[Rezension] The Seven Husbands of Evelyn Hugo

Autorin: Taylor Jenkins Reid
Verlag: Simon + Schuster
Format: Taschenbuch, Ebook
Seitenzahl: 385
Übersetzung: erscheint am 31.03.22 bei Ullstein
Reihe: –

Inhalt

Monique arbeitet für das Magazin Vivant, hatte bisher aber noch nicht viele Chancen, sich zu beweisen. Als die Filmlegende Evelyn Hugo eine Coverstory anbietet und dabei ausgerechnet nach ihr fragt, ist niemand überraschter als Monique selbst. Als sich dann noch herausstellt, dass sie gar keinen Artikel, sondern gleich ihre ganze Biografie schreiben soll, weiß sie nicht mehr, was sie denken soll. Doch da ihr die Antworten am Ende der Geschichte versprochen werden, hört sie zu. Die ganze Geschichte: Wie Evelyn nach Hollywood kam, ihren ersten Oscar gewann, im Laufe der Zeit sieben Männer heiratete und wer ihre wahre Liebe war.

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Monique ist Journalistin, hat einen Job bei einem wichtigen Magazin ergattert, aber die großen und wichtigen Themen scheinen immer die anderen zu kriegen. Als die Anfrage kommt, dass die exklusive Coverstory über Evelyn Hugo, die seit Jahren keine Interviews geführt hat, von ihr oder niemandem gemacht werden soll, vermutet sie gleich, dass etwas dahinterstecken muss. Als sie Evelyn trifft, bekommt sie aber keine Antworten. Die beeindruckende Frau, die schon in den 50ern in ihren ersten Filmen mitgespielt hat, ist zwar bereit, ihre Geschichte zu erzählen, aber unter ihren eigenen Bedingungen. Und so fängt sie an, chronologisch von ihrem Leben zu berichten. Wie sie es durch Hartnäckigkeit und ihre körperlichen Reize geschafft hat, die Filmleute von ihr zu überzeugen und dabei vor nichts zurückgeschreckt ist.

Evelyn stellt gleich klar, dass sie kein guter Mensch ist und immer getan hat, was für sie selbst und die Menschen, die sie liebte, am besten war. Diese Ehrlichkeit fand ich gleich spannend, denn in ihrer Erzählung beschönigt sie nichts und lässt auch nicht zu, dass Monique ihr Verhalten entschuldigt. Ihr ist sehr bewusst, was sie alles getan hat und sie geht sehr reflektiert damit um. Dadurch, dass sie die Geschichte mit einer Menge zeitlichem Abstand erzählt, hatte sie genug Zeit, darüber nachzudenken und die Geschehnisse zu bewerten und das fand ich sehr spannend. Von ihrer chronologischen Erzählung weicht sie nicht ab, sodass einem nichts anderes übrig bleibt, als abzuwarten und zuzuhören. Oder eben weiterzulesen.

I wasn’t heartbroken when [he] left me. I simply felt like my marriage had failed. And those are very different things.

Seite 285

Die Geschichte wird innerhalb einer Rahmenhandlung erzählt, das heißt wir folgen zunächst Monique, aber den Großteil der Zeit erzählt Evelyn ihre Geschichte. Das passiert nicht in Form von Dialogen, sondern reinen Erzählungen, das heißt man wird komplett in Evelyns Vergangenheit hineinversetzt. Obwohl ich auch die Rahmenhandlung spannend fand, habe ich zwischenzeitlich immer wieder vergessen, dass wir uns nicht ausschließlich in der Vergangenheit befinden, weil es einfach so spannend war. Es geht zwar auch um Evelyns Jobs und Filme, aber größtenteils geht es um ihre Beziehungen zu den Menschen dahinter. Wie sie ihren ersten (und zweiten bis siebten) Mann kennenlernt und schließlich zugibt, dass ihre wahre Liebe jemand ganz anders war. Dieser Aspekt ist der große Twist und der hat ihre Geschichte für mich noch viel spannender gemacht, da er viele ihrer Taten erklärt. An einigen Punkten habe ich zwar hinterfragt, ob ihre Handlungen wirklich notwendig waren und es keinen anderen Weg gegeben hätte, aber es wird wirklich glaubhaft vermittelt, dass sie zu dieser Zeit keine andere Möglichkeit gesehen hat.

Das Buch hat mich gleich zu Beginn eingesaugt und nicht wieder losgelassen. Obwohl man tatsächlich Evelyns ganze Lebensgeschichte erfährt, hatte ich am Ende nicht das Gefühl, schon genug von ihr zu haben. Sie ist keine große Sympathieträgerin, denn sie hat wirklich immer getan, was für sie selbst am besten ist und dabei nicht viel Rücksicht auf andere genommen. Gerade das macht sie aber zu einer so spanennden Persönlichkeit, und dass sie sich dessen so bewusst war, hat mich beeindruckt. Zum Zeitpunkt der Handlung ist sie bereits über 80 Jahre alt, hat den Großteil ihres Lebens hinter sich und ist in der Lage, sehr reflektiert darauf zurückzublicken.

Toll fand ich aber auch, was Monique während ihrer Geschichte von ihr lernt. Natürlich sollte man sich nicht uneingeschränkt ein Beispiel an ihr nehmen, aber Evelyn sagt viele schlaue Dinge, von denen ich mir auch zahlreiche markiert habe. Einige dieser Aspekte verinnerlicht auch Monique und ich fand es spannend zu sehen, wie sie trotz ihrer eher geringen Präsenz im Roman eine deutliche Entwicklung durchmacht und es auch Einfluss auf ihr eigenes Leben hat.

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Fazit

Bisher bin ich von keinem Roman so beeindruckt gewesen, wie von dieser fiktiven Biografie. Evelyn Hugo ist kein perfekter Mensch, aber man kann einfach nicht anders, als mit ihr zu fühlen. Ihre Lebensgeschichte hat mich eingesaugt und nicht mehr losgelassen und die letzten hundert Seiten waren wirklich hart. Jeder sollte dieses Buch lesen.

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