[Rezension] Fadeaway

Autorin: Anabelle Stehl
Verlag: Lyx
Format: broschiert
Seitenzahl: 436
Preis: € 12,90
Reihe: Away
1. Breakaway (November 2020)
2. Fadeaway (März 2021)
3. Runaway (Juli 2021)

Content Notes:

sexuelle Gewalt, versuchte Vergewaltigung

 

Inhalt

Kyra hat gerade ihre Psychologie-Studium begonnen und schon in der ersten Veranstaltung gerät sie mit einem Dozenten aneinander, da in dessen Stundenplan nur männliche Psychologen vorkommen sollen. Kurzentschlossen startet sie einen Podcast, um nicht nur über die Diskriminierung im wissenschaftlichen Bereich zu sprechen, sondern im allgemeinen über feministische Themen. Dabei melden sich immer mehr Frauen zu Wort, sodass Kyra sich die Frage stellt: Darf sie von anderen verlangen, ihre Geschichte zu erzählen, wenn sie über ihre eigene nicht sprechen möchte?


Meinung

Fadeaway ist die Fortsetzung von Breakaway. Es ist kein Muss, den Vorgänger gelesen zu haben, aber in diesem lernt man Kyra bereits kennen und erfährt auch, was ihr passiert ist. Das wird hier aber auch nicht als großes Geheimnis behandelt, denn auch wenn von den Figuren kaum jemand davon weiß, erfährt man als Leser*in ziemlich schnell, dass Kyra Opfer einer versuchten Vergewaltigung wurde. Auch wenn nur darüber gesprochen wird, ist es ein wichtiges Thema in der Geschichte, weshalb ich hiermit eine Triggerwarnung aussprechen möchte. Diese findet sich aber auch auf der ersten Seite des Buches, was ich sehr vorbildlich finde.

Kyra mochte ich schon im letzten Teil sehr, obwohl man sie dort nur kurz kennenlernt. Sie ist offen und direkt, spricht aus was sie denkt und ist schlagfertig. Umso interessanter war es zu sehen, dass auch sie eine verletzliche Seite hat und nicht bei allen Themen so offen sein kann. Zunächst geht es aber viel um ihren neu gestarteten Podcast. Schon die Idee fand ich richtig cool und die Umsetzung hat meine Erwartungen dabei noch übertroffen. In jeder Folge konzentriert sie sich auf ein Thema, lässt Betroffene zu Wort kommen und ich fand es super, dass die Texte (teilweise) abgedruckt sind und nicht nur darüber gesprochen wird. Dadurch ist das Buch auch wirklich lehrreich, man erfährt einiges über Feminismus und das alles, ohne dass es belehrend wirkt. Auch in den Dialogen konfrontieren sich die Figuren gegenseitig mit dem Gesagten und ich fand es toll, dass deutlich wird, dass niemand perfekt, aber dafür lernfähig sein sollte.

Da dieser Aspekt für mich deutlich im Vordergrund steht, gehe ich erst jetzt auf die zweite Hauptfigur ein. Wir lesen auch aus der Perspektive von Milan, semi-professioneller Handballer und Student, den Kyra kennenlernt, als er den Raum, den sie für die erste Podcast-Aufnahme reserviert hat, für eine LAN-Party blockiert. Ich habe alles an dieser Situation geliebt und auch im weiteren Verlauf fand ich alle Szenen, in denen Kyra und Milan zusammen auftraten, besonders großartig. Die Chemie ist fantastisch, die Dialoge schlagfertig, aber dadurch nicht weniger gefühlvoll und ich habe mich in beide ziemlich verliebt.

Obwohl mir schon Breakaway sehr gefallen hat, ist hier für mich eine deutliche Steigerung zum Debüt der Autorin erkennbar. Es gibt keine Geheimnisse vor dem Leser mehr, dafür viel Gefühl, Witz und Charme der Figuren. Die ganze Freundesgruppe aus der Reihe habe ich direkt ins Herz geschlossen, aber Kyra und Milan haben hiermit einen besonderen Platz gefunden. Die Freundschaften sind auch ein wichtiger Teil davon, dass die Bücher für mich so herausragend sind, denn auch die Nebenfiguren haben alle einen wirklichen Charakter, spielen eine wichtige Rolle im Buch und die Dialoge und Beziehungen untereinander sind fantastisch.

Durch die Epiloge, die in dieser Reihe jeweils aus der Sicht der nächsten Hauptfigur geschrieben sind, hat mich schon der Vorgänger sehr neugierig auf Kyra und ihre Geschichte gemacht und das gleiche ist jetzt auch mit Miriam gelungen, über die wir in Band 3 mehr lesen werden. Der kurze Einblick deutet schon wieder auf ein wichtiges Thema hin und ich kann es gar nicht erwarten, darüber zu lesen.


Fazit

Ein Buch das aufklärt, Mut macht und genau wie die Protagonistin allen zeigt, dass sie nicht alleine sind. Mit zwei Hauptfiguren, die ich direkt ins Herz geschlossen habe, zeigt die Autorin hier zum zweiten Mal, dass Liebesgeschichten und Feminismus sich nicht ausschließen.

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