[Rezension] Left to Fate: Die Ausgesetzten

Left to fate
Quelle: Carlsen

 

Autorin: Gloria Trutnau
Verlag: Impress (Carlsen)
Format: Ebook / Taschenbuch
Seitenzahl: 386
Reihe: –

Werbung: Rezensionsexemplar


Inhalt

Samanthas Berufseinführungsgespräch läuft nicht wie geplant. Statt wie ihre Eltern zur Regierungsbeamten ausgebildet zu werden, wird sie verurteilt – für etwas, was sie noch gar nicht getan hat. Im Staat Concordia gibt es keine Straftäter, denn diese werden durch einen Blick in ihre Zukunft bereits aussortiert, bevor sie ein Verbrechen begehen können und kommen an den Ort, an dem sich nun auch Samantha wiederfindet. Nicht nur landet sie im ausgestorbenen New York, aus dem es keinen Ausweg zu geben scheint, sondern auch noch mitten in einem Bandenkrieg. Weiterlesen „[Rezension] Left to Fate: Die Ausgesetzten“

[Rezension] Never let me go / Alles, was wir geben mussten

Never let me go

 

Autor: Kazuo Ishiguro
Deutsche Ausgabe: u.a. Heyne, 352 Seiten
Englische Ausgabe: u.a. Faber & Faber, 282 Seiten
Erstmals erschienen: 2005
Reihe: –


Inhalt

Kathy ist Betreuerin und erzählt rückblickend von ihrem Leben. Von ihrer Kindheit und Jugend in einem Internat, ihren Freunden, und davon, wie sie Stück für Stück herausgefunden haben, dass sie anders sind als andere. Weiterlesen „[Rezension] Never let me go / Alles, was wir geben mussten“

[Kurz-Rezensionen] Science-Fiction / Dystopie Klassiker


The Martian Chronicles (Ray Bradbury)

In diesem Buch erlebt man über einen Zeitraum von fast 30 Jahren die Besiedelung des Mars durch die Menschen mit. Man ist dabei, wie die erste Rakete landet und die Mannschaft zum ersten Mal auf Marsianer trifft, man ist dabei wie die ersten Siedlungen entstehen und man ist dabei, wie die Menschheit die gleichen Fehler macht, die sie auch schon auf der Erde gemacht hat.

Das Buch wird in vielen Kapiteln erzählt, die auf den ersten Blick nicht immer zusammenhängen. Man trifft immer andere Charaktere, die neue Dinge erleben und nur hin und wieder wird ein Zusammenhang zu bisherigen Geschehnissen hergestellt und darauf Bezug genommen. Manchmal hätte ich mir allerdings etwas mehr Verbindung gewünscht.
Die Geschichten sind mal witzig, mal ernst, mal grausam, aber jede einzige davon ist mal mehr und mal weniger ironisch. Das hat mir sehr gefallen. Die Kritik am Verhalten der Menschen war nicht nur unterschwellig vorhanden, sondern deutlich greifbar und ich finde Bradburys Zukunftsvisionen gar nicht so unrealistisch, wie man zunächst annehmen würde, gerade aus heutiger Sicht.
Der Schreibstil ist außerdem erstaunlich leicht lesbar, da das Buch erst Mitte des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde und sich die Sprache gar nicht so sehr von der heutigen unterscheidet. Für einen Klassiker war ich da sehr positiv überrascht.
Insgesamt kann ich diese vor Ironie triefende Zukunftsvision sehr empfehlen!


The Time Machine (H.G. Wells)

In diesem Buch geht es um einen Mann, dem es gelungen ist, eine Zeitmaschine zu bauen und 800.000 Jahre in die Zukunft zu reisen. Dort trifft er auf eine neue Spezies, die sich wohl aus dem Menschen entwickelt hat und beschreibt seinen Freunden nun seine Erlebnisse in dieser Zeit.

Auch hier geht es um eine Zukunftsvision, allerdings um eine, die nicht nur einige Jahrzehnte, sondern einige hundert Jahrtausende in der Zukunft liegt. Sie wurde schon 1895 veröffentlicht, weshalb der Schreibstil etwas komplizierter lesbar und nicht immer ganz verständlich ist. Das kann allerdings auch an der Erzählweise liegen. In diesem Roman beschreibt der Zeitreisende seinen Freunden mündlich von seinen Erfahrungen und diese wurden von einem der Zuhörer niedergeschrieben, weshalb sie manchmal etwas wirr sind oder gewisse Dinge nicht weiter ausgeführt werden, obwohl ich mir als Leser mehr Informationen gewünscht hätte. Hier fehlen einfach die Hintergrundinformationen, die der Zeitreisende selbst vielleicht hat, aber leider kann man nicht in seinen Kopf schauen.
Die Idee finde ich allerdings schon interessant. Man lernt die neue Spezies kennen, die die Erde nun bevölkert, wird aber völlig darüber im Unklaren gelassen, wie es zu dieser Veränderung gekommen ist und wie genau das Leben in der Zukunft nun funktioniert, weil der Protagonist eben auch nur diese Momentaufnahme hat und nicht weiß, was in der Zwischenzeit passiert ist. Einiges habe ich auch nur durch das Vorwort in meiner Ausgabe verstanden, was ich schade finde.
Insgesamt fand ich die Idee interessant, aber die Umsetzung hätte ich mir etwas ausführlicher und mit mehr Informationen gewünscht.


We (Yevgeny Zamyatin)

Auf dem Cover wird dieses Büchlein als „most influential science fiction novel“ beworben, weshalb ich falsche Erwartungen hatte. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Dystopie, die nur wenige Science Fiction Einflüsse hat.
Der Protagonist ist der Bauer eines Raumschiffs, das zu anderen Planeten fliegen und sie zu ihrer Lebensweise „bekehren“ soll. Dafür schreibt er über die Welt in der er lebt und die Abläufe, da diese „Anleitung“ nachher den anderen Völkern übergeben werden und als Vorbild dienen soll. Dieser Text entwickelt sich aber immer weiter in Richtung eines Tagebuchs, bis er mit dem eigentlichen Zweck nichts mehr zu tun hat.
In dieser Gesellschaft hat jeder einen festen Zeitplan und nur zwei Stunden am Tag zur freien Verfügung. Mit wem diese verbracht werden, muss auch vorher festgelegt und bewilligt werden und alles besteht aus Glas, sodass alles was man tut gesehen werden kann.
Durch die extrem eingeschränkte Freiheit und die Überwachung ist dieses Buch eine typische Dystopie und natürlich hält sich auch hier der Protagonist nicht mehr an die Regeln, seit eine Frau ihm gezeigt hat, dass es auch anders geht.
Diese Frau bzw die „Beziehung“ hat mich hier am meisten gestört, weil es tatsächlich auch in diesem Buch von 1924 das Problem gibt, was viele Jugendbücher heute haben: Die Hauptfigur verliebt sich viel zu schnell und es entsteht eine extreme Abhängigkeit. Hier finde ich es noch schlimmer, weil es sich um einen erwachsenen Mann handelt und er genau merkt, dass er scheiße behandelt wird, die Frau aber trotzdem praktisch anbetet.
Abgesehen vom etwas wirren Ende ist das allerdings das einzige, was mich gestört hat. Die Schreibweise in einer Art Tagebuchform hat mir gefallen und dass der Protagonist seine Tage so nacherzählt hat. Auch das Worldbuilding war gut, auch wenn man noch ein paar mehr Hintergrundinformationen hätte bekommen können.
Insgesamt wird hier das klassische dystopische System mit jugendbuch-artiger Liebesgeschichte kombiniert und bis auf den zweiten Aspekt hat es mir auch gut gefallen.

[Rezension] The Black Key (Das Juwel #3)

Autorin: Amy Ewing
Verlag: Harper Collins
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 295
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Reihe: The Lone City
1. The Jewel
2. The White Rose
3. The Black Key

Achtung! Spoiler zu Band 1 und 2!

Inhalt:

Violet hat erfahren, dass die Duchess nun ihre Schwester Hazel an ihrer Stelle als Surrogate gefangen hält und natürlich ist sie bereit, alles zu tun, um sie zu befreien. So macht sie sich erneut auf den Weg ins Juwel – diesmal verkleidet und geheim. Währenddessen plant die Organisation The Black Key weiterhin die Revolution. Werden sie Erfolg haben und am Tag der Auktion endlich alle von den Adligen unterdrückten befreien können?

Meinung:

Zwischen den Ende des letzten Bandes und der Enthüllung, dass Hazel sich nun als Surrogate im Juwel befindet, liegt ein bisschen Differenz. Während dieser Zeit hat die Organisation viel geplant und erreicht und nun einen Plan, wie die Mauer zerstört werden kann.

Violet übernimmt viel Verantwortung für die anderen, da sie den sich neu anschließenden Paladin einiges beizubringen hat. Dabei ist sie aber weder zu dominant noch ruht alles auf ihren Schultern, sondern die Arbeit wird geteilt und viele andere sind auch daran beteiligt. Das gefällt mir sehr, weil es in vielen Büchern doch so ist, dass sich alle auf eine einzige Person verlassen, obwohl sie objektiv betrachtet gar nicht so etwas besonderes ist. So kommen auch alle weiterhin zurecht, als Violet sie verlässt, um zu versuchen, ihre Schwester zu retten. Dabei trifft sie nicht immer die besten Entscheidungen und gerade eine war verdammt dumm, aber generell mag ich sie als Protagonistin doch sehr gerne, weil sie meist logisch und nicht zu übereilt und risikoreich handelt.

Mir hat es sehr gefallen, dass man so wieder am alten Schauplatz ist, den man aus Band 1 kennt, aber ihn diesmal aus einer anderen Perspektive betrachtet. Dadurch lernt man noch einiges neues über den Ablauf und die Geschehnisse im Palast und es kommen neue Informationen über die Charaktere ans Licht. Von einigen anderen bekommt man dadurch aber natürlich wieder weniger mit, was ich etwas schade fand.

Wie man es aus dem Vorgänger gewohnt ist, besteht weiterhin durchgehend Spannung, weil zum einen immer unklar ist, ob Violet enttarnt wird und zum anderen etwas Zeitdruck bis zur geplanten Revolution besteht.

Die Handlung hat mich soweit sehr überzeugt, aber wie das in fast allen Dystopien der Fall ist, endet das Buch sehr abrupt nach dem Ende eines Kampfes und man erfährt nicht, wie es danach weitergeht. Falls es tatsächlich gelingt, das System umzuwerfen: Was passiert als nächstes? Wie organisiert sich die Gesellschaft neu? Wird es tatsächlich besser und funktioniert alles? Die Autorin macht es sich hier einfach und beantwortet keine dieser Fragen. Das ist mein einziger großer Kritikpunkt an diesem Buch.

Fazit:

Ein spannungsgeladener Abschlussband, der locker mit den Vorgängern mithalten kann. Leider bleiben am Ende viele Fragen offen und man erfährt nicht, wie es weitergehen soll.
4,5/5 Punkten