[Rezension] Seelenlos – Splitterglanz

Autorin: Juliane Maibach
selbst veröffentlicht
Format: Taschenbuch, ebook, Hörbuch
Seitenzahl: 316
Preis: € 13,15 / € 3,99 / € 9,90
Reihe: Seelenlos
1. Splitterglanz
2. Himmelschwarz
3. Regensilber
4. Schattennacht
5. Morgengrauen

Inhaltswarnung

Tod, Verletzungen, beschriebene Vergewaltigung


Inhalt

Gwen ist nach dem Tod ihres Großvaters niedergeschlagen, denn seit einem Familienstreit vor vielen Jahren hat sie ihn nicht mehr gesehen und hätte ihn gerne besser kennengelernt. Vererbt hat er ihr einen kleinen Spiegel, mit dem sie zunächst nicht viel anfangen kann, aber dann landet sie plötzlich in einer anderen Welt. Dort trifft sie auf Tares, der ihr eröffnet, dass er auf der Suche nach dem zerstörten Glutamulett ist, das jeden Wunsch erfüllen kann. Und ausgerechent Gwen kann als Einzige die Splitter finden.


Meinung

Die Grundidee fand ich schon cool, denn Portale in andere Welten faszinieren mich. Als sich dann noch herausstellt, dass Gwen nicht nur den Rückweg finden möchte, sondern die andere Welt so interessant findet, dass sie freiwillig dort bleiben möchte, war mein Interesse vollends geweckt. Im Grunde wirkt die Welt eher typisch historisch, Technik gibt es nicht, dafür reist man bewaffnet. Grund dafür sind die Asheiy und Nephim, denen man entweder aus dem Weg gehen oder sich verteidigen muss. Die Wesen fand ich ganz spannend, weil es völlig verschiedene Arten von ihnen gibt und einige nicht auf den ersten Blick erkennbar sind, aber über das restliche Worldbuilding erfährt man ziemlich wenig.

Gwen fand ich als Hauptfigur von Anfang an interessant, denn sie ist Studentin und programmiert nebenberuflich Apps. Obwohl das in der Parallelwelt leider keine Rolle mehr spielt, fand ich das echt cool. An ihr gefällt mir auch, dass sie sich aktiv entscheidet, mit Tares nach den Splittern zu suchen, anstatt unfreiwillig in dieser Situation zu landen. Außerdem macht sie sich Gedanken um ihr „echtes“ Leben, während sie nicht in ihrer Heimatwelt ist und überlegt sich, wie sie beides unter einen Hut bekommen kann, was ein Problem ist, über das ich bisher selten gelesen habe. Obwohl ich ihre Entscheidungen nicht immer gutheißen würde, gefällt es mir doch, dass sie sich selbst Gedanken macht und zu nichts überreden lässt.

Was ich manchmal etwas holprig fand, ist der Schreibstil, denn ich hatte oft das Gefühl, dass Textpassagen nicht nötig waren, weil sie beispielsweise etwas offensichtliches erklärten und mich das aus der direkten Handlung gerissen hat. Ich bin gespannt, ob sich das in den Folgebänden ändert, denn weiterlesen möchte ich nach diesem Ende auf jeden Fall. Während mir die Handlung zwar größtenteils gefallen, mich aber nicht komplett gefesselt hat, konnte mich das Ende dann doch noch mit ein paar Wendungen überraschen, die mein Interesse an der Fortsetzung geweckt haben.

Einen störenden Punkt muss ich allerdings ansprechen und das ist die Liebesgeschichte. Es gibt von Anfang an Anzeichen, dass sich etwas zwischen Gwen und Tares entwickeln könnte. Das hat mich aber besonders zu Beginn gestört, da Tares ausschließlich abweisend und unfreundlich ist und Gwen keinen Grund gibt, ihn zu mögen. Das ändert sich auch erst spät, aber bis dahin ist Gwen ihm unerklärlicherweise schon verfallen, was auf mich ziemlich erzwungen wirkte.


Fazit

Ein Fantasyroman, der mich mit der Grundidee und den Wendungen am Schluss fesseln konnte, der mich durch den Schreibstil und die erzwungene Romanze aber nicht ganz überzeugen konnte.

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