Seminarlektüren: Black British Literatures

In diesem Semester habe ich den Kurs Black British Literatures: Postcolonial London belegt und musste dementsprechend auch Romane dafür lesen, welche ich euch heute kurz zusammen mit meiner Meinung vorstellen möchte. Thematisch ging es dabei schwerpunktmäßig um Einwanderer in London nach Ende des Kolonialismus und wie sie sich innerhalb Londons bewegen und die Stadt nutzen.


The Lonely Londoners (Sam Selvon)
[deutsch: Die Taugenichtse]

Lonely Londoners

In The Lonely Londoners folgen wir einer handvoll Männer, größtenteils aus Jamaika migriert, wenn ich das richtig im Kopf habe. Dabei folgen wir keiner linearen Handlung, sondern den Charakteren in ihrem Alltag, der völlig unterschiedlich aussehen kann. Manch einer mag dabei das Klischee erfüllen und wegen der Sozialhilfe gekommen sein, andere arbeiten hart, aber alle haben so ihre Probleme in der großen Stadt.

Was das Buch besonders auszeichnet ist die Sprache, welche eine Mischung aus verschiedenen Dialekten der Einwanderer aus verschiedenen Ländern ist. Diese wird nicht nur in den Dialogen verwenden, sondern das ganze Buch über – laut Aussage des Autors deshalb, weil es sich im Standard-Englisch einfach nicht authentisch angefühlt hat. Ich kann das so unterschreiben und nach kurzer Eingewöhnung kam ich mit der Sprache gut zurecht und finde sie auch furchtbar passend für die Geschichte.

Insgesamt fand ich es interessant, für eine kurze Zeit ins Leben der Charaktere zu schauen und zu sehen, wie unterschiedlich sie die Dinge angehen und mit Hindernissen zurechtkommen. Das Buch ist mit 160 Seiten sehr kurz, aber es erfüllt seinen Zweck. Letztendlich war ich aber nicht wirklich ein Fan davon, dass es keine richtige Handlung gibt und man durch die nur kurzen Einblicke auch keinen der Charaktere tiefer kennengelernt oder viel über seine Geschichte erfahren hat.


Brick Lane (Monica Ali) [deutsch: Brick Lane]

Brick Lane

In diesem Buch geht es um Nazneen, die mit 18 Jahren von Bangladesh nach England zog um dort einen Mann zu heiraten, den ihr Vater für sie ausgesucht hat. Sie ist zunächst nicht unglücklich damit, vermisst dann aber doch nach und nach ihre Freiheiten und möchte unabhängiger sein.

Dieser Roman sollte theoretisch einen guten Einblick in die Bengali-Gemeinden Londons geben, allerdings wurde es gerade von diesen stark dafür kritisiert, dass die Darstellung falsch und nicht repräsentativ sei. Scheinbar werden viele Klischees und Stereotype reproduziert und dafür stand es in der Kritik. Genaueres weiß ich darüber nicht, aber das finde ich wichtig, beim Lesen zu wissen.

Nazneen ist an sich ein interessanter Charakter, weil sie zunächst den Traditionen folgt und tut, was von ihr erwartet wird, aber man merkt ihr schon recht früh an, dass sie damit nicht wirklich zufrieden ist. Später handelt sie auch entsprechend, wobei ich ihre Handlungen nicht immer gut heißen würde, auch wenn sie ansonsten viel in die „richtige“ Richtung gehen.

Insgesamt hat mir der Roman leider nicht besonders gefallen, weil es mir massiv an Spannung gefehlt hat. Die meiste Zeit über musste ich mich regelrecht zwingen, das Buch in die Hand zu nehmen (es ist auch die erste Lektüre, die ich nicht vor der Deadline beendet habe, sondern erst 1,5 Wochen danach) und ich kann nicht sagen, dass ich es gerne gelesen habe. Gegen Ende wurde es glücklicherweise interessanter, aber viel Handlung gibt es nicht und dafür fand ich fast 550 Seiten einfach zu viel.
Auch wenn es nicht uninteressant war und mir einige Aspekte der Handlung gefallen haben, konnte es mich leider nicht überzeugen.


White Teeth (Zadie Smith) [deutsch: Zähne zeigen]

White Teeth

Hier folgen wir verschiedenen Charakteren mit Fokus auf drei Familien: Archie und Samad, zwei Freunden die sich im 2. Weltkrieg kennengelernt haben und ihren Kindern, sowie einer dritten Familie, die erst später eingeführt wird. Das Ganze streckt sich über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren und wird dadurch eher episodenweise erzählt statt durch eine lückenlose Handlung.

Wie gut mir das Buch gefallen hat, stieg und fiel immer mit dem jeweiligen Erzähler. Es beginnt mit Archie und zu diesem Zeitpunkt konnte ich mit dem Roman noch nichts anfangen, weil ich ihn als Charakter einfach sehr nichtssagend finde. Er scheint keinerlei Eigenschaften zu haben und nichts zeichnet ihn aus, sodass ich froh war, als der Fokus sich verschob. Samad hatte dafür einen interessanteren Handlungsstrang und als man danach eher den Kindern folgt, konnte ich noch überzeugt werden. Irie, Millat und Magid sind interessante Figuren, die alle individuelle Probleme haben und zeigen, wie es sein kann, Einwandererkinder der 2. Generation zu sein. Irie ist dazu noch übergewichtig und unglücklich verliebt und hat damit „nebenbei“ noch typische Teenagerprobleme.
Insgesamt mochte ich es, auch wenn es etwas langwierige Passagen hatte. Die wechselnde Perspektive fand ich dafür sehr interessant.


Kennt ihr die Bücher oder welche mit ähnlicher Thematik?

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[Rezension] Fuck you, Love

 

Fuck you, Love

 

Autorin: Daniela Hartig
Verlag: Twentysix
Format: Taschenbuch / ebook
Preis: €12,90 / €2,99
Reihe:
1. Fuck you, Love
2. Fuck you, Hope

Inhalt

Seit Tagen lauert Floyd ein Mädchen auf und er will nichts weniger, als sich mit ihr auseinanderzusetzen. Wieso? Sie behauptet, er habe sie vergewaltigt, aber er erinnert sich nur vage an besagte Nacht. Obwohl er zunächst nichts mit ihr zu tun haben möchte, interessiert er sich doch immer mehr für Storm, sobald er sie kennenlernt, allerdings ist sie unfassbar unnahbar und natürlich steht auch die mögliche Vergewaltigung zwischen ihnen. Weiterlesen „[Rezension] Fuck you, Love“

Monatsrückblick 06/18

Um ehrlich zu sein musste ich gerade etwas länger als gewöhnlich überlegen, welcher Monat denn da gerade zu Ende gegangen ist, denn ich habe es nicht mitbekommen. What else is new? Lesetechnisch war der Juni nicht mein stärkster Monat, dafür habe ich viel Zeit mit anderen Dingen verbracht. Oder sagen wir: Eher mit Personen als mit Büchern.

Deutschland SW-tile.jpg


Gelesene Bücher: 6

Deutschland Schwarz Weiß (Noah Sow)
Super wichtiges Buch, dass ich JEDEM ans Herz legen möchte. Petrissa hat dazu eine super Rezension geschrieben.
Magic Cleaning (Marie Kondo)
Obwohl ich nicht alle Tipps beherzigen werde und ich absolut kein Fan davon bin, alles sofort in den Müll zu packen, statt abzugeben, enthält das Buch ein paar gute Tipps zum Thema Aussortieren.
Brick Lane (Monica Ali)
White Teeth (Zadie Smith)
Beides Bücher für die Uni, über die ich noch einen Beitrag schreiben werde.
Nachtstürme (Nicole Peeler)
Rezension
Speed Reading (Tony Buzan)
Ist es ironisch, dass ich für das Buch über drei Monate gebraucht habe? Ehrlich gesagt habe ich die Technik auch noch nicht wirklich geübt, sondern nur so gelesen, aber davon abgesehen fand ich viele Themen leider nur viel zu kurz angesprochen und hätte mir da weitere Infos gewünscht.

Gelesene Seiten: 2158
durchschnittlich am Tag: 72
aktueller SuB: 137 (+- 0)


Neue Bücher: 2

Die Känguru-Offenbarung (Marc-Uwe Kling)
Verstecken gilt nicht (Melina Royer)


Und sonst so?

Puh, was war im Juni los? Ein Blick in den Kalender sagt mir, dass ich nur 1 von 4 Wochenenden alleine zu Hause verbracht habe und erklärt auch schon meine fehlende Lesezeit. Zwischenzeitlich hatte ich unfassbar Lust, zum Buch zu greifen, aber es war einfach nicht drin. Natürlich hatte ich auch so eine super Zeit und habe den Monat absolut genossen. Neben Besuchen beim Freund fand nämlich auch das Hurricane Festival statt und trotz echt kaltem Wetter war es super und es hat (entgegen meiner bisherigen Erfahrungen) alles geklappt. Obwohl ich noch traurig über einige unglückliche Überschneidungen im Zeitplan bin, freue ich mich dass ich viele tolle Bands sehen konnte, manche zum 1. und eine schon zum 6. Mal (an dieser Stelle Grüße an Billy Talent). Auch das Jera on Air fand statt und ich konnte noch mal ein paar meiner liebsten Bands wiedersehen (erneute Grüße an Billy Talent), und damit ist leider schon die Hälfte meines Festivalsommers vorbei.

Der Juli wird in der Hinsicht ruhig verlaufen, was hoffentlich bedeutet dass ich wieder mehr Zeit mit Lesen und ganz, ganz hoffentlich auch mit Sport verbringen werde. So ganz nebenbei stehen auch die Klausuren an und meine Spanischkenntnisse sind eindeutig noch nicht auf dem Stand, an dem sie für ein Bestehen der Prüfung sein müssten, was bedeutet dass ich da auch einiges an Zeit reinstecken sollte und hoffentlich auch werde. Ihr seht schon, hier wird aktuell viel gehofft.


Klickempfehlung

Mariki schreibt darüber, weshalb sie das diesjährige Herbstprogramm verweigern wird und ich verstehe ihre Gründe sehr gut. Ich selbst ignoriere die Neuerscheinungen schon lange größtenteils und kann nicht sagen, dass mir etwas fehlt.

[Rezension] Nachtstürme

 

Nachtstürme
Quelle: Heyne Verlag

 

Autorin: Nicole Peeler
Verlag: Heyne
Format: Taschenbuch
Übersetzer: Carolin Müller
Erschienen 2011

 

Inhalt

Seit dem Tod ihres Freundes ist Jane eine Außenseiterin in der kleinen Küstenstadt, in der sie lebt. Eigentlich war sie das aber bereits vorher, denn ihre Mutter galt seit ihrem plötzlichen Auftauchen – und erst recht seit ihrem plötzlichen Verschwinden – als seltsam und das übertrug sich auch auf Jane. Als sie eine Leiche entdeckt, erfährt sie durch die Ermittlungen unerwarteterweise auch so einiges über sich selbst. Weiterlesen „[Rezension] Nachtstürme“