[Kurzrezensionen] Cheer up / The Tea Dragon Society

Autorin: Crystal Frasier
Illustrationen: Val Wise
Sprache: englisch
Verlag: Oni Press
Seitenzahl: 129
Reihe: –

Annie muss für ihre College Bewerbungen dringend einem Club beitreten um zu zeigen, dass sie auch die sozialen Anforderungen erfüllt. Als ihre Mutter Cheerleading vorschlägt, hält sie es für lächerlich, aber Dank ihrer früheren Freundin Bebe wird sie tatsächlich aufgenommen. Diese hat allerdings ganz eigene Probleme, bei denen sie Annies Unterstützung braucht.

Der Stil hat mir hier sehr gefallen. Besonders die Gesichtsausdrücke und die Gestik haben es mir richtig angetan. Es handelt sich nur um eine kurze Graphic Novel, aber trotzdem geht es um wichtige Themen. Bebe ist ein trans Mädchen und wird nur mehr oder minder von ihren Eltern unterstützt. Ihre Transition ist quasi an Bedingungen geknüpft und das wird kurz thematisiert. Annie muss sich ihren Vorurteilen gegenüber Cheerleadern stellen, als sie merkt, wie nett und unterstützend die Gruppe ist, sobald man sich dort eingefunden hat, aber auch dort läuft nicht alles perfekt ab. Ich fand es schön anzusehen, wie Bebe immer mehr lernte, für sich selbst einzustehen und Annie sie dabei unterstützen konnte. Ich hätte gerne noch mehr von den Figuren gelesen, aber die Geschichte hat mich sehr zufrieden zurückgelassen.

Weitere Repräsentation (ausklappen)

weiblich-weibliche Liebesgeschichte, nichtbinäre Nebenfigur

 

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Autor*in: Kay O’Neill
Verlag: Oni Press
Seitenzahl: 73 / 135 / 137
Reihe:
1. The Tea Dragon Society
2. The Tea Dragon Festival
3. The Tea Dragon Tapestry
Altersempfehlung: 9-12

The Tea Dragon Society

Greta, die eigentlich von ihrer Mutter das Handwerk des Schmiedens lernt, findet einen kleinen Drachen und rettet ihn vor hungrigen Tieren. Als sie ihn zu seinem Besitzer zurückbringt, erfährt sie, dass es sich um einen Teedrachen handelt. Aus seinen Blättern kann ein ganz besonderer Tee zubereitet werden, aber sich um Teedrachen zu kümmern ist keine Kleinigkeit. Sie nimmt aber gern das Angebot von Hesekiel an, es zu lernen.

Der Kunststil der Graphic Novel ist absolut schön. Ich liebe die Farben, die Figuren wirken irgendwie liebevoll und die Teedrachen sind zum knuddeln. Greta lernt dort nicht nur Hesekiel kennen, der sich mit seinem Mann Erik um die Wesen kümmert, sondern auch Minette, die von den beiden dort aufgenommen wurde und sehr zurückhaltend ist. Mit der Zeit lernt sie nicht nur einiges über die Drachen, sondern auch über die anderen Bewohner. Die Geschichte ist sehr, sehr süß und die Zeichnungen wunderschön. Dieser erste Band ist nicht besonders ereignisreich, aber ein richtiges Wohlfühlbuch, wenn man mal für ein Stündchen aus dem Alltag raus und einfach eine Geschichte genießen möchte.

The Tea Dragon Festival

Hier folgen wir der Hauptfigur Rinn, die nichtbinär ist. Das wird nur durch die Charaktervorstellung am Anfang deutlich, in der ohne weitere Erklärung they-Pronomen verwendet werden und diese selbstverständliche Einbindung war richtig schön. Beim Kräuter sammeln stößt they im Wald auf den Drachen Aedhan, der eigentlich das Dorf beschützen sollte, aber ungeplant für 80 Jahre geschlafen hat und es geht nun darum herauszufinden, wie das passieren konnte. Rinns Onkel ist Erik, den wir schon in Band 1 kennengelernt haben und die Verbindung mochte ich sehr. Der Stil der Zeichnungen ist hier wieder unglaublich schön, die Dialoge sind toll und besonders sticht hier heraus, dass es eine Figur gibt, die Gebärdensprache nutzt und das Dorf kommuniziert ganz selbstverständlich auf diese Weise mit ihr. Insgesamt wieder eine sehr süße Geschichte.

The Tea Dragon Tapestry

Im Abschlussband kehren wir zurück zu den Figuren aus Band 1, die mittlerweile alle etwas gealtert sind. Auch Rinn und Aedhan tauchen als Gäste auf, was ich schön fand. Die Geschichte mochte ich, aber ich hatte den Eindruck, dass die Zeichnungen etwas gröber waren, gerade bei Landschaften habe ich die unglaublichen Details vermisst, die die Graphic Novels bisher zu bieten hatten. Die Handlung ist mir nicht wirklich in Erinnerung geblieben, aber es war wieder eine kurzweilige Geschichte, die ich gerne gelesen habe. Am Ende gibt es einen Epilog, der ein wenig in die Zukunft schaut, sodass es einen runden Abschluss gibt.

Kurzrezensionen: #WirLesenFrauen (2)

Die hier vorgestellten Bücher haben die Gemeinsamkeit, dass sie alle eine Aufgabe der „Wir lesen Frauen“ Challenge erfüllen. Meinen Beitrag dazu findet ihr hier. Wie bereits im ersten Sammelpost erklärt, stelle ich hier die Romane vor, die keine vollständige Rezension bekommen, über die ich aber trotzdem ein paar Worte verlieren möchte.


The Secret Garden (Frances Hodgson Burnett) – KlassikerThe secret garden

In diesem Klassiker aus dem Jahr 1911 geht es um Mary, die als Einzige eine Pest in Indien überlebt, weil sie immer für sich allein in ihrem Zimmer bleibt und mit anderen Menschen nichts anfangen kann. Daraufhin wird sie zu einem ihr unbekannten Onkel gebracht, in dessen riesiger Villa sie von nun an lebt, mit Angestellten, mit denen sie irgendwie zurechtkommen muss.

Der Anfang des Buches hat es mir nicht leicht gemacht, weil Mary zu Beginn wirklich eine unverschämte und verwöhnte Göre ist. Das ändert sich aber glücklicherweise, als sie merkt, dass mit ihrem Umgang gegenüber anderen Menschen etwas nicht stimmt und dass man sich sogar gut mit Leuten verstehen kann, wenn man es nur versucht. Schön fand ich, dass sie vor allem auch durch ihre neugefundene Begeisterung für die Natur sehr verändert wird – nachdem sie überredet werden musste, überhaupt das Haus zu verlassen -, weil sie endlich lernt, etwas Schönes in den Dingen zu sehen.

Ich mochte auch den weiteren Verlauf der Handlung sehr, auch wenn es ein wirklich langsames Buch ohne viel Action ist. Insgesamt hat mir vor allem die Aussage des Buches sehr gefallen, die sich schon stark in der Handlung widerspiegelt, bevor sie gegen Ende explizit ausgesprochen wird. Auch als Kinderbuch ist es dadurch meiner Meinung nach gut geeignet, wenn man eine Ausgabe mit passender Übersetzung wählt.


Anna im blutroten Kleid (Kendare Blake) – Woman of ColourAnna im blutroten Kleid

Dieses Buch wurde mir als ähnlich zur Serie Supernatural empfohlen, weshalb ich es vor einigen Jahren gekauft habe. Die Ähnlichkeit ist nicht zu bestreiten, denn es geht um Cas, einen 16-jährigen Geisterjäger, der den Job von seinem Vater übernommen hat und nun andere Leute vor ebendiesen Geistern beschützt, indem er sie verbannt. Dabei ist er auch auf der Suche nach dem Wesen, das seinen Vater getötet hat, um ihn zu rächen. Wie gewohnt zieht er auch jetzt für einen Fall in eine neue Stadt, allerdings ist diesmal einiges anders, denn Anna im blutroten Kleid ist keine so leichte Beute und dabei werden auch andere Teenager in die Sache mit reingezogen.

Die Grundidee mochte ich und ich habe das Buch gerne gelesen. Cas ist sehr zurückgezogen und achtet darauf, zu niemandem eine Beziehung aufzubauen, da er ohnehin wieder wegziehen wird. Das ergibt zwar Sinn, würde man nicht aus seiner Sicht lesen, wäre er dadurch aber sehr schwer zu verstehen. Das macht es aber auch dem Leser nicht so leicht, mit ihm zu sympathisieren, weil er sehr verschlossen ist.
Mir gefiel besonders der Aspekt, dass Anna kein gewöhnlicher Geist ist und sie nicht nur schwerer zu besiegen ist, sondern auch noch ihr menschliches Wesen zeigt. Damit verbunden gibt es allerdings einen Aspekt an der Geschichte, der mir nicht so gefallen hat, den ich hier aber nicht spoilern möchte. Darauf baut leider auch die Fortsetzung zu diesem Buch auf, weshalb ich sie nicht lesen werde. Insgesamt konnte mich das Buch gut unterhalten, aber mehr nicht.

[Rezension] Der Polarbären Entdeckerblub – Reise ins Eisland

 

der polarbären entdeckerclub. reise ins eisland

Autorin: Alex Bell
Verlag: Sauerländer
Format: Hardcover
Seitenzahl: 330
Reihe: Der Polarbären Entdeckerclub
1. Reise ins Eisland
2. ? (Herbst 2019)


Inhalt

Stella wollte schon immer Entdecker werden, genau wie ihr Vater es ist, der sie bei einer Polarexpedition im Schnee gefunden und adoptiert hat. Dorthin führt es sie auch jetzt, als ihr ausnahmsweise erlaubt wird, an einer Forschungsreise teilzunehmen. Es läuft aber alles anders als gedacht, denn sie und die anderen Kinder werden direkt zu Beginn vom Rest der Gruppe getrennt und müssen fortan allein zurechtkommen.


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[Rezension] Arlo Finch – Im Tal des Feuers

 

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Autor: John August
Verlag: Arena
Format: Hardcover
Preis: €16,00
Seitenzahl: 305
Übersetzer: Wieland Freund, Andrea Wandel
Reihe: Arlo Finch
1. Im Tal des Feuers
2. [In the lake of the Moon] (Übersetzung Herbst 2019)


Inhalt

Arlo Finch ist mit Mutter und Schwester gerade nach Pine Mountain zu seinem Onkel gezogen, weil sein Vater vom FBI gesucht wird. Dort muss er sich nicht nur deshalb erst mal zurechtfinden, weil er an einem neuen Ort ist, sondern auch, weil es kein gewöhnlicher Ort ist. Er sieht zum Beispiel einen Geisterhund am Waldrand, ein geheimnissvolles Mädchen, das plötzlich auftaucht und das sonst niemand sieht, und als er den Rangern beitritt, stellt er fest, dass das noch nicht alles ist.


Meinung

Das Buch beginnt mit dem Umzug der Familie und schnell erfährt man von den Umständen, die dazu geführt haben, allerdings nicht viele Details. Der Protagonist Arlo ist 12, seine mürrische Schwester etwas älter und seine Mutter mit vielen Dingen beschäftigt. Das Buch konzentriert sich allerdings nicht auf den Alltag, sondern der Fokus liegt auf den tatsächlichen Geschehnissen. So wird keine Zeit damit verschwendet, dass Arlo im Unterricht sitzt, sondern man folgt ihm z.B. ins Zeltlager, wo er fast umgebracht wird. Generell gibt es mehr Action als Erklärungen, auch wenn Arlo versucht, Nachforschungen anzustellen.

Generell war das Buch deutlich spannender, als ich erwartet habe. Es beginnt mysteriös, da man auch als Leser nicht weiß, was vor sich geht, als Arlo seltsame Dinge beobachtet. Schnell gerät er auch in die erste gefährliche Situation und von da an wird das Buch wirklich spannend. Die Spannung bricht dabei auch bis zum Ende nicht mehr wirklich ab. Neben der Unterhaltung hat das Buch aber auch ein paar gute Lektionen und Weisheiten parat, die aber nicht zu offensichtlich wirken, sondern gut in die Handlung eingebaut sind und die auch Arlo durch die Praxis lernt, statt dass sie ihm nur erzählt werden.

Die Charaktere mag ich sehr. Arlo selbst ist sehr ungewöhnlich, denn er ist zwar neugierig und mutig, aber gleichzeitig auch vorsichtig. Er überlegt sich in jeder Situation, was schief gehen könnte, hat aber auch direkt eine Lösung parat. So plant er beispielsweise als erstes einen Fluchtweg, als er sein neues Zimmer sieht, denn wer weiß schon, was passieren könnte. Was auch heraussticht, ist dass er eine Leseschwäche sowie zwei verschiedenfarbige Augen hat, was aber als völlig normal dargestellt wird. Seine besten Freunde sind Wu und Indra und beide haben einen sehr unterschiedlichen Charakter, wodurch die Truppe gut ergänzt wird.


Fazit

Ein mysteriöser und spannender Reihenauftakt. Das Ende ist halbwegs abgeschlossen, lässt aber viel Raum für eine Fortsetzung, auf die ich schon jetzt gespannt bin.

[Rezension] Tapper Twins – Ziemlich beste Feinde

Autor: Geoff Rodkey
Verlag: cbj
Format: Hardcover
Seitenzahl: 222
Preis: €12,99
Kaufen? *klick*
Reihe: Tapper Twins
1. Ziemlich beste Feinde
2. [Tear up New York]
3. [Run for President]

Inhalt:

 

Leni und Ben sind Zwillinge. Das heißt aber nicht, dass sie sich immer gut verstehen. Tatsächlich streiten sie sich sogar ziemlich oft, aber noch nie so, wie jetzt. Zwischen ihnen ist praktisch Krieg ausgebrochen und dieses Buch zeigt, wie alles begonnen hat und wie es dazu kam, dass am Ende sogar die Polizei eingeschaltet wurde.
Meinung:
Dieses Buch ist kein gewöhnlicher Roman, sondern ganz anders aufgebaut. Im Prolog erklärt Leni, dass sie in diesem Buch erklären möchte, wie es zu diesem Streit zwischen ihr und ihrem Bruder kam und das tut sie, indem sie sowohl selbst die Ereignisse schildert, als auch andere Beteiligte zu Wort kommen zu lassen. So mischt sich zwischendurch immer wieder ihr Bruder Ben ein oder es werden kurz andere Charaktere gebeten, sich zu den Geschehnissen zu äußern. Es ist also nicht normal im Fließtext geschrieben, sondern teilweise eher in einer Art Dialogform. Dadurch wird es natürlich unterhaltsamer, da es keine reinen Berichte sind, sondern auch andere auf das Gesagte eingehen und gegebenenfalls widersprechen.
Diesen Schreibstil fand ich ganz unterhaltsam und besonders die Auszüge aus dem SMS-Verlauf der Eltern waren super amüsant.
Daneben gibt es alle paar Seiten eine kleine, meist witzige Zeichnung, um die Berichte zu untermalen.
Da ich nicht gerade zur Zielgruppe dieses Romans gehöre, kann ich ihn nicht ganz subjektiv bewerten. Die Charaktere sind 12 und ich denke, das ist auch etwas das ideale Alter für den Leser. Für mich persönlich war es stellenweise zu albern und kindisch, aber für jüngere Leser sieht das natürlich ganz anders aus. Hätte ich das Buch vor ein paar Jahren gelesen, wäre ich vermutlich auch bestens unterhalten gewesen.
Was mich ehrlich gesagt etwas genervt hat ist, dass es stellenweise Passagen gibt, in denen Ben und Leni sich einfach eine Weile gegenseitig widersprechen, was für die Geschichte keine Rolle spielt und auf das ich als Leser auch gut hätte verzichten können. Sehr kritisch fand ich dann, als Leni einen Freund ihres Bruders mit Hitler verglichen hat. Das war definitiv zu viel.
Die  Hauptfiguren sind etwas stereotypisch und absichtlich möglichst gegensätzlich: Das Mädchen, das sich für viel reifer hält als anderen und deren Ziel es ist, Präsidentin zu werden und der Junge, der trotz gleichen Alters viel jünger wirkt und sich für nichts als Fußball und Videospiele interessiert und deshalb automatisch dumm ist.
Auch wenn es sich um ein Kinderbuch handelt, hätte ich mir gewünscht, dass sie ein bisschen vielseitiger sind.

Fazit:
Für Leser um die 12 Jahre sicher sehr unterhaltsam. Mir persönlich hat ein bisschen was gefehlt, aber das liegt vermutlich hauptsächlich daran, dass ich nicht mehr in die Zielgruppe passe.
4/5 Punkten