[Rezension] Die letzten Tage des Patriarchats

 

Die letzten Tage des Patriarchats
Quelle: Rowohlt

Autorin: Margarete Stokowski
Verlag: Rowohlt (2018)
Format: Hardcover
Seitenzahl: 317

Außerdem von der Autorin:
„Untenrum frei“ (2016)


Margarete Stokowski schreibt unter anderem für die taz und Spiegel Online und hat mit diesem Buch 75 ihrer Kolumnen und Essays gesammelt. Das Buch beginnt mit einem Vorwort, in dem erst mal grundlegende Begriffe wie „Feminismus“ und „Patriarchat“ geklärt werden und worin die Autorin ein bisschen über ihren Hintergrund erzählt, was vor allem für Leser, die sie vorher nicht online verfolgt haben und vielleicht noch nicht so viel thematisches Wissen haben, super ist. Weiterlesen „[Rezension] Die letzten Tage des Patriarchats“

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#WirLesenFrauen Challenge

Am 8. März war der Weltfrauentag und das haben sicher die meisten mitbekommen. Es gab nämlich nicht nur die obligatorischen Beschwerden der Männer, die sich dadurch benachteiligt fühlen, sondern auch zahlreiche inspirierende und super geschriebene Beiträge von Frauen. Darum soll es heute aber nicht im Detail gehen, denn an diesem Tag ist auch etwas anderes passiert, denn die #wirlesenFrauen Challenge von Eva-Maria Obermann ist offiziell gestartet.

Ich steige etwas verspätet ein, weil ich eine ziemliche Lese- und Blogpause eingelegt habe, aber die Aktion finde ich so toll, dass ich unbedingt teilnehmen und sie unterstützen möchte. Ziel ist es – wie bei den meisten Challenges – Bücher zu lesen, die bestimmte Vorgaben erfüllen. Hierbei geht es aber ausnahmsweise nur um Bücher von Autorinnen, um sie gezielt zu unterstützen und dem Problem entgegenzuwirken, dass sie auch in der Literaturbranche leider immer noch unterrepräsentiert sind und zu wenig Unterstützung erfahren.

Welche Bücher ich lesen werde, weiß ich zu diesem Zeitpunkt bei den meisten Aufgaben noch nicht, aber für einige habe ich schon ein passendes Buch in Aussicht oder sogar schon gelesen, welches ich jeweils dazu schreiben werde. Ich hoffe, alle Aufgaben erfüllen zu können, auch wenn einige sicher schwieriger sind als andere und werde versuchen, alle Bücher auch zu rezensieren und dementsprechend viele Empfehlungen auszusprechen.

WirlesenFrauen
Bild von Eva-Maria Obermann

Folgende Aufgaben gibt es:

  1. Lest ein Sachbuch zum Thema Feminismus
  2. Lest ein Buch aus einer Autorinnenvereinigung. Z.B. dem Nornennetz oder den mörderischen Schwestern.
  3. Lest ein Buch einer Woman of Color.
    – Anna im blutroten Kleid (Kendare Blake) √
  4. Lest einen Essayband einer Autorin.
    – Die letzten Tage des Patriarchats (Margarete Stokowski) √
  5. Lest das Buch einer deutschen Autorin.
    Optionen vom SuB: Die verborgene Seite des Mondes (Antje Barbendererde), Vollmondkuss (Patricia Schröder), Ein unmoralisches Sonderangebot (Kerstin Gier), Nephilim (Gesa Schwartz), Splitterherz (Bettina Belitz)
  6. Lest das Buch einer nicht-europäischen und nicht-amerikanischen Autorin.
  7. Lest ein Sachbuch von einer Autorin.
    Romantic Outlaws (Charlotte Gordon; Biografie) √
    Let’s pretend this never happend (Jenny Lawson; Memoir) √
  8. Lest ein preisgekröntes Buch, das eine Frau geschrieben hat.
    Optionen vom SuB: Ashes (Ilsa J. Bick)
  9. Lest das Buch einer SP-Autorin.
  10. Lest einen Klassiker aus der Feder einer Autorin.
    Optionen vom SuB: Pride and Prejudice (Jane Austen)
  11. Lest einen Gegenwartsroman einer Autorin.
  12. Lest die Geschichte einer trans Frau, geschrieben von einer (trans) Frau.

Für die Aufgaben, zu denen ich bisher kein Buch gefunden habe, dürft ihr mir sehr gerne welche empfehlen. Besonders was Bücher von nicht-amerikanischen/europäischen und trans Frauen angeht, habe ich aktuell wenig auf dem Schirm und hoffe auf Inspiration, aber auch SP Bücher sind gern gesehen!

Leselaunen zum Frühlingsbeginn

Hallo!

In den letzten Wochen habe ich bei den Leselaunen wieder ausgesetzt, weil ich nicht viel zu berichten hatte, aber mittlerweile lese ich endlich andere Bücher und möchte heute davon berichten.

Eine wöchentliche Aktion von Trallafittibooks.

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Aktuelle Bücher

Endlich, endlich habe ich Romantic Outlaws beendet und damit bin ich schon fast eine Last losgeworden, obwohl ich das Buch gern gelesen habe. (Rezension hier) Irgendwann ist aber auch mal gut und ich brauche was „frisches“.

Als erstes habe ich Die letzten Tage des Patriarchats gelesen, was mir extrem gut gefallen hat. Es ist eine Sammlung von Kolumnen und dabei ist es natürlich, dass einem manche weniger gefallen als andere, aber insgesamt bin ich wirklich begeistert davon, wie viel Schlaues und wie viele Denkanstöße jeweils in so wenigen Seiten stecken können. Eine Rezension folgt noch.

Aktuell lese ich Renegades – Gefährlicher Freund und finde die Thematik bisher wirklich spannend, sodass ich mich auf den Rest freue, kann aber noch nicht viel dazu sagen.

Mein Fail der Woche war es, erst nach dem Hören festzustellen, dass mein Hörbuch gekürzt war, nämlich das zum ersten Band von Elias und Laia. Da ich die Fortsetzung nun in der langen Version hören möchte, bleibt mir nichts anderes übrig als zu hoffen, dass mir keine wichtigen Infos fehlen werden. Ärgerlich. (beide Versionen gibt es übrigens gratis auf Spotify)

Erst mal höre ich aber noch den zweiten Band der Sturmkönige Trilogie, Wunschkrieg, zu Ende, den ich schon vorher begonnen hatte, aber eine Pause davon brauchte. Mir fehlt nur noch eine Stunde und gerade gab es spannende Enthüllungen, sodass mein Interesse wieder geweckt ist und ich mich darauf freue, die Reihe nach 6 Jahren bald endlich abzuschließen.


Momentane Lesestimmung

Sehr gemischt. „Die letzten Tage des Patriarchats“ habe ich verschlungen, dann war aber gestern bei mir sehr viel los und dadurch hatte ich auch heute nicht den Kopf zum Lesen, aber vielleicht versuche ich es gleich trotzdem mal. Oft brauche ich einen kleinen Schubser um anzufangen und genieße es dann doch.


Zitat der Woche

Kommentare über die Körper anderer Leute sind nur gerechtfertigt a) durch medizinisches Fachpersonal, b) wenn man gefragt wurde oder c) wenn man aufs Maul bekommen möchte.

– Die letzten Tage des Patriarchats, Seite 156


Und sonst so?

Das war eine turbulente Woche. Von Samstag bis Mittwoch war ich mit meinen Eltern in Bremen und habe ihnen die Stadt gezeigt, in der ich ab diesem Sommer leben werde. Ich mag die Stadt sehr und habe das total genossen. Den Donnerstag habe ich dann in der Uni verbracht, da ich nach einer Woche Pause einiges aufzuholen hatte und auch von Fachliteratur abgesehen habe ich an diesem Tag viel gelesen. Am Freitag war wunderbares Wetter und ich habe das erste Mal in diesem Jahr im Garten gelesen und freue mich jetzt unfassbar auf den Frühling. Abends ging es dann noch zum Konzert von Grossstadtgeflüster, was super viel Spaß gemacht hat und gestern war ich erst auf einer Demo gegen Artikel 13 und habe danach bis morgens um 5 Zeit mit Freunden verbracht, wovon ich mich heute ein bisschen erholen musste. Werde ich schon alt oder bin ich das nur nicht mehr gewohnt?

Auf der Buchmesse war ich aus verschiedenen Gründen leider nicht, habe aber so viel wie möglich über Instastories mitverfolgt, freue mich auf eure Beiträge darüber und hoffe auf Berichte zu Veranstaltungen wie den Bloggersessions. Sagt mir gerne Bescheid wenn ihr welche schreibt!

Ich versuche aktuell, den Blog wieder lebendiger zu machen, weshalb in den nächsten Tagen noch eine Rezension erscheinen wird, sowie ein Beitrag über die #WirLesenFrauen Challenge, der längst überfällig ist. Außerdem möchte ich gerne alle meine begonnenen Bücher in den kommenden Tagen beenden. Diese Woche wird aber ziemlich ereignislos, weshalb das gut machbar sein sollte.

[Rezension] Romantic Outlaws

 

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Untertitel: The Extraordinary Lives of Mary Wollstonecraft and Mary Shelley
Autorin: Charlotte Gordon
Verlag: Windmill Books
Sprache: Englisch
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 672
Genre: Biografie
Reihe: –


Mary Shelley ist den meisten vermutlich als Autorin von Frankenstein ein Begriff. Wie viel weiß man aber über ihre Hintergründe? Oder ihre Herkunft? Mir selbst war nicht bekannt, dass ihre Mutter überhaupt einflussreich war, aber dass ihr wichtigstes Werk „A Vindication of the Rights of Woman“ ist, hat mein Interesse an Mary Wollstonecraft geweckt. Sie war politisch sehr aktiv, ist nicht vor schlechtem Feedback und Rufverlust zurückgeschreckt und hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Das gleiche gilt auch für Mary Shelley, die nach „Frankenstein“ noch viel geschrieben hat, dafür aber zu Lebzeiten wenig Anerkennung bekam. Als Frau war es zu dieser Zeit generell sehr schwierig, ernstgenommen zu werden, aber das galt besonders in der Literatur und erst recht im politischen Bereich, in dem Frauen einfach keinen Platz hatten. Weiterlesen „[Rezension] Romantic Outlaws“

[Rezension] Let’s pretend this never happened

Let's pretend this never happenedUntertitel: A mostly true memoir
Autorin: Jenny Lawson
Verlag: Picador
Seitenzahl: 352
Deutsche Ausgabe: Das ist nicht wahr, oder? (Metrolit Verlag, 2013)
Übersetzer: Wolfram Ströle
Reihe: –

 


Inhalt

Jenny Lawson, bekannt als The Bloggess, hatte kein gewöhnliches Leben. Angefangen bei ihrer Kindheit mit einem Vater, der regelmäßig sowohl lebende als auch tote wilde Tiere mit nach Hause brachte, über eine Angststörung bis zu diversen unglaublich klingenden Erlebnissen. In diesem Buch erzählt sie von all diesen Dingen und ihre Geschichten sind größtenteils wahr.


Meinung

Ich lese den Blog der Autorin schon seit Jahren und deshalb wollte ich auch das Buch schon ewig lesen. Warum habe ich es also nicht schon viel früher gemacht? Ich war so sicher, dass ich es lieben würde, dass ich Angst hatte, enttäuscht zu werden. Jetzt habe ich mich getraut und ich bin endlos froh, dass ich es getan habe, denn die Angst war unberechtigt.

Wenn ihr den Blog kennt, wisst ihr schon ungefährt, was in diesem Buch auf euch zukommt. Neben den Anekdoten, wie man sie auch online lesen kann, gibt es hier allerdings auch viele Hintergründe, denn die Autorin fängt die Geschichte mit ihrer Kindheit an und diese erklärt vermutlich, wieso sie jetzt so ist, wie sie ist. Die ersten Kapitel sind nichts für schwache Nerven und Mägen und wenn ihr ein Problem mit Themen wie toten Tieren habt, solltet ihr die ersten 50 Seiten lieber überspringen. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir noch Sorgen gemacht, aber diese Themen ließen glücklicherweise nach und obwohl die Erlebnisse der Autorin immer noch unglaublich waren, waren sie danach weniger verstörend.

Ich mag den Humor von Jenny Lawson sehr und so ist dieses Buch sicher das witzigste, das ich je gelesen habe. Inwiefern das auch in der Übersetzung rüberkommt, kann ich nicht beurteilen, aber das Original kann ich sehr empfehlen. Der Schreibstil ist eher wirr und wirkt komplett ungefiltert und das liebe ich, denn so wirkt das Buch sehr authentisch und das ist für eine Biografie für mich ein Muss. Gerade, wenn dadurch so viel über die Persönlichkeit der Autorin ausgedrückt wird, fände ich es fatal, den Stil zu stark zu verändern und zu „verbessern“, nur damit es sich kohärenter liest. Das macht für mich einiges am Charme und natürlich auch am Humor aus.

Die angesprochenen Themen sind vielfältig. Neben wichtigen biografischen Ereignissen geht es um Drogenerfahrungen, diverse Erfahrungen mit diversen Tieren, Angststörungen und Medikamente, und vieles mehr. Am besten erfahrt ihr das beim Lesen des Buches, was ihr nämlich dringend tun solltet.


Fazit

Dieses Buch ist keine typische Biografie und ich liebe alles daran. Besonders die absurden Ereignisse und der Stil, der einen selbst die traurigen Geschichten mit einem Lächeln im Gesicht lesen lässt, haben dafür gesorgt, dass ich jede einzige Seite maximal genossen habe.