#Diverserlesen-Challenge

Die „Wir Lesen Frauen“-Challenge ist am 8. März zu Ende gegangen und zeitgleich hat auch der Nachfolger begonnen. Um sich in diesem Jahr nicht nur auf Frauen zu beschränken, sondern nach Möglichkeit alle Marginalisierten gleichermaßen zu unterstützen, wurde die Aktion ausgeweitet und schließt nun auch beispielsweise BIPoC, Menschen mit Behinderungen und queere Personen mit ein. Die Liste ist aber beliebig erweiterbar. Eva-Maria Obermann hat die Erweiterung nicht alleine durchgeführt, sondern wurde fleißig von Nora BendzkoKatherina Ushachov und skalabyrinth unterstützt. An dieser Stelle schon einmal danke für die Organisation!

Die Challenge hat bereits begonnen, mein Beitrag ist also ein bisschen spät dran, aber teilnehmen möchte ich natürlich trotzdem. Den Originalbeitrag von Eva-Maria, in dem genau erklärt wird, worum es hier geht und wie genau die Aufgaben lauten, findet ihr hier. Ein Jahr haben wir Zeit, die Aufgaben zu erfüllen und ich werde hier regelmäßig aktualisieren, zu welchen ich schon passende Bücher lesen konnte. Empfehlungen für die noch offenen Aufgaben sind immer gern gesehen!


Dieses Bild ist noch ein Platzhalter bis das richtige Logo fertig ist (Quelle)

  1. Lies ein Sachbuch, das eine marginalisierte Person geschrieben hat. (1 Punkt)
  2. Lies eine (Auto)Biografie. (2-3 Punkte)
  3. Lies ein Buch einer BI_PoC/nichtweißen Person. (2 Punkte)
    With the fire on high (Elizabeth Acevedo)
  4. Lies ein Buch von jemandem, der nicht in seiner Erstsprache schreibt. (2 Punkte)
  5. Lies ein Buch einer marginalisierten Person, das sich nicht mit ihrer Marginalisierung beschäftigt. (2 Punkte)
  6. Lies einen Lyrikband einer FLINTA Person. (2 Punkte)
  7. Lies ein Buch einer marginalisierten Person ein weiteres Mal. (1 Punkt)
  8. Lies ein Buch einer marginalisierten Person, das independent oder im Selfpublishing veröffentlicht wurde. (1 Punkt)
  9. Lies das Buch einer nicht binären genderqueeren Person. (2 Punkte)
  10. Lies ein Wunschbuch einer marginalisierten Person, das nicht in eine der anderen Aufgaben passt. (1 Punkt)
  11. Lies ein Buch einer marginalisierten Person, das vor 1950 erschienen ist. (2 Punkte)
  12. Lies ein Buch einer marginalisierten Person gemeinsam mit anderen. (1 Punkt)

Jede Aufgabe muss ein mal erfüllt sein, bevor welche doppelt gewertet werden können.
Mein aktueller Punktestand beträgt: 2

Montagsfrage – Warum lieber Fremdsprache als Übersetzung?

Die Montagsfrage ist eine wöchentliche Aktion, die von Antonia auf dem Blog Lauter & Leise organisiert wird. Ich habe vor Jahren schon einmal regelmäßig teilgenommen und möchte hiermit wieder einsteigen, auch wenn ich den Montag prompt verpasst habe.

Die vollständige Frage heute lautet „Wie hoch ist euer Leseanteil in einer Fremdsprache und warum lest ihr nicht die Übersetzung?“ und stammt von Torsten’s Bücherecke. Den Beitrag von Antonia findet ihr hier.

Als ich noch Anglistik studiert habe (bis Mitte 2019) habe ich nicht nur zwangsläufig die benötigten Bücher auf Englisch gelesen, sondern vor allem auch Artikel und Fachliteratur. Das fällt mittlerweile weg, aber noch immer lese ich gerne das Original, wenn ich kann. Bei gekauften Büchern halte ich mich auch gerne daran, aber seit ich vermehrt die Bücherei nutze, landen doch wieder ein paar mehr übersetzte Bücher bei mir, da die Auswahl der deutschen Literatur dort natürlich größer ist, als die der englischen.

Wie hoch ist denn nun mein Fremdsprachenanteil? Im Jahr 2020 waren 25 meiner gelesenen Bücher auf englisch, was ziemlich genau einem Viertel entspricht. Wieso das so ist? In vielen Fällen handelt es sich um Bücher, die (noch) gar nicht ins Deutsche übersetzt worden sind. Manche waren Fortsetzungen, auf die ich nicht länger warten wollte oder bei denen der Verlag sich gegen eine Übersetzung entschieden hat. Andere sind einfach Bücher, für die der deutsche Buchmarkt noch nicht bereit zu sein scheint. Besonders oft ist das bei Büchern der Fall, in deren Fokus marginalisierte Figuren stehen, denn in diesem Feld ist der englische Markt uns um einiges voraus. Mein letztes gelesenes Buch ist „The Henna Wars“ von Adiba Jagirdar. Die Protagonistin stammt aus Bangladesh, lebt aber nun in Irland und ist lesbisch. In der Geschichte geht es nicht nur viel um Akzeptanz und Tradition, sondern auch um kulturelle Aneignung. Fällt euch ein vergleichbares (Jugend-) Buch auf Deutsch ein? Mir nicht.

Abgesehen von der Erhältlichkeit gefällt es mir aber auch, die Geschichten genau so zu lesen, wie die_der Schreibende sie geschrieben hat. Ich habe viel Respekt vor der Arbeit von Übersetzer*innen, aber trotz aller Mühen kann man Texte einfach nicht 1:1 übertragen, sondern es ergeben sich immer Änderungen. Gerade Humor lässt sich sehr schwer übertragen, sodass ich humoristische Bücher in Übersetzung lieber meide. Ein angenehmer Nebeneffekt ist es, dass man durch das Lesen einer Fremdsprache natürlich auch seine eigenen Sprachkenntnisse frisch hält und erweitert und gerade Englisch ist heutzutage im Alltag viel zu notwendig und nützlich, um diesen Aspekt zu vernachlässigen.


Wie ist es mit euch, lest ihr viele nicht-deutsche Originale?