[Rezension] Und du fliegst durch die Nächte

Autorin: Sophie Bichon
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 480
Erschienen: 9. August 2021
Preis: € 12,99
Reihe: Love is Love
1. Und ich leuchte mit den Wolken
2. Und du fliegst durch die Nächte
3. Und wir tanzen über den Flüssen

Content Notes (ausklappen)

Drogenmissbrauch, Queerfeindlichkeit, depressive Schübe

 

Inhalt

Julius feiert gerade nach einer langen Reise die Wiedervereinigung mit seinen Freund*innen, als er vor dem Club Romeo sitzen sieht. Er sieht ein wenig verloren aus und gar nicht so, als wäre er der DJ, der gerade aufgelegt hat und in dessen Musik Julius seine Seele gesehen hat. Die beiden sind wie Tag und Nacht, aber trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – fühlen sie sich auch zueinander hingezogen. Aber es dauert nicht lange, bis sie sich darüber klar werden müssen, ob ihre Leben nicht doch zu unterschiedlich sind.

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Meinung

Romeo, genannt Ro, ist gefeierter DJ, der regelmäßig die Berliner Clubs füllt. Es ist kein Geheimnis, dass er regelmäßig Fans mit nach Hause nimmt, aber was niemand weiß, ist dass es nicht immer Frauen sind. Er achtet sehr darauf, dass manche Bereiche seines Lebens nicht an die Öffentlichkeit geraten, aber als er Julius kennenlernt, ist ein Teil seiner bisherigen Zurückhaltung vergessen. Seine Welt ist die Nacht und Julius scheint sich darauf einlassen zu können, aber sie besteht neben der Musik zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Partys und Drogen und da sieht es schon schwieriger aus.

Julius ist offen, optimistisch und wirkt immer gut gelaunt. Nach dem Studium hat er ein Jahr lang verschiedene Länder bereist und ist nun in seine Heimat zurückgekommen, um dort mit seiner Freundin Biene ein Café zu eröffnen. Als er Romeo kennenlernt, ist er zunächst nicht abgeschreckt von diesem Mann, der so düster und melancholisch wirkt, aber als sie sich immer näher kommen, muss er sich überlegen, ob er auf Dauer mit seinem Lebensstil zurechtkommt.

Dieses Buch ist ein wenig wie sein Cover: dunkel, aber doch bunt leuchtend. Die Geschichte ist alles andere als leicht, denn Romeos Figur ist geprägt von falschem Umgang und Drogenmissbrauch. Das kann auch durch Julius freundlichen und leuchtenden Charakter nicht wettgemacht werden, aber trotzdem gibt es witzige, gefühlvolle und einfach schöne Momente zwischen den beiden. Mir gefiel aber auch alles, was mit Julius Clique zu tun hatte, denn die Freundschaft zwischen ihnen war einfach schön zu lesen und hat mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gebracht.

Aus Leere entsteht keine Kunst, sondern aus Gefühlen. Und diese übersteigerten sind das gewesen, was mich wieder mit der Musik verbunden hat.

Seite 166

Der Schreibstil von Sophie Bichon ist wunderbar. Trotz der dunklen Themen schafft sie es immer wieder, dies in beeindruckende Worte zu verpacken und ich habe mir viele Stellen markiert, in denen sie Dinge einfach wundervoll in Worte gefasst hat. Wie schon im Vorgänger schafft sie es auch hier, den Schauplatz magisch zu beschreiben und um ganz ehrlich zu sein: bei Berlin ist das schon ein wenig schwerer als wenn es um Paris geht und damit umso beeindruckender.

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Fazit

Ein Buch, das zwischen all seiner Dunkelheit auch leuchtende Momente hat. Es zeigt, wie zwei gegensätzliche Figuren sich ineinander verlieben können, dass dadurch aber nicht gleich alle Probleme verschwinden und man in erster Linie immer für sich selbst verantwortlich ist. Die Vielschichtigkeit der Figuren hat in Verbindung mit dem bezaubernden Schreibstil dafür gesorgt, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

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