[Rezension] Und ich leuchte mit den Wolken

Autorin: Sophie Bichon
Verlag: Heyne
Format: Klappenbroschur
Seitenzahl: 447
Preis: 12,99
Reihe: love is love (unabhängig voneinander)
1. Und ich leuchte mit den Wolken (04/21)
2. Und du fliegst durch die Nächte (08/21)
3. Und wir tanzen über den Flüssen (12/21)

Inhalt

Lilou ist gerade mit der Schule fertig und möchte die neu gewonnene Freiheit nutzen, um nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Mutter zu finden. Dafür folgt sie ihren Spuren nach Paris, wo sie ein Jahr leben und herausfinden möchte, was sie mit ihrem Leben anfangen will. Schon auf der Zugfahrt dorthin trifft sie Mignon, mit der sie ein tiefgründiges Gespräch führt, aber nicht mal ihren Namen erfährt. Obwohl sie nicht damit rechnet, sie wiederzusehen, geht sie ihr danach nicht mehr aus dem Kopf, aber womit sie nicht gerechnet hat, ist sie schon kurz darauf bei einer Party wiederzutreffen.


Meinung

Das Buch ist aus Perspektive von Lilou und Mignon geschrieben und das ist meiner Ansicht nach auch sehr wichtig für die Geschichte, da es mir ansonsten gerade bei Mignon schwer gefallen wäre, sie einzuschätzen. Sobald man sie kennenlernt, merkt man was sie für eine großartige Beziehung zu ihren Freund*innen hat, aber nach außen hin wirkt sie ziemlich unnahbar. Sie springt von einer Affäre zur nächsten und bricht diese immer ab, sobald sie merkt, dass bei der anderen Seite Gefühle entstehen, da sie diese einfach nicht erwidern kann. Sie spricht von einem Herz aus Glas und dass sie nicht in der Lage wäre, sich zu verlieben, aber vielleicht hat sie auch einfach noch nicht die richtige Person getroffen. Bis jetzt.

Lilou wirkt sofort wie das krasse Gegenteil. Sie ist abenteuerlustig und lebensfroh, sie lebt das Leben in vollen Zügen, auch wenn – oder vielleicht gerade weil? – sie noch so jung ist. Die Welt steht ihr offen und sie weiß noch nicht, wer sie ist und wer sie sein möchte. Um das herauszufinden, zieht sie für ein Jahr allein nach Paris, in die Heimatstadt ihrer Mutter, die sie vor 8 Jahren einfach so verlassen hat. Im Zug trifft sie auf Mignon und ist sofort von der schönen, aber unnahbaren Fremden fasziniert. Lilou ist pansexuell, das bedeutet, dass sie sich in Personen verliebt, unabhängig ihres Geschlechts. Obwohl sie damit in der Vergangenheit schon Probleme hatte, geht sie damit ganz offen um und sieht es einfach als einen Teil von sich an, den sie nicht verstecken möchte, was ich fantastisch fand. Gleichzeitig zeigt das Buch – und auch das Nachwort der Autorin – dass es völlig in Ordnung ist, sich nicht zu labeln und dass jeder seinen eigenen Weg finden muss.

Die Handlung ist stark figurenbasiert. Jegliche Spannung entsteht nur durch die sich entwickelnde Beziehung zwischen Lilou und Mignon. Man verfolgt Lilou in ihrem neuen Alltag, wie sie die Stadt erkundet, neue Lieblingsorte und Freunde findet, sich verliebt. Mir hat es sehr gefallen, wie es ist, aber wenn einem eine ereignisreiche Handlung wichtig ist, sollte man vor dem Lesen seine Erwartungen anpassen. Der Schreibstil trägt sehr viel dazu bei. Er ist wahnsinnig schön, lässt sich Zeit in seinen Ausführungen und mit jedem Satz schwingt ganz viel mit, was eine einzigartige Stimmung erzeugt.

Ja, ich war eine Träumerin, ein Mädchen mit dem Kopf in den Wolken, und die Fremde… sie wirkte fast wie ein Teil eines Traums. Der rasende Zug, das goldene Licht, das Abteil, in dem es erst nur mich allein gegeben hatte und plötzlich uns beide. Es war losgelöste Zeit, in der nur wir existierten.

Seite 37

Fazit

Zwei auf den ersten Blick ganz unterschiedliche Frauen, die nicht nur mich, sondern auch sich gegenseitig mit ihrem Wesen direkt fasziniert haben. Der Schreibstil erschafft eine einzigartige Atmosphäre, als würde man sich selbst in Paris befinden und hätte alle Zeit der Welt, die Stadt und sich selbst zu erkunden, während man ganz viel über die Liebe lernt. Für mich ein neues Herzensbuch.

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