[Rezension] Feminism is for everyone – Argumente für eine gleichberechtigte Gesellschaft

Autorinnen:
Fabienne Sand
Laura Hofmann
Felicia Ewert
Verlag: Dressler
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 80
Erschienen: 8. April 2021
Preis: € 7,00

Inhalt

In diesem Buch geben die drei Autorinnen einen Überblick über intersektionalen Feminismus und Beispiele dessen, was ihm im Weg steht. Neben einem einleitenden Kapitel gibt es jeweils eines, das sich auf Feminismus, Rassismus, Transfeindlichkeit bezieht, sowie Statements der einzelnen Autorinnen, was sie über Allyschaft und Gleichberechtigung denken.

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Meinung

Das Büchlein – denn mehr ist es mit seinem A6 Format und den knapp 100 Seiten nicht – gibt direkt in der Einleitung zu, kein umfassendes Sachbuch zu sein, sondern nur einen groben Überblick für Einsteiger im Thema Feminismus bieten zu wollen. Soweit, so gut, denn Dressler ist ein Kinder- und Jugendbuchverlag und für diese Zielgruppe würde alles andere vermutlich erst einmal zu weit führen. Als ich das erste Themenkapitel gelesen habe, war es allerdings gar nicht, was ich erwartet habe. Die Unterkapitel sind sehr kurz und wirkten auf mich ziemlich abgehackt, als würde man nur die Einleitung eines Artikels lesen, der danach abgeschnitten wurde und dem dadurch die Tiefe und die Erklärungen fehlen. In einigen Fällen hatte ich am Ende eines Abschnitts mehr Fragen als zuvor und obwohl das Buch einen ermutigt, anschließend selbst weiter zu recherchieren, wusste ich manchmal nicht einmal, wonach ich hätte suchen sollen, weil Themen nur angedeutet und nicht klar benannt wurden. Dafür, dass es wohl für eine jüngere Zielgruppe geschrieben ist, die vermutlich noch nicht viel Erfahrung mit tiefgehender Recherche hat, fand ich das deutlich zu unpräzise.

Danach ging es für mich aber bergauf, denn ab dem dritten Kapitel war das Buch eher das, was ich erwartet habe. Im Kapitel zum Rassismus gibt es beispielsweise ein paar grundlegende Fragen, auf die die Autorin verständlich eingeht und auch Vorschläge, wie man sich selbst dagegen einsetzen kann, was ich super fand. Ab hier wirkte es deutlich mehr wie ein Grundlagenbuch und das ging den Rest des Buches zum Glück auch so weiter. Im Kapitel zu Transfeindlichkeit beispielsweise werden einige wichtige Begriffe erklärt, was mir gut gefallen hat, da es dadurch tatsächlich auch einen Überblick über die wichtigen Aspekte gibt und es nicht nur eine Aufforderung ist, das doch selbst zu recherchieren.

Auch die letzten beiden Kapitel mochte ich, da hier jede der drei Autorinnen einzeln zu Wort kommt und sich zu den entsprechenden Themen äußert, während die vorherigen drei jeweils nur von einer verfasst wurden. Das merkt man auch deutlich, da jede ihren eigenen Stil hat und die Kapitel ganz unterschiedlich aufgebaut sind, wobei eines ja auch negativ herausgestochen ist – was auch die kollektive Meinung in unserem Lesekreis war.

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Fazit

Insgesamt bietet das Buch gute Grundlagen für jüngere Leser, die sich mit intersektionalem Feminimus befassen möchten. Es werden eindeutig nicht alle Themen aufgegriffen, aber die Informationen, die man bekommt, sind – bis auf das Sexismus-Kapitel – meiner Ansicht nach verständlich dargestellt und durchaus für den Einstieg geeignet. Wer schon gutes Grundlagenwissen besitzt, wird hieraus aber eher wenig neues mitnehmen können.

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