)

Dieses Buch konnte mich am meisten überraschen. Über den Inhalt wusste ich vorher nicht viel, da es um Preema geht, die in einem unendlichen, leeren Raum aufwacht und sich nur noch daran erinnern kann, dass die Welt untergegangen ist. Zum Glück wird sie gefunden und auf eine Lichtung gebracht, aber schlauer ist sie anschließend nicht, denn niemand der Anwesenden hat Erinnerungen daran, wo sie sich befinden und wie sie dort gelandet sind.

Durch die völlige Unwissenheit zu Beginn hat mich das Buch direkt gefesselt, denn dadurch, dass auch die Protagonistin nicht mehr weiß als der Leser, hat es sich nicht angefühlt als würde man mir etwas vorenthalten, sondern es war einfach nur mysteriös und aufregend. So geht es auch weiter, denn die Informationen kommen nur sehr langsam, aber Stück für Stück. Das wird durch Rückblicke auf Preemas Leben ergänzt, als sie sich nach und nach wieder daran erinnert und alles setzt sich wie ein Puzzle zusammen. Dabei konnte mich jede der Enthüllungen und Wendungen richtig überraschen und es war einfach ein cooles Erlebnis. In meiner Rezension mehr dazu. Völlig verdient hat die Autorin dafür auch den Selfpublisher-Buchpreis 2020 gewonnen.


Radio Silence (Alice Oseman)

Hier folgen wir Frances, deren Lebensmittelpunkt die Schule ist. Als sie Aled kennenlernt, kann sie anders als bei ihren „Freundinnen“ endlich sie selbst sein. Sie malt heimlich Fanart für ihren liebsten Podcast und als sie herausfindet, dass Aled diesen produziert, steigt ihre Freundschaft noch mal auf ein neues Level. Kompliziert wird es, als Carys zum Thema wird: Aleds Schwester und Frances frühere beste Freundin, die vor einiger Zeit von jetzt auf gleich verschwunden ist.

Das Podcast-Thema fand ich hier richtig cool. Man bekommt Ausschnitte daraus zu lesen und ich hatte direkt „Welcome to Night Vale“ Vibes, was ich früher richtig gerne gehört habe und was auch von der Autorin als Inspiration genannt wird (hier ein älterer Beitrag zum Podcast und die Rezension zum ersten Roman). Überzeugt hat mich auch, dass die beiden Hauptfiguren sich nicht verlieben und ich gehört habe, dass einige der Figuren nicht hetero sind, auch wenn ich sie hier jetzt nicht outen möchte. Insgesamt ist es einfach ein richtig cooles Buch über Freundschaft, das ich sehr cozy fand bis ernstere Themen hinzugekommen sind, aber die haben mich genauso überzeugen können.


Every heart a doorway (Seanan McGuire)

Die Autorin hat sich hier überlegt, was mit den Kindern passiert, die Türen in andere Welten gefunden haben und sich nun wieder in unserer Realität zurechtfinden müssen. Nancy kommt auf die Schule für Wayward Children weil ihre Eltern möchten, dass sie sich wieder wie „sie selbst“ verhält, dabei ist sie mehr sie selbst als sie es jemals war und fühlt sich in unserer Welt überhaupt nicht mehr zu Hause.

Die Grundidee hat mich hier seit Jahren begeistert und nun habe ich die Reihe endlich angefangen. Es handelt sich nur um eine Novelle von unter 200 Seiten, aber trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, dass sie unvollständig ist oder es an Tiefe gefehlt hat. Im Gegenteil, ich war richtig positiv davon überrascht, wie tiefgründig sie ist und wie sehr die Figuren und ihre Hintergründe mich in ihren Bann gezogen haben. Umso glücklicher war ich, als ich gesehen habe, dass wir in den 6 (?) Folgebänden tiefere Einblicke in ihre Erfahrungen bekommen. Die werde ich im nächsten Jahr sicher lesen, aber lest doch erst einmal meine Rezension zu Teil 1.


Breakaway (Anabelle Stehl)

Ein New Adult Buch hat es auch in meine Liste geschafft, obwohl mich in diesem Genre fast immer etwas stört. In diesem Fall folgen wir Lia, die überstürzt nach Berlin aufbricht, weil sie es an ihrer Uni einfach nicht mehr aushält. Auf der anderen Seite haben wir Noah, der in einem Familienkonflikt zwischen den Stühlen steht und nicht weiß, wie er ihn lösen soll.

In ihrer Ratlosigkeit aufgrund völlig verschiedener Probleme treffen die beiden aufeinander und geben sich gegenseitig Ablenkung und Halt, was ich richtig schön fand. Ich mochte beide Figuren sehr, was eine gute Voraussetzung ist. Auch die Nebencharaktere haben richtig viel beigetragen und ich freue mich auf die Fortsetzungen, in denen manche von ihnen in den Mittelpunkt rücken werden. Thematisch geht es grob um Geheimnisse, Neuanfänge und ein wenig Feminismus, aber mehr dazu auch hier in meiner Rezension.

8 Kommentare zu „Meine 10 liebsten Bücher im Jahr 2020

  1. Hallo Jacquy,

    toll, dass du zehn Bücher zusammen bekommen hast, die dir in diesem Jahr richtig gut gefallen haben. Ich stand bis zuletzt unschlüssig vor meinem Bücherstapel und habe mich dann letztendlich für die merkwürdige Zahl „Vier“ entschieden.
    https://www.wissenstagebuch.com/2020/12/31/meine-besten-bucher-2020/

    „Every heart a doorway“ von Seanan McGuire hört sich richtig gut an, finde ich. Das schau ich mir auf jeden Fall mal an.

    Einen guten Rutsch!
    Jana

    Gefällt mir

    1. Hallo Jana,

      danke für deinen Kommentar! Mich freut es auch, dass ich so viele Highlights lesen konnte. Die Anzahl ist ja im Grunde egal, bei mir war es auch eher Glück, dass ich bei 10 rausgekommen bin. Es hätten genauso gut auch 7 oder 9 sein können :D
      Dann schau ich direkt mal bei dir vorbei!

      Schön dass meine Empfehlung funktioniert hat :)

      Wünsche ich dir auch, danke!

      Gefällt 1 Person

  2. Haiiii Jacquy,

    ein sehr schöner Rückblick!
    Ich finde es immer wider spannend zu sehen, was andere lesen und wie sie das letztlich finden. Ich habe ganz andere Bücher gelesen und deine Top 10 null auf den Schirm gehabt.

    Ich möchte gerne ne Liste machen von meinen gelesenen Bücher, aber irgendwie bekomme ich die Liste nicht mehr ganz zusammen :D

    LG
    Jen

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    1. Hey Jen, schön dass du vorbeischaust :)
      Ich lese sowas auch richtig gerne, mir geht es nämlich meistens so wie dir und ich kenne die Bücher gar nicht, die die anderen gelesen haben.

      Verständlich. Ich muss das auch immer sofort in meine Liste oder Goodreads eintragen, sonst habe ich schon am Monatsende die Hälfte vergessen.

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  3. Hallo Jacquy!
    Von Sameena Jehanzeb ist bei mir vor kurzem „Winterhof“ eingezogen, aber du machst mich schon neugierig auf „Was Preema nicht weiß“. Wenn ich Winterhof gelesen habe, werde ich mir vielleicht dieses Buch auch noch holen. :)
    Liebe Grüße
    Diana

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  4. Hallo Jacquy,

    ich habe keines deiner Highlights gelesen, aber einige stehen bereits auf meiner Wunschliste und andere wandern jetzt drauf. Hoffentlich werden sie bei mir auch zu Highlights :)

    „Wenn aus Funken Flammen werden“ hört sich richtig gut an. Das kommt auf jeden Fall auf meine Wunschliste.

    Von „Marianengraben“ habe ich schon viel gehört und auch nur positives. Ich mag aber weder Roadtrips noch traurige Bücher, daher werde ich mir das Buch nicht zulegen.

    „Was Preema nicht weiß“ erinnert mich ein bisschen an „Die Auserwählten im Labyrinth“ von James Dashner. Hört sich auf jeden Fall ganz cool an.

    Von Alice Oseman kenne ich nur „Solitaire“ was ich leider nicht so mochte. Von ihren anderen Büchern habe ich aber so viel gutes gehört, dass ich es doch nochmal versuche.

    „Every heart a doorway“ steht schon ewig auf meiner Wunschliste, aber ich hab es nie geschafft, es mal zu lesen. Ich hatte die Hoffnung, dass ich dann vielleicht zur deutschen Ausgabe greifen würde, aber auch das ist bisher nicht passiert…

    Das sind echt ein paar tolle und vor allem ganz unterschiedliche Highlights. Ich wünsche dir für 2021 ebenso viele und gute Bücher.
    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Guten Abend!
      Immer schön zu hören, wenn meine Empfehlungen gut ankommen.

      „Die Auserwählten“ habe ich tatsächlich noch auf dem SuB, da bin ich dann mal gespannt, ob mir da Ähnlichkeiten auffallen werden.

      „Solitair“ habe ich vor einigen Jahren auch gelesen und war auch nicht so überezugt, aber dieses fand ich klasse.

      So ging es mir auch mit „Every heart a doorway“, aber ich bin froh, dass ich es endlich von der Wunschliste befreit habe. An die deutsche Ausgabe habe ich mich nicht rangetraut, weil ich nicht wusste ob die weiteren Bände auch übersetzt werden.

      Vielen Dank, das wünsche ich dir auch. Ich hoffe die Bücher die die davon auch noch lesen möchtest können dich auch so sehr überzeugen :)

      Viele Grüße!

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