Von Büchern und Zeitlosigkeit (am Beispiel Bradburys)

Ray Bradbury ist ein Name, der vielen von euch hoffentlich etwas sagt. Er ist ein Autor, der zwischen 1947 und 2006 zahlreiche Romane und wohl über 500 Kurzgeschichten veröffentlicht hat, bevor er 2012 dann leider verstorben ist.

Sein wohl bekanntester Roman ist Fahrenheit 451. Das Buch gehört zu den wichtigsten Dystopien des 20. Jahrhunderts und zeigt eine Welt, in der der Besitz von Büchern illegal ist. Diese werden von der Feuerwehr verbrannt, sollte ihre Existenz bekannt werden. Der Protagonist ist selbst Feuerwehrmann und sieht das Vorgehen als völlig natürlich an, weil das eben das ist, womit er aufgewachsen ist und was der Gesellschaft als normal und notwendig gezeigt wird. Als er ein Mädchen trifft, das sein Denken völlig ändert, sieht er ein, wie falsch die Vernichtung von Wissen ist.

Das Buch ist nicht nur damals in den 50ern relevant gewesen, sondern ist es auch heute noch (Stichwort: instagram) und das wird es auch in Zukunft noch sein. Diese Zeitlosigkeit ist etwas, was die Geschichten von Bradbury ausmacht.

Ein weiteres Beispiel sind seine Mars Chroniken. Das Buch besteht aus Kurzgeschichten, die sich alle mit der Erforschung und Besiedlung des Mars beschäftigen. In allen landen Menschen auf dem roten Planeten und von diesem Punkt aus geht es auf völlig unterschiedliche Weisen weiter. Was sie aber alle gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass die Crew alles in den Sand setzt, einfach weil sie Menschen sind. Es werden verschiedene typische Charakterzüge von Menschen gezeigt, die in jeder Zeit aktuell sind und sich wohl nie ändern werden. Obwohl es sich um Science Fiction handelt, muss man deshalb zugeben, dass der Handlungsverlauf völlig realistisch ist.
Die Geschichten haben dabei trotzdem völlig unterschiedliche Stimmungen. Manche sind traurig, andere witzig, manche machen einfach nur wütend. Da alle das gleiche Thema haben und auch oft in ähnlichen Mustern verlaufen, fand ich das wirklich beeindruckend, gemeinsam mit der Fähigkeit, sich so viele verschiedene mögliche Szenarien auszudenken.

Daneben hat Bradbury aber auch eine Menge Kurzgeschichten geschrieben, die völlig unabhängig sind. Gelesen habe ich davon noch nicht viele, aber was ich bisher kenne, fand ich größtenteils super. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber die gibt es ja immer und bei so vielen verschiedenen Themen kann einfach nicht immer der persönliche Geschmack getroffen werden.
Was mir aber auch dabei wieder aufgefallen ist, ist dass ich bei keiner der Geschichten einordnen könnte, wann sie geschrieben worden ist. Vielleicht sind sie aus seiner früheren Zeit, vielleicht wurden sie aber auch erst kurz vor der Veröffentlichung dieser Sammlung von 2009 geschrieben.

Das gehört zu den Faktoren, die eine gute Geschichte ausmachen. Es spielt keine Rolle, wann sie verfasst wurde, weil sie immer noch aktuell ist. Das müssen nicht immer Gesellschaftskritik oder wichtige Aussagen sein, sondern kann manchmal auch einfach nur gute Unterhaltung sein.
Viele Geschichten haben eine klare Aussage, ein klares Thema, aber andere habe ich gelesen und dachte „hä?“. Vielleicht verstehen andere, was dahintersteckt, vielleicht ist die Bedeutung versteckt, vielleicht gibt es aber auch gar keine. Das mag ich aber sehr an diesem Autor und das ist auch nicht zeitlich abhängig. Es ist nicht so, dass ich vor dreißig Jahren gewusst hätte, worauf Bradbury damit hinaus möchte und dieses Wissen irgendwann verloren gegangen ist.

Wenn ein Buch zeitlos ist, spielt es keine Rolle, wann und von wem es gelesen wird. Als Leser wird man sich auch dann noch in der Geschichte wiederfinden, wenn man es 50 oder 200 Jahre nach der Veröffentlichung liest und die Themen werden auch dann noch relevant sein. Dabei muss es nicht immer um Gesellschaftskritik gehen, sondern auch mal um Beziehungen oder Familie. Manche Dinge ändern sich nie und ein guter Autor erkennt diese und bringt sie in seine Geschichten ein.

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Das allbekannte SuB-Problem oder Kaufen um des Kaufens willen

Ich habe diesen Beitrag schon mehrmals angefangen, stundenlang getippt und immer wieder habe ich festgestellt, dass er zum einen viel zu lang ist, zum anderen teilweise schon weit vom Thema abschweift oder zu offensiv klingt. Ich hoffe, diesmal gelingt es besser.

Dauernd lese ich auf Blogs etwas von einem Kaufverbot, das sich ein Blogger selbst auferlegt hat. In den meisten Fällen sind diese Pläne allerdings zum scheitern verurteilt. Ein sehr häufig von mir gelesener Satz ist „Ich habe mein Buchkaufverbot gebrochen.“

Da stellt sich natürlich die Frage: Warum? Ist es ein Buch, auf das man schon lange gewartet hat oder das man entdeckt hat und ganz unbedingt in genau dieser Minute anfangen muss zu lesen? Dann ist das verständlich. Wieso aber werden so oft Bücher gekauft, obwohl man es eigentlich nicht tun wollte und wieso verstauben dann auch diese auf dem SuB? Hat die Bloggerszene ein Kaufproblem? Ist das nicht irgendwie eine Art Konsumsucht, wenn man es mal ganz hart ausdrücken möchte?

Ich habe vor langer Zeit mal ein YouTube Video zu dem Thema gesehen, in dem die Booktuberin genau dieses Thema angesprochen hat. Leider weiß ich nicht mehr, von wem es war und kann es deshalb nicht verlinken, aber das hat mich doch zum nachdenken gebracht.

Wir alle (natürlich mit Ausnahmen) horten Bücher. Das scheint eine Art Symptom zu sein, das automatisch mit dem Bloggen einhergeht. Bücher, die wir irgendwann mal lesen wollen und Bücher, bei denen wir selbst nicht mehr so genau wissen, wieso sie da eigentlich im Regal stehen. Ich schließe mich bei der ganzen Sache offensichtlich nicht aus, schließlich habe auch ich schon knapp doppelt so viele Bücher auf Vorrat hier stehen, wie ich in einem Jahr lesen kann.

Was ist der Grund dafür, Bücher zu kaufen, die man ganz sicher in nächster Zeit nicht lesen wird? Reicht es da nicht, es Wochen oder Monate später zu kaufen, wenn man wirklich Zeit und Lust dafür hat? Schnäppchen oder Tauschbücher schließe ich hier mal bewusst aus, da es da wirklich auf die Gelegenheit ankommt, die irgendwann verfällt. Neue Bücher kann man aber bis auf einige Ausnahmen auch Jahre später noch kaufen, das ist gar kein Problem.
Reicht es also, ein Buch nur zu besitzen und man muss es gar nicht lesen, damit es glücklich macht? Ist es das Wissen, es jederzeit in die Hand nehmen zu können, wenn man plötzlich Lust darauf bekommt oder doch einfach ein „das gehört mir“-Gefühl?

Vor einiger Zeit ist mir endlich mal so richtig bewusst geworden, wie viele Bücher ich hier eigentlich stehen habe, an denen ich gar kein besonderes Interesse mehr habe und die ich teilweise auch damals schon nicht hunderprozentig haben wollte, wenn ich mal ehrlich bin. Ich habe super viel angesammelt, was ich mir heute gar nicht mehr kaufen würde und das ist einfach viel zu schade um die Bücher, die nun hier stehen und die ich eigentlich gar nicht mehr lesen möchte. Außerdem belastet es mich zu wissen, dass ich mir stattdessen welche hätte kaufen können, die mehr meinem aktuellen Geschmack entsprechen, wenn ich Platz und Geld nicht damals anders investiert hätte. In den letzten Monaten habe ich darauf geachtet, mir nur Bücher zuzulegen, die ich wirklich direkt lesen möchte und das hat auch sehr gut geklappt und ich merke, dass ich damit deutlich glücklicher bin.

Natürlich muss das jeder für sich selbst entscheiden, aber ich versuche mich von diesem „Kaufen um des Kaufens willen“ oder dieser „Hauptsache neue Bücher“ Mentalität zu befreien und wirklich wieder die Bücher und Geschichten und das LESEN im Mittelpunkt stehen zu lassen.

[Time for a Discussion] Silber 3 – Oder auch: Was zur Hölle?!

Hallo!
Vor kurzem habe ich „Silber – Das dritte Buch der Träume“ von Kerstin Gier gelesen und wer meine Updates hier auf dem Blog oder auf Goodreads verfolgt hat, hat vielleicht schon mitbekommen, dass es da von meiner Seite aus etwas Redebedarf gibt.

Grob geht es dabei um das Thema Jungfräulichkeit. Wer die Bücher noch nicht gelesen hat und nichts vorweg genommen haben möchte, sollte an dieser Stelle am besten aufhören zu lesen.

GROSSE SPOILERWARNUNG!

Schon in Band zwei der Reihe gab es Probleme, als rauskam, dass Liv noch Jungfrau ist und es im Blog der Schule erwähnt wurde. Gleich darauf war das Gesprächsthema Nummer eins in der Schule und alle haben sich über Liv lustig gemacht. Allein das finde ich schon nicht gut, aber sehen wir mal weiter.
In Band drei ist es nun so weit, dass Liv und Henry bald dazu kommen wollen, miteinander zu schlafen und natürlich bekommt Liv Panik, weil sie keinerlei Erfahrung hat. So weit so gut und auch sehr nachvollziehbar. Und was macht sie? Erfindet einen Ex-Freund, mit dem sie natürlich schon geschlafen und allerlei Erfahrung gesammelt haben will, weil Henry scheinbar Mitleid mit ihr hat. Excuse me? Seit wann sollte ein Junge bitte Mitleid haben, weil seine Freundin noch keine sexuellen Erfahrungen gesammelt hat? An dieser Stelle muss ein mal kurz angemerkt werden, dass die Protagonistin 16 ist. SECHZEHN.
In welcher Welt leben wir denn, wenn ein Mädchen mit 16 keine Jungfrau mehr sein darf? Sie ist noch nicht mal erwachsen und das ist ja wohl völlig normal – oder?
Am schlimmsten finde ich dabei, dass sogar ihre Mutter ihr deshalb Vorwürfe macht. Ja, sie ist sehr modern und vielleicht manchmal etwas ZU offen, aber wenn ich mich richtig erinnere, hat sie ihre Tochter wegen ihrer fehlenden Erfahrung mit Jungs als „zurückgeblieben“ bezeichnet. Was. Zur. Hölle.

Es geht aber noch weiter. Damit Henry später nicht merkt, dass sie ja doch keine Ahnung hat, was sie tut, möchte sie ihren älteren Nachbarn verführen. Natürlich nur im Traum, da ist das doch nicht so schlimm – oder? Leser erinnern sich vielleicht daran, was Liv im Vorgängerband für einen Aufstand gemacht hat, als Henry sich etwas ähnliches geleistet hat. Sorry, aber: Geht vielleicht noch mehr Doppelmoral?
Und noch mal zur Betonung, weil ich das einfach so unglaublich finde:
Liv, 16, hat ernsthaft geplant, ihren Freund zu betrügen, damit sie nicht ohne Erfahrung an ihr erstes Mal mit ihm rangehen muss. Ich habe die ganze Zeit darauf gehofft, dass das irgendeine Wendung nimmt, in der Liv realisiert, dass das der größte Schwachsinn ist und mit irgendeiner Moral daherkommt, die man aus dem Buch mitnehmen kann. Aber nein, sie zieht es nur deshalb nicht durch, weil er ihr in letzter Minute dazwischen kommt. Und was tut er? Verzeiht ihr das nach 5 Minuten, weil sie schließlich seine große Liebe ist. Das ist keine Übertreibung, genau so läuft das ab.

Wer den Schreibstil von Kerstin Gier kennt, der weiß, dass ihr Humor gerne mal überspitzt ist und etwas übertreibt. Normalerweise ist das auch immer ganz witzig, aber in diesem Fall finde ich das extrem fragwürdig. Die hauptsächliche Zielgruppe dieses Buches sind junge jugendliche Mädchen und das Alter würde ich so auf 14-16 Jahre festlegen.
Welche Botschaft soll das denn vermitteln? Dass man nun möglichst jung anfangen soll, Erfahrungen zu sammeln, egal wie und mit wem, nur damit man später seinem Freund nicht beichten muss, noch keinen Sex gehabt zu haben? Klar, das Bild von „warte bloß mit dem Sex bis du die große Liebe deines Lebens gefunden hast, sonst bist du eine Schlampe“, was uns gerne in Büchern vermittelt wird, finde ich genauso wenig gut, aber gibt es denn keinen Mittelweg?

Wie seht ihr das? Habt ihr das Buch gelesen und wenn ja, hat es euch auch so gestört? Lasst mir gerne Kommentare da, ich würde darüber echt gerne diskutieren!

Warum auch gute Serien mal enden sollten

Jeder freut sich doch, wenn eine neue Staffel der Lieblingsserie angekündigt wird, oder?
Ich generell auch, aber in manchen Fällen bin ich doch etwas zwiegespalten. Ein Serienfinale ist immer traurig, schon allein weil es vorbei ist, aber auch, weil es den Machern in den aller wenigsten Fällen gelingt, ein zufriedenstellendes Ende zu schreiben, mit dem alle Fans leben können.
Aus diesem Grund scheinen sich einige allerdings nun gar nicht mehr zu trauen, Serien anständig zu beenden. Ich kann bestimmt an einer Hand abzählen, wie viele vollständige Serien ich bisher zu Ende geschaut habe.

Entweder, weil die Serie schon vorher mittendrin abgesetzt wurde und nie einen vernünftigen Abschluss bekommen konnte, im schlimmsten Fall vielleicht sogar mit einem Cliffhanger endet – oder weil die Produzenten nicht aufhören wollen, solange es noch genug Zuschauer gibt und sich mit der Serie Geld verdienen lässt.
Beides finde ich schlimm, aber letzteres steht vielleicht noch ein Stückchen darüber. In diesem Fall muss nämlich unweigerlich irgendwann ein Abfall in der Qualität stattfinden, den nachher niemand mehr leugnen kann und das senkt die Stimmung der Zuschauer dann immer weiter und weiter, bis sie am Ende vielleicht sogar froh sind, dass die Serie endlich ihr Ende findet.

Anlass für diesen Post ist konkret Vampire Diaries. Ich versuche, im folgenden nicht zu spoilern, aber falls ihr euch nichts verderben lassen möchtet, solltet ihr diesen Abschnitt vielleicht lieber doch überspringen. Ich bin allerdings auch erst auf dem Stand der deutschen Ausstrahlung, also in der Mitte der 7. Staffel.
Meiner Meinung nach hätte man die Serie mit der 5. Staffel gut beenden können. Hätte man das Ende minimal verändert, hätte man sogar ein Happy End gehabt und ich wäre damit völlig zufrieden gewesen. Danach ging es meiner Meinung nach immer weiter bergab. Ich finde, man merkt einfach, dass die Drehbuchautoren sich immer neue Handlungsstränge ausdenken müssen, um die Serie am laufen zu halten und langsam wird es mir too much. Gerade die 7. Staffel wirkt für mich völlig an den Haaren herbeigezogen, die neuen Entwicklungen wurden in der Serie zuvor nie auch nur angedeutet – und das nicht auf eine „wow, guter Plottwist“-Weise, sondern auf eine „das haben die sich vor 10 Minuten ausgedacht“-Art. Außerdem passiert momentan kaum etwas, was die Handlung vorantreibt und mein Interesse schwindet immer weiter.

Etwas ähnliches konnten viele auch schon bei Supernatural beobachten. Ich habe mal gehört, dass eigentlich geplant war, die Serie schon nach ein paar Staffeln zu beenden. Die 5. Staffel wäre auch in diesem Fall der perfekte Abschluss gewesen, wenn auch sehr schockierend und nicht 100% „happy“, aber bei einer Serie wie Supernatural erwarte ich sowas auch gar nicht. Und jetzt? Wurde mittlerweile schon die 12. Staffel angekündigt.
Danach wurden dann die Stimmen laut, die sich mit jeder Staffel mehr über die Entwicklung beschwerten. Ich selbst fand die Serie immer noch klasse, muss aber auch sagen, dass auch hier die „was können wir denn jetzt noch bringen, damit die Serie weitergeht?“-Gedanken der Produzenten merkbar sind.
Hier befinde ich mich am Anfang der 10. Staffel und auch hier mag ich den Beginn schon nicht besonders und bin der Meinung, dass die Serie langsam ihr Ende finden sollte.

Wieso beschwere ich mich also über die Entwicklungen, schaue die Serien aber trotzdem noch? Weil ich es muss! Beide begleiten mich schon sehr lange. Supernatural schaue ich, seit ich 12 war und noch meine Mutter überreden musste, mir die DVDs zu kaufen, weil ich zu jung war um es selbst zu tun. Ich liebe Sam und Dean, die Beziehung zwischen den beiden und auch den anderen Charakteren. Alle habe ich unglaublich lieb gewonnen, ich trauere immer noch nachträglich um jeden Seriencharakter-Tod und könnte mich nicht einfach von der Serie abwenden, wenn ich weiß, dass sie noch läuft. Da wünsche ich mir dann doch ein schönes Ende, mit dem ich dann mit einem lachenden und einem weinenden Auge, aber völlig zufrieden mit der Serie abschließen kann.

Wie ist eure Meinung dazu? Stimmt ihr mir zu oder seid ihr um jede weitere Folge froh, die ihr euch ansehen könnt? Kennt ihr vielleicht noch mehr Beispiele?

"Ich habe keine Zeit für Hörbücher." – Doch! [Werbung]

Oft höre ich den Satz, man habe gar keine Zeit zu lesen. Das finde ich zumindest noch vertretbar, je nachdem, wie stressig der Alltag wirklich ist, wobei sich eigentlich immer ein paar Minuten finden lassen sollten. Bei Hörbüchern sieht die Sache schon anders aus, denn nichts anderes kann man so gut nebenbei machen. Um einer Geschichte zu lauschen muss man sich nicht mehr mit seinen Großeltern vor einen Kamin setzen und zuhören, sondern kann das ganz einfach und bequem unterwegs und zu jeder Zeit machen.
Heute möchte ich euch ein paar Ideen vorstellen, wie ihr Hörbücher in euren Alltag integrieren könnt und euch zeigen, dass ihr ganz sicher sehr wohl Zeit dafür habt.


  • während Auto- oder Bahnfahrten
die meisten von euch werden sicherlich irgendwo mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus hinfahren. Sei es nun Arbeit, Schule, Uni oder in eurer Freizeit. Meistens sitzt man nur da und schaut aus dem Fenster, aber eigentlich kann man diese Zeit doch viel sinnvoller nutzen. Lesen in Fahrzeugen können viele Leute nicht, weil ihnen dann schwindelig wird, aber zuhören sollte kein Problem sein. Einfach das Hörbuch aufs Handy laden und unterwegs mit Kopfhörern hören. Im Auto sieht das etwas anders aus, aber sofern es euch nicht zu viel Konzentration nimmt, wenn ihr der Fahrer seid, ist es auch da super möglich.
Genauso gut lässt sich das auch zu Fuß machen.
  • bei Fußwegen oder Spaziergängen
Entweder ihr habt ein Ziel, zu dem ihr gelangen müsst, oder ihr geht einfach gerne spazieren: auch da lassen sich gut Hörbücher hören. Natürlich solltet ihr immer noch mitbekommen, was um euch herum passiert und nicht gedankenverloren auf die Straße laufen, aber das erklärt sich ja wohl von selbst.
  • Hausarbeit
Bestimmt habt ihr auch schon festgestellt, dass aufräumen und putzen mit Musik viel mehr Spaß macht. Wieso dann nicht mal mit einem Hörbuch versuchen? Dadurch wird das direkt viel unterhaltsamer und man wird von der eigentlich unangenehmen Tätigkeit abgelenkt.
  • Sport
Wenn ihr nicht gerade Mannschaftssport betreibt, kann man auch diese Zeit nutzen. Beim Joggen oder im Fitnessstudio vergeht die Zeit so viel schneller und wenn ihr ungerne hingeht, könnt ihr euch zumindest darauf freuen, zu erfahren, wie eure aktuelle „Lektüre“ weitergeht.
  • Kunst, Puzzles
Zu diesem Unterbegriff kann man einiges zählen: Zeichnen, Handarbeiten oder vielleicht auch ein Malbuch auszumalen. Gerade bei letzterem braucht man nur seine Hände und das Gehirn hat quasi Pause. Wenn euch das zu langweilig wird, könnt ihr auch das gut kombinieren. Ich habe zum Beispiel schon ausprobiert, währenddessen Serien zu schauen, aber da ist natürlich das Problem, dass man dabei nicht auf den Bildschirm schauen kann. Hörbücher sind da eigentlich die perfekte Lösung, wenn man mal darüber nachdenkt. Genauso verhält es sich mit Puzzles. Mir fehlt es in meinem Zimmer dafür leider an Platz, aber ich würde das super gerne machen!

  • simple Computerspiele oder Apps
Egal ob Candy Crush, Bejeweled oder mein Favorit: Restaurantspiele wie die „Delicious – Emily“ Reihe, bei allen muss man nicht wirklich denken und kann sich damit gut nebenbei auf ein Hörbuch konzentrieren.

Na, wie viele dieser Dinge macht ihr täglich, auch ohne darüber nachzudenken? Zumindest die ersten beiden Punkte kommen mit Sicherheit jedem von euch bekannt vor. Nutzt ihr diese Zeit irgendwie oder wartet ihr praktisch nur, bis sie vorbei ist? Ich bin mittlerweile fast schon froh, dass ich lange Wege zur Uni und zurück habe, weil ich währenddessen Dinge schaffe, die ich zu Hause eher nicht tue. Unter anderem eben auch Hörbücher hören.

Hörbücher könnt ihr ganz klassisch im Laden kaufen, euch vielleicht bei eurer Bücherei ausleihen oder über Seiten wie audible direkt auf euer Handy laden und sofort überall verfügbar haben. Egal, ob aktuelle Bestseller, Hörspiele für Kinder oder natürlich auch für alle anderen, wenn euch nur das vorgelesene zu langweilig ist und mit Musik und Geräuschen eine andere Atmosphäre erzeugt werden soll.

Habt ihr noch andere Ideen, mit denen ich die Liste ergänzen könnte?

– in Zusammenarbeit mit audible

Über die Langeweile und die Prokrastination

Gestern ging für mich die Uni wieder los, zweites Semester. Ich habe mich schon fast darauf gefreut, weil ich mich in den fast 3 Monaten Semesterferien fast zu Tode gelangweilt habe. Den ganzen Tag saß ich zu Hause und habe nichts getan und Sonntag war ich fast froh, dass diese Zeit jetzt vorbei ist.
Dann habe ich meine Liste gefunden, was ich in der freien Zeit tun wollte. Und? Kaum etwas habe ich getan. Obwohl ich mich unglaublich gelangweilt habe, habe ich nichts von den Dingen getan, die ich schon ewig machen wollte und wofür ich mir jetzt die Zeit hätte nehmen können. Habe ich Gitarre spielen gelernt? Nein. Habe ich Spanisch gelernt? Nicht wirklich. Habe ich meine Zeit wenigstens zum übermäßigen Lesen genutzt? Nicht mal das kann ich behaupten.
Aber warum nicht? Wieso habe ich scheinbar so eine Abneigung dagegen, etwas sinnvolles mit meiner Zeit anzufangen? Daran hat es mir nun wirklich nicht gemangelt und ich kann mich eindeutig nicht damit herausreden, dass ich mich entspannen musste. Ich habe dieses Semester nicht mal Klausuren geschrieben oder etwas anderes getan, von dem ich mich erholen müsste. Aber trotzdem…

Es ist Dienstag Vormittag und ich sitze zu Hause. Ich habe dieses Semester kein Ergänzungsfach belegt und muss nur wenig Zeit in der Uni verbringen, sodass ich Dienstag und Mittwoch einfach frei habe. Andere würden das genießen und die Zeit gut nutzen, aber ich sitze jetzt hier und weiß nichts mit mir anzufangen.
In meinen Regalen stehen hunderte Bücher, die ich lesen könnte, meine Steam Bibliothek und die Sammlung meines Bruders geben sicher über hundert Spiele her, die ich spielen könnte, auf meiner netflix Watchlist stehen unglaublich viele Filme und Serien, die ich schon ewig sehen wollte, wozu ich aber noch nicht gekommen bin.
An Zeit mangelt es mir jetzt nicht. Aber an Motivation.

Woran liegt es, dass ich plötzlich keine Lust mehr habe, Dinge zu tun, sobald sich mir die Möglichkeit bietet? Ich denke, ich habe mich in den letzten Jahren immer mehr ans Prokrastinieren gewöhnt. Daran, die Dinge möglichst lange aufzuschieben und erst in der letzten Sekunde zu machen – wenn überhaupt. Das bietet zwar keinerlei Vorteile, aber doch tue ich es. Alles, was mir sinnvoll erscheint, wird schon aus Prinzip vermieden und ich weiß absolut nicht, wieso oder was ich dagegen tun kann. Ich arbeite schon daran, aber allzu gut klappt es immer noch nicht, zumindest nicht immer.
Ich mache mir schon für jeden Tag eine To-Do-Liste, damit ich am Ende des Tages sehen kann, dass ich etwas sinnvolles getan habe, aber manchmal ist das einfach nicht der Fall.

Dabei hängt es sehr davon ab, wie ich den Tag begonnen habe. Wenn ich schon bis mittags im Bett liege und mich danach direkt an den Computer setze und schaue, was der Rest der Welt so treibt, stehen die Chancen verdammt schlecht, dass ich danach noch etwas produktives tue. Wenn ich dann nachmittags auf die Uhr schaue und sehe, dass der Tag schon halb vorbei ist, scheint es mir, als wäre das Zug abgefahren. Das ist zwar absolut nicht der Fall, denn damit bleiben immer noch 6-9 Stunden, in denen ich theoretisch super viel schaffen könnte, aber das verstehen mein Kopf und meine Motivation nicht.
Wenn ich dagegen, auch wenn ich ausschlafen könnte, relativ früh aufstehe und danach Handy und Computer erst mal links liegen lasse, weiß ich schon, dass der Tag mit viel größerer Wahrscheinlichkeit ein Erfolg wird. Ich lese dann schon beim Frühstück am offenen Fenster, höre zu, wie die Vögel zwitschern und bleibe dann gleich am Schreibtisch sitzen, um etwas für die Uni zu machen. Wenn ich an solchen Tagen dann mittags merke, wie viel ich schon gemacht habe, habe ich oft richtig Motivation, so weiterzumachen – und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, weil ich dann zumindest schon ein bisschen was geschafft habe.

Ich denke, das ist einfach eine Einstellungssache. In der Schule habe ich mir angewöhnt, die Hausaufgaben bis zur letzten Minute rauszuschieben, weil ich keine Lust darauf hatte und das habe ich jetzt einfach für alle Dinge übernommen, die ich mir vornehme. Selbst, wenn es etwas positives ist. Auf meiner Liste für heute steht zum Beispiel „Vampire Diaries gucken“, weil ich das in den letzten Wochen ein paar mal verpasst habe und nun nachholen muss, bevor es im Fernsehen weitergeht. Ich finde die Serie super, auch wenn sie nicht mehr so gut ist, wie in den ersten Staffeln, aber trotzdem habe ich automatisch keine Lust mehr, sobald es auf meiner Liste mit Dingen steht, die getan werden „müssen“.
Ich hoffe sehr, dass ich meine Einstellung dazu bald ändern kann, schließlich führt das alles ja nur zu unnötigem Stress, den ich mir selbst mache. Auf jeden Fall arbeite ich daran, den Kampf gegen die Gewohnheits-Prokrastination zu gewinnen.

Habt ihr auch Probleme damit? Oder vielleicht sogar Tipps?